Umweltinstitut München e.V.
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Pressemitteilung

Radioaktivität in Waldprodukten
Kostenlose Messung von Pilzen, Waldfrüchten und Wildfleisch

München, 25. Juli - Auch zur diesjährigen Pilzsaison untersucht das Umweltinstitut München für Privatpersonen wieder kostenlos Pilze und andere Waldprodukte wie Beeren oder Wildfleisch auf künstliche Radioaktivität.

Mindestens 250 Gramm pro Pilz-, Beeren- oder Wildfleischsorte benötigt das Umweltinstitut München für eine Messung. Die Proben sollten möglichst genaue Angaben über Herkunft und Datum enthalten. Sie können während der Öffnungszeiten des Umweltinstituts München in der Landwehrstraße 64a abgegeben oder per Post geschickt werden. Dann allerdings müssen sie feuchtigkeitsdicht verpackt werden, am besten eingeschweißt in einem Gefrierbeutel. Das Ergebnis der Messung kann telefonisch abgefragt werden. Das Angebot gilt von August bis Ende Oktober.

Der Fallout nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl belastete Teile von Bayern besonders stark.
Auch 20 Jahre später erwartet Karin Wurzbacher, Physikerin beim Umweltinstitut München, daher noch immer hohe Werte an künstlicher Radioaktivität etwa im südlichen Münchner Umland oder in den Alpen. "Die Spitzenwerte bei Röhrenpilzen, wie etwa Maronen- oder Birkenröhrlingen, aber auch bei Semmelstoppelpilzen können im Süden von München durchaus noch 1000 und mehr Becquerel pro Kilogramm Frischmasse an Cäsium-137 erreichen", erklärt Wurzbacher aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre. Wildschweine, die sich frei im Wald bewegen und nicht in einem Gehege gezogen werden, können noch weit höhere Belastungswerte aufweisen. Wegen der langen Halbwertszeit von Cäsium-137 von circa 30 Jahren ist eine wesentliche Änderung der Situation auch in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.

Ein häufiger und üppiger Verzehr von stark belasteten Pilz- oder Wildmahlzeiten kann zur Anreicherung von Radioaktivität im Körper und damit zu einer zusätzlichen Strahlendosis führen. "Besonders die so genannten Risikogruppen wie Kinder und Schwangere sollten Waldpilze und andere Waldfrüchte aus ihrem Speiseplan streichen und stattdessen auf unbelastete Zuchtpilze zurückgreifen", empfiehlt Karin Wurzbacher.

Die Messergebnisse des letzten Jahres und die Broschüre "Pilze und Wild - Tschernobyl noch nicht gegessen" können unter www.umweltinstitut.org als PDF-Datei heruntergeladen oder beim Umweltinstitut München angefordert werden.

Weitere Informationen:
Karin Wurzbacher, Christina Hacker
Tel. (089) 30 77 49-0
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