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Klimakiller Bioenergie

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Bioenergie verursacht deutlich mehr Treibhausgase, als bisher angenommen

Das Wissenschaftliche Komittee der Europäischen Umweltagentur kommt in seiner Stellungnahme zur CO2-Bilanz von Bioenergie zu dem Schluss, dass Bioenergie deutlich mehr Treibhausgasemissionen produziert, als ihr bisher zugerechnet werden.

Alle bisherigen CO2-Bilanzen basierten auf der Annahme, dass die Verbrennung von Biomasse CO2-neutral sei, weil dabei nur so viel CO2 frei wird, wie vorher in der Pflanze gespeichert war. Diese Annahme ist jedoch nicht korrekt, denn sie ignoriert die Tatsache, dass auf dem Land, auf dem Pflanzen für Bioenergie angebaut werden, keine anderen Pflanzen wachsen, die ebenfalls CO2 binden würden. (Die von uns ins Deutsche übersetzte Zusammenfassung der Studie finden Sie hier.)

Dies ist eigentlich keine neue Erkenntnis. Umweltorganisationen wie das Umweltinstitut München haben von Anfang an auf diesen Fehler hingewiesen, mehrere Studien erläuterten die Folgen dieser geschönten Klimabilanzen.

Der Wissenschaftliche Beirat der EEA fordert nun in seiner Stellungnahme, dass Bioenergie

  1. entweder aus organischen Abfällen erzeugt wird, die weder von Menschen genutzt werden, noch der CO2-Bindung dienen

  2. oder dass die Bioenergie aus Biomasse stammt, die "zusätzlich" wächst.


Die Quadratur des Kreises

Doch was ist "zusätzliche" Biomasse? Für das Komitee ist das "Biomasse, die über das Maß hinaus angebaut wird, was sonst sowieso angebaut würde". Eine äußerst schwammige Formulierung.


Hier wird viel Kohlenstoff gespeichert....

...hier nicht

Die Europäische Umweltagentur will Bioenergie, aber sie soll weder Lebensmittel noch natürliche Ökosysteme verdrängen. Damit wünscht sie sich die Quadratur des Kreises. Denn Bioenergie ist (außer wenn sie aus organischen Reststoffen stammt) eine humanitäre Katastrophe und klima- und umweltpolitisch kontraproduktiv.

Die Menschheit ist in den letzten 12 Jahren um eine Milliarde Menschen gewachsen. Die vorhandenen Anbauflächen brauchen wir für die Produktion gesunder Lebensmittel, die wenigen verbliebenen Naturflächen müssen erhalten und eher wieder erweitert werden.


Klimakiller industrialisierte Landwirtschaft

Die intensive Landwirtschaft verursacht rund 13 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland. Eine klima- und umweltpolitisch sinnvolle Landnutzung wäre der ökologische Anbau von Lebensmitteln und die gleichzeitige Renaturierung ehemaliger Wälder, Moore und Grünflächen wo immer möglich, d.h. wo Flächen nicht dringend zur Lebensmittelproduktion gebraucht werden. Denn Wald, Moore und Grünland sind die besten CO2-Speicher. Hier liegen die Potentiale zur CO2-Bindung, nicht in der Verbrennung wertvoller Lebensmittel und der Zerstörung der letzten Naturflächen.

 

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Fotos: Harry Hautumm@pixelio, Dieter Schütz@pixelio