Umweltinstitut München e.V.
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Pressemitteilung

Zum Schulanfang auf ‚Blauen Engel' achten:

Recyclingpapier statt Papier aus Urwaldkahlschlag kaufen

München, 10. September 2004

Wenn in Kürze die Schule beginnt, werden in Deutschland wieder Millionen von Schulheften und anderen Papierprodukten über die Ladentheken gehen. Viele davon enthalten Zellstoff, der aus Bäumen der letzten Urwälder der Erde hergestellt wurde - 80 Prozent dieser Wälder sind bereits vernichtet.

Als einer der größten Papierverbraucher weltweit importiert Deutschland große Mengen an Zellstoff zur Papierproduktion - nicht selten aus Ländern wie Kanada oder Skandinavien, die zur Zellstoffherstellung wertvolle Urwaldreserven kahl schlagen. Daraus hergestelltes Frischfaserpapier findet sich in unseren Schulheften, Schulblöcken, in Kopier- und Druckpapieren usw. Elisabeth Hackl vom Umweltinstitut München e.V.: "Mit den Wäldern geht nicht nur der Lebensraum für Pflanzen und Tiere verloren und die Heimat von indigenen Völkern wird zerstört, sondern es ergeben sich auch noch nicht absehbare Folgen für das globale Klima."

Es gibt jedoch eine weitaus umweltfreundlichere Variante zu Frischfaserpapier: Recyclingpapier. Trotz seiner zahlreichen Vorteile haben es viele Verbraucher in den letzten Jahren aus den Augen verloren. Besonders Schulmaterialien aus dem umweltfreundlichen Recyclingpapier sind auf dem Rückzug. In vielen Läden werden Recyclingblöcke und -hefte nicht mehr angeboten oder sind als Nischenprodukte nur schwer zu finden.

Dabei ist entgegen weit verbreiteter Vorurteile heutiges Recyclingpapier absolut praxistauglich, sei es für Kopieren, Drucken oder den Einsatz als Schulmaterialien. Bestätigt wird die Gebrauchsfähigkeit von Recyclingpapier u.a. durch eine Untersuchung der Stiftung Warentest aus dem Jahre 1995. Zwar hat Recyclingpapier eine etwas grauere Färbung als Frischfaserpapier, was jedoch beim Lesen oft als angenehmer im Vergleich zur "grelleren" rein weißen Farbe von Frischfaserpapier empfunden wird.

Und von seiner Ökobilanz her betrachtet ist Recyclingpapier eindeutig erste Wahl: Zur Herstellung wird wesentlich weniger Energie und Frischwasser verbraucht; die Abwasserbelastung, die CO2-Emissionen und damit das Treibhauspotential sind ebenfalls geringer. Vor allem jedoch werden wertvolle Waldressourcen geschont.

Das Umweltinstitut München empfiehlt daher, beim Kauf von Schulmaterialien ausschließlich Produkte aus Recyclingpapier zu wählen - sie sind für die Umwelt und den Konsumenten erste Wahl. "Von Seiten der Industrie wurden zahlreiche fragwürdige Labels geschaffen, die Umweltverträglichkeit suggerieren sollen, jedoch damit wenig zu tun haben", erläutert Hackl. "Um sicher zu gehen, dass es sich um "echtes" Recycling-Papier handelt, empfehlen wir den Verbrauchern, sich an den "Blauen Engel" zu halten", so Hackl weiter. Das u.a. vom Umweltbundesamt vergebene Siegel garantiert qualitativ hochwertige sowie gesundheitlich und ökologisch vertretbare Ware mit geringer Gewässerbelastung. Wer noch umweltbewusster einkaufen will, für den ist das mit den Siegeln "ap", "vup" oder "Ökopa" gekennzeichnete Original-Umweltschutzpapier, welches ohne Bleichung auskommt, das Richtige.


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Umweltinstitut München e.V.
Tel. (089) 30 77 49-0

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