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Patente.
Biopiraten.

Der Ausverkauf der Artenvielfalt


Weltweit gibt es:

ca. 14.000.000
bis 30.000.000 Pflanzen- und Tierarten
1.800.000
davon sind wissenschaftlich beschrieben
30.000
(bislang bekannte) essbare Pflanzen
7.000
Arten wurden bisher davon kultiviert
150
Arten werden heute für Ernährung und Bekleidung genutzt
30
Arten machen 95% der pflanzlichen Nahrungsmittel aus
10
Arten werden als Basis für die Welternährung angebaut



Und täglich sterben etwa 100 Arten aus!


Die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft muss erhalten bleiben!

  

In unserem „Ausverkaufsladen“ zeigen wir, was zum Teufel gehen könnte – und was wir tun können, um die biologische Vielfalt zu retten.
Wir laden Sie ein, sich selbst ein Bild davon zu machen:

 

Ob die Biodiversität erhalten bleibt, hängt davon ab, wie Landwirtschaft betrieben wird. Zunehmende Industrialisierung, Rationalisierung, der Einsatz von chemisch-synthetischen Düngemitteln und Pflanzengiften, die Züchtung von Hybridsorten, der Anbau genmanipulierter Pflanzen, die Monopolisierung von Saatgut sowie die Patentierung von konventionellen Pflanzen und Tieren haben in den letzten Jahrzehnten zu dramatischen Artenverlusten geführt. Dieser Trend setzt sich weiter fort – in einem rasenden Tempo. Betroffen sind sowohl Kulturpflanzen und Nutztiere als auch die in der Agrarlandschaft vorkommenden Wildpflanzen und -tiere. Die Welternährungsorganisation (FAO) schätzt, dass seit Anfang des 20. Jahrhunderts global rund 75 Prozent der Kulturpflanzen und Nutztiere verloren gegangen sind.

Auch die gravierenden gesellschaftlichen Veränderungen bedrohen die biologische Vielfalt: Immer weniger Menschen sind in der Landwirtschaft und im Gartenbau tätig. Die bis vor einigen Jahrzehnten übliche Selbstversorgung durch den eigenen Hausgarten ist nicht mehr relevant. Gewerblich angebaut werden nur noch besonders ertragreiche Obst- und Gemüsesorten mit guten Anbau-, Transport- und Lagereigenschaften – ohne Rücksicht auf Geschmackseigenschaften, Formen und Farben. Von der immensen Vielfalt auf Beeten und Äckern ist nur noch ein kleiner Rest übrig geblieben. Vor etwa 100 Jahren gab es zum Beispiel noch über 20.000 Apfelsorten, heute sind es noch 1500, davon werden 60 wirtschaftlich genutzt.

Es ist höchste Zeit, denn die Versorgung der gesamten Erdbevölkerung mit Nahrungsmitteln steht auf dem Spiel. Es reicht im UN-Jahr der biologischen Vielfalt nicht aus, die Öffentlichkeit über das Problem zu informieren – es besteht akuter Handlungsbedarf! Verbraucherinnen und Verbraucher können bei jedem Einkauf einen Beitrag leisten – regionale und saisonale Lebensmittel fördern die Vielfalt ebenso wie biologische und fair gehandelte Produkte.

Bäuerinnen und Bauern können die Natur schützen, indem sie auf ökologischen Landbau umstellen. Dazu bedarf es aber konkreter und schneller Unterstützung von Seiten der Politik – angefangen vom Verbot des Grünlandumbruchs, über die Kontrolle von Fruchtfolgen und Humusbilanz bis in zur Schaffung finanzieller Anreize.

Der biologische Landbau leistet nachweislich sehr viel für die Biodiversität. Biobetriebe haben 50 bis 70 Prozent mehr naturnahe Flächen, beherbergen 30 Prozent mehr Arten und 50 Prozent mehr Individuen als nicht-biologisch bewirtschaftete Flächen. Durch eine geringere Anbauintensität, den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzengifte, durch wenig und rein organischen Dünger, vielfältige Fruchtfolgen, schonende Bodenpflege, einen höheren Anteil an naturnahen Flächen und eine insgesamt vielfältigere Betriebsstruktur kommen viele standorttypische Pflanzen- und Tierarten auf Biobetrieben vor. Und die Landwirte profitieren von einem intakten Ökosystem.