Umweltinstitut München e.V.
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Pressemitteilung

60. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

US-Atombomben in Deutschland sind Gefahr für Sicherheit
Umweltinstitut München e.V. fordert weltweite Abrüstung von Atomwaffen

München, 27. Juni 2005

In wenigen Tagen wird weltweit der 60. Jahrestage der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki (6. bzw. 9. August) gedacht. Zu diesem Anlass fordert das Umweltinstitut München e.V. die weltweite Abrüstung von Atomwaffen und die dringende Beseitigung der auf deutschem Boden lagernden US-Atombomben: Sie haben eine bis zu sechsfache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Vor 60 Jahren tötete diese in der japanischen Stadt etwa 200.000 Menschen, viele Tausend weitere wurden durch die Strahlung schwer geschädigt.

Obwohl Nicht-Atomwaffenstaat, kann Deutschland im Rahmen der "nuklearen Teilhabe" in der NATO über Atomwaffenstrategie, die Stationierung und Einsatzplanung mitreden. Piloten der Bundeswehr üben mit deutschen Militärflugzeugen den Einsatz von US-Atomwaffen und können diese im Kriegsfall auch einsetzen. An Bundeswehrstandorten wie Ramstein und Büchel lagern immer noch bis zu 150 US-Atombomben. "Damit ist Deutschland , ebenso wie Belgien, Niederlande, Italien, Türkei und die Atomwaffenstaaten Frankreich und Großbritannien im Ernstfall auf der Abschussliste für ‚feindliche' Atomwaffen", erklärt die Physikerin Karin Wurzbacher, Umweltinstitut München e.V.

Immer häufiger sind Atomwaffenprogramme Ursache von Konflikten. Denn trotz Atomwaffensperrvertrag ist die Zahl der Atomwaffenstaaten von fünf auf neun gestiegen. Dazu gekommen sind Israel, Indien, Pakistan, Nordkorea und Iran. Die Länder meinen sich zu ihrem "Schutz" atomar bewaffnen zu müssen; auf dem Schwarzmarkt können sie sich Atomwaffentechnologie besorgen. "Die USA wollen nicht, dass andere Staaten in den Besitz von Atomwaffen gelangen und drohen ihnen mit Krieg. Aber das eigene Arsenal wird modernisiert, neue Atomwaffen wie ‚Mininukes' und ‚Bunkerbusters' sind für ‚präventive' Einsätze geplant", kritisiert Wurzbacher. "Auch diese ‚kleinen' Waffen sind Vernichtungswaffen, die töten und strahlenkrank machen. Damit wird die Hemmschwelle für den Ersteinsatz gesenkt. Gegenüber den Zeiten des Kalten Krieges wird er sogar wahrscheinlicher."

Die atomare Nicht-Abrüstung bzw. Aufrüstung wird mit dem Verweis auf terroristische Bedrohung oder "Schurkenstaaten" gerechtfertigt. Terroristen, wie z.B. Selbstmordattentäter, können jedoch mit Atomwaffen weder abgeschreckt noch bekämpft werden. "Die bloße Existenz von Atomwaffen ist eher eine Einladung an Terroristen, sie für ihre Zwecke zu nutzen. Illegal beschafftes radioaktives Material ist zudem bestens geeignet für ‚schmutzige' Bomben, gezündet mit konventionellem Sprengstoff", erläutert Wurzbacher.

Atomwaffen sind eine Bedrohung, sie gewähren keine Sicherheit. Zivile und militärische Nutzung der Atomkraft sind untrennbar miteinander verquickt. Das Umweltinstitut München e.V. ist fest davon überzeugt, dass die Welt nur sicherer werden kann ohne Atomkraftwerke und ohne Atomwaffen. Deshalb fordern wir den weltweiten zivilen und militärischen Ausstieg aus der Atomkraft.

Mehr Fakten und Informationen zu Atomwaffensperrvertrag und zur zivil-militärischen Nutzung der Atomkraft finden Sie hier auf unserer Webseite

Weitere Informationen:
Karin Wurzbacher
Tel. (089) 30 77 49-11
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