Umweltinstitut München e.V.
  change to english
[ arrow Startseite ]

Pressemitteilung

Genmais in Deutschland unerwünscht:

Freisetzungsanträge für die Hälfte der Anbaufläche zurückgezogen

München, 17. Mai 2005

Gentechnisch veränderter Mais hat in Deutschland keine Chance. Nach Recherchen des Umweltinstitut München e.V. mussten von über Tausend Hektar Genmais, die 2005 in Deutschland zur Aussaat angemeldet waren, bislang über 480 Hektar zurückgezogen werden. Auch 50 Prozent der Standorte wurden, meist aufgrund öffentlichen Drucks, wieder abgemeldet. Noch erfreulicher ist die Lage in Bayern: Sollten ursprünglich 60 Hektar Bt-Mais angebaut werden, so sind es aktuell nur noch 17 Hektar, die Hälfte davon auf Versuchsgütern des Freistaates Bayern. Auch die Anzahl der Standorte in Bayern ist dramatisch geschrumpft: Von den mehr als 40 geplanten Standorten sind nur noch 15 übriggeblieben.

Auf allen Flächen sollte der umstrittene Mon 810-Mais des US-Konzerns Monsanto angebaut werden. Mon 810 ist ein so genannter Bt-Mais, dem ein Giftgen aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis eingebaut wurde. Dieses Gift soll die Maispflanze vor dem Maiszünsler, einem Schadinsekt, das in Maismonokulturen auftritt, schützen. Wegen der negativen Auswirkungen auf das Ökosystem, vor allem auf Nutzinsekten wie Schmetterlinge, wird Mon 810 jedoch seit langem scharf kritisiert. Mon 810 ist das einzige Bt-Konstrukt, das in der EU angebaut wird.

Dazu Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München e.V.: "Das erste Anbaujahr in Deutschland ist eine Absage an die manipulierten Pflanzen der Gentechnikkonzerne und ein Erfolg für die gentechnikfreie Landwirtschaft. Bauern, Verpächter und Verbraucher haben den wenigen Genmaispropagandisten unmissverständlich klargemacht, dass genmanipulierte Pflanzen und Lebensmittel in Deutschland nicht erwünscht sind. Das Umweltinstitut München e.V. fordert darüber hinaus ein totales Verbot von Mon 810, das bereits andere europäische Länder wie Österreich, Ungarn und Polen erlassen haben."

Weitere Informationen:
Andreas Bauer
Tel. (089) 30 77 49-14
E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Logo