Umweltinstitut München e.V.
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*** Pressemitteilung *** Pressemitteilung *** Pressemitteilung ***

Die Zeit drängt:
Jetzt gegen sinnlose Gen-Freisetzungsversuche einwenden.

Freisetzung von Gentech-Kartoffeln im Landkreis Fürstenfeldbruck geplant

München, 16. Januar 2003

Die Technische Universität München will im Mai 2003 in Olching gentechnisch veränderte Kartoffeln vermehren. Diese sollen das in der Kartoffelknolle natürlicherweise nicht enthaltene Carotin ‚Zeaxanthin' bilden. Unter dem Vorwand der gesundheitsfördernden Wirkung des Functional Food aus dem Gen-Labor werden hier mit Steuermitteln Vermarktungsstrategien der Gen-Industrie unterstützt.

"Obwohl wir ausreichend natürliche Nahrungsmittel zur Verfügung haben, erfindet die Industrie immer abstrusere Methoden und Begründungen, Nahrungsmittel zu manipulieren". Susanne Schreckenberg, Gentechnikexpertin des Umweltinstitut München e.V. erklärt weiter: "Obwohl der Stoffwechsel der Pflanzen nicht verstanden ist, die erfolgte Manipulation eher zufällig erfolgte und der Nutzen des eingebauten Wirkstoffs keineswegs erwiesen ist, sollen diese Kreationen in die Umwelt entlassen werden." Darüber hinaus bauten die Gentechniker in die Kartoffeln eine Antibiotikaresistenz ein. "Ein völlig unnötiges Risiko", sagt Schreckenberg. "Überdies dürfen nach EU-Recht in Zukunft sowieso keine genmanipulierten Pflanzen mit Antibiotikaresistenz-Genen genehmigt werden".

Dass mit diesem Versuch die Einführung von neuen, gentechnisch veränderten Produkten eingeläutet werden soll, ist offensichtlich: Mit der Freisetzung soll letztendlich das nötige Pflanzenmaterial geliefert werden, damit anschließend Untersuchungen für zukünftige Produktregistrierungen durchgeführt werden können. Der Anbau von Gentech-Pflanzen gefährdet den gentechnikfreien und biologischen Landbau, weil Lebewesen und ihre Verbreitung nicht kontrollierbar sind.

Statt den ökologischen Umbau in der Landwirtschaft zu fördern und wissenschaftlich zu begleiten, macht sich die TU München weiterhin zum Erfüllungsgehilfen der Agrarindustrie. Harald Nestler vom Vorstand des Umweltinstitut München e.V. fordert die Bundesregierung auf, das auf dem Höhepunkt der BSE-Krise gegebene Versprechen des Bundeskanzlers "Klasse statt Masse" einzulösen und die Genehmigungsmaschine "Robert Koch-Institut" für riskante und unökologische Freisetzungen durch Gesetze und Verordnungen endlich zu stoppen.

Das Umweltinstitut München e.V. ruft alle Bürgerinnen und Bürger, die der Meinung sind, dass dieser Freisetzungsversuch riskant und sinnlos ist, auf, gegen diese Freisetzung einzuwenden. Denn wenn dieser Versuch erst genehmigt ist, können gleichartige Freisetzungen praktisch ohne große Formalitäten überall in Deutschland erfolgen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.umweltinstitut.org. Dort können interessierte Bürgerinnen und Bürger auch die von uns erstellte die Mustereinwendung herunterladen und ausdrucken. Einwendungsvordrucke können auch beim Umweltinstitut München e.V., Tel. (089) 30 77 49-0 angefordert werden. Die Einwendungen sollen bis zum 5. Februar an das Umweltinstitut München e.V. geschickt werden. Wir werden diese dann gesammelt übergeben.


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Umweltinstitut München e.V.,
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Tel. 089/30 77 49-14,
Fax 089/30 77 49-20

 

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