Subventionen fürs Desaster „Bio“sprit
→ CSU will mehr
Subventionen für‘s Desaster
Hatte sich die
Große Koalition im Frühjahr 2009 wegen der
katastrophalen ökologischen und sozialen Auswirkungen
endlich für eine Drosselung der Beimischungsquoten von
Agrosprit entschieden, will die neue Regierung den Anbau
von Energiepflanzen nun wieder forcieren. Insbesondere die
CSU beabsichtigt, die schwindenden EU-Agrar-Subventionen
durch Agrosprit-Subventionen zu ersetzen. Durch diese
ökologisch fragwürdige Förderung, die auch
den Welthunger
verschärfen wird, glaubt die ehemalige Staatspartei die
Wählerstimmen
der Bauern zurückgewinnen zu können.
Noch
mehr Pflanzengifte, noch mehr CO2, noch mehr
Hunger auf der Welt:
Wenn Energiepflanzen wie Mais subventioniert werden, hat das
verheerende
Auswirkungen für Mensch und Natur.
Dafür scheint jedes Mittel recht. Für ein bisschen
„Bio“sprit
landet der Mais in der Ethanolanlage anstatt auf dem Teller.
Mit verheerenden Folgen: Der Anbau von Agrosprit-Pflanzen
geht einher mit einer weiteren Intensivierung der Landwirtschaft.
Industrielle Monokulturen, die noch mehr Pestizide
und Kunstdünger brauchen, bedrohen die Artenvielfalt und
unsere Lebensgrundlagen Boden, Wasser und Luft. Gleichzeitig
soll der Gentechnik auf unseren Feldern der Weg geebnet
werden. Und wenn Flächen für die Energieproduktion
erst
umgewidmet sind, werden noch mehr Wälder gerodet und
Sümpfe trocken gelegt – und damit Unmengen von CO2
zusätzlich
freigesetzt.
Das Umweltinstitut München kämpft seit Jahren gegen
die
Produktion von Energiepflanzen. Im vergangenen Jahr protestierten
mehr als 40.000 Menschen mit ihrer Unterschrift
unter unserer „Münchner Erklärung gegen den
ökologischen
Wahnsinn“ auch gegen den „Bio“sprit. Auf
der Weltklimakonferenz
in Kopenhagen fand das Agrosprit-Faltblatt aus unserer
Reihe „Klimaschutz: falsche Freunde“
reißenden Absatz.
Wir lassen nicht locker: Mit Blick auf die Pläne der neuen
Regierung
werden wir auch 2010 konsequent weiter aufklären
und gegen die Agrosprit-Produktion Widerstand leisten.