Umweltinstitut München e.V.
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Pressemitteilung

Radioaktivität in Waldprodukten

Kostenlose Messung von Pilzen, Waldfrüchten und Wildfleisch

München, 27. Juni 2005

Auch zur diesjährigen Pilzsaison untersucht das Umweltinstitut München e.V. für Privatpersonen wieder kostenlos Pilze und andere Waldprodukte (Beeren oder Wildfleisch) auf künstliche Radioaktivität.

Benötigt wird dazu eine Mindestmenge von etwa 250 Gramm pro Pilz-, Beeren- oder Wildfleischsorte mit möglichst genauer Probenbezeichnung, Herkunfts- und Datumsangabe der Probe; das Ergebnis kann telefonisch abgefragt werden.
Die Proben können entweder während der Öffnungszeiten des Umweltinstitut München e.V. in der Landwehrstr. 64a abgegeben oder per Post geschickt werden. Dann allerdings müssen sie feuchtigkeitsdicht verpackt, am besten in einen Gefrierbeutel eingeschweißt werden. Das Angebot gilt ab sofort bis Ende Oktober.

Auch 19 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind in den durch Fallout belasteten Regionen, wie z.B. im Münchner Umland oder in den Alpen, noch immer hohe Werte an künstlicher Radioaktivität in Wildpilzen und anderen Waldfrüchten zu erwarten. "Die Spitzenwerte bei Röhrenpilzen, wie z.B. Maronen- oder Birkenröhrlingen, aber auch bei Semmelstoppelpilzen können im Münchner Umland durchaus noch 1000 und mehr Becquerel pro Kilogramm Frischmasse an Cäsium-137 erreichen" erklärt Karin Wurzbacher, Physikerin, Umweltinstitut München e. V. aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre. Wildschweine, die sich frei im Wald bewegen können und nicht in einem Gehege gezogen werden, können noch höhere Belastungswerte aufweisen. Wegen der langen Halbwertszeit von Cäsium-137 (ca. 30 Jahre) ist eine wesentliche Änderung der Situation auch in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.

Die Messergebnisse des letzten Jahres können unter www.umweltinstitut.org/messungen als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Ein häufiger und üppiger Verzehr von stark belasteten Pilz- und/oder Wildmahlzeiten kann zur Anreicherung von Radioaktivität im Körper und damit zu einer zusätzlichen Strahlendosis führen. "Unsere Empfehlung bleibt nach wie vor, dass besonders die so genannten Risikogruppen wie Kinder und Schwangere Waldpilze und andere Waldfrüchte aus ihrem Speiseplan streichen und stattdessen auf unbelastete Zuchtpilze zurückgreifen sollten. Auch Wildbeeren, wie z.B. Heidelbeeren und Preiselbeeren sollten gemieden werden", so Wurzbacher.



Weitere Informationen:
Karin Wurzbacher
Tel. (089) 30 77 49-11
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