Umweltinstitut München e.V.
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*** Pressemitteilung *** Pressemitteilung *** Pressemitteilung ***

Umweltinstitut München e.V. sammelte einen Sack voller Einwendungen

2.500 Einwendungen gegen Gen-Kartoffeln auf Gut Roggenstein

München, 7. Februar 2003

Heute übergaben Harald Nestler vom Vorstand des Umweltinstitut München e.V. und Susanne Schreckenberg, Gentechnikreferentin des Umweltinstitut München e.V. im Rathaus der Gemeinde Olching 2.513 Einwendungen an den Bürgermeister, Siegfried Waibel. Die Einwendungen richten sich gegen den geplanten Freisetzungsversuch gentechnisch manipulierter Kartoffeln der TU München.

Geht es nach dem Willen der Wissenschaftler der TU München, so sollen im Frühjahr 2003 in der Gemeinde Olching gentechnisch veränderte Kartoffeln wachsen. Diese sollen das in der Kartoffelknolle natürlicherweise nicht enthaltene Carotin "Zeaxanthin" bilden. Angeblich soll dieses Carotin einer altersbedingten Augenerkrankung vorbeugen helfen. Ob das die gentechnisch veränderte Kartoffel tatsächlich tut, ist äußerst fraglich. "Die Wissenschaftler wissen noch viel zu wenig: Weder ist der Nutzen des Zeaxanthin sicher erwiesen, noch haben die Wissenschaftler ihre Technik - die Genmanipulation - im Griff. Sonst müssten sie nicht auf überholte und umstrittene Methoden wie die Verwendung von Antibiotikaresistenz-Genen zurück greifen", kritisiert Susanne Schreckenberg vom Umweltinstitut München e.V. "Dieser Versuch ist völlig überflüssig und stellt ein sinnloses Risiko für die Umwelt dar." Durch den Anbau unter freiem Himmel soll genug Pflanzenmaterial produziert werden, damit anschließend Untersuchungen für zukünftige Produktregistrierungen durchgeführt werden können. Denn letztendlich soll ein vermarktungsfähiges Produkt entstehen, von dem sich die Lebensmittelindustrie neue Absatzchancen erhofft.

Doch noch ist dieser Versuch vom Robert-Koch Institut nicht genehmigt. Nicht nur bei Umweltschützern erzeugt dieser Versuch Unmut, auch viele Bürger aus der Umgebung lehnen ihn ab.

Der Bürgermeister der Gemeinde Olching, Siegfried Waibel, kommentierte dies als sehr positiven Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger im Interesse einer nachhaltigen Natur, insbesondere im näheren Wohnumfeld. Aus seiner Sicht sind gentechnische Versuche eine Erpressung der Natur.
Im übrigen machte er geltend, dass in diesem Verfahren zwei grobe Fehler passiert seien, die einen Widerspruch geradezu herausfordern:
1. wurde das Grundstück als der Emmeringer Flur zugehörig bezeichnet und damit die Interessen der Olchinger Bürger unterlaufen.
2. wurde angeführt, dass sich in der Nähe kein Biotop befände. Dies ist unwahr, weil die Gemeinde seit 9 Monaten nur wenige Meter entfernt ein 42.000 m² großes Biotop als Ausgleichsfläche anlegt.

"Die Einwenderinnen und Einwender haben mit ihrem Einwand ihre Ablehnung des Versuchs dokumentiert, sowie ihre Sorge um den Erhalt der Natur und einer natürli-chen Landwirtschaft Ausdruck verliehen", erklärte Harald Nestler, Vorstand des Umweltinstitut München e.V. und forderte das Robert-Koch-Institut als Genehmigungsbehörde auf, die Richtlinien der Bundesregierung für eine Ökologisierung der Landwirt-schaft und die Wünsche der Verbraucher ernst zu nehmen und den Versuch zu verbieten: "Dieser Versuch dient ausschließlich den Interessen der Chemie- und Agrarkonzerne und stellt eine Gefahr für die natürliche Lebensmittelproduktion dar. Wenn wir uns die Chance für eine naturnahe Landwirtschaft erhalten wollen, muss die Gentechnik von unseren Feldern fern bleiben."
Die TU München macht sich zum "wissenschaftlichen Erfüllungsgehilfen" der Chemiekonzerne, die über die Schiene angeblicher gesundheitlicher Vorteile Akzeptanz für genmanipulierte Lebensmittel schaffen wollen. Zur Unterstützung der Bürger formulierte das Umweltinstitut München e.V. eine Mustereinwendung und sammelte Unterschriften. Der Bürgermeister bedankte sich beim Umweltinstitut München e.V. für die Unterstützung der Gemeinde bei der Abwehr des geplanten Genversuchs.
Die Mustereinwendung und die ausführliche Einwendung des Umweltinstitut München e.V. können Sie unter www.umweltinstitut.org/genkartoffel im Internet abrufen.


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Umweltinstitut München e.V.,
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Tel. 089/30 77 49-14,
Fax 089/30 77 49-20

 

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