Umweltinstitut München e.V.
  change to english

Mobilfunk-Rinderstudie des Bayerischen Umweltministeriums mangelhaft:

Fehler in Anlage und Auswertung verhindern aussagekräftige Ergebnisse

Die Anfang diesen Jahres vorgelegte Studie über die Auswirkungen von elektromagnetischer Hochfrequenzstrahlung aus Mobilfunkanlagen auf Rinder weist eklatante Mängel auf. Auf signifikante Resultate der statistischen Auswertung gingen die Autoren zum Teil nicht ein. Andere auffällige Ergebnisse wurden an mehreren Stellen relativiert.

Die unter finanzieller Beteiligung von Mobilfunk-Betreibern entstandene Arbeit genügt nicht wissenschaftlichen Kriterien. Das Umweltinstitut München e.V. untersuchte sowohl die statistischen als auch die tiermedizinischen Ergebnisse der Studie.

Gut versorgt: Mobilfunkantennen auf einem
Bauernhof. Foto: Ulrich-Raithel

In den meisten der 38 untersuchten Ställen waren die Haltungsbedingungen so schlecht, dass die unter Dauerstress leidenden Tiere von vorneherein Gesundheitsstörungen aufwiesen. Weil die Tiere einiger Höfe mit der Rinderkrankheit Bovine Virusdiarrhoe (BVD) infiziert waren, konnte in vielen Fällen nicht geklärt werden, ob die festgestellten auffälligen Ergebnisse der Mobilfunkstrahlung oder BVD zuzuordnen sind. Eine solche Störgröße wie BVD muss bei einer solchen Studie von vorneherein ausgeschlossen werden. Eindeutige Aussagen bei auffälligen Ergebnissen sind sonst nicht möglich. Eine einheitliche Ausgangssituation in Gesundheitszustand und Haltung der Tiere wäre daher zur Vergleichbarkeit der Ergebnisse besonders wichtig gewesen.

Sowohl in der Anlage der Studie (Studiendesign), als auch bei der Auswertung der Messwerte wies die Untersuchung erhebliche Mängel auf. Eine Überprüfung der statistischen Ergebnisse der Studie war wegen mangelhafter Angaben oft nicht möglich, in den wenigen Fällen, wo eine Überprüfung möglich war, fanden sich viele Fehler.

Es ist bedauerlich, dass die an sich mit ihrer aktuellen Fragestellung lobenswerte Unternehmung des Bayerischen Umweltministeriums zu keinen aussagekräftigen Ergebnissen kommt. Wegen der zahlreichen Mängel ist eine rasche Überarbeitung der Studie erforderlich.

Da die festgestellten Verhaltensauffälligkeiten der Tiere auf eine Strahlenwirkung aus Mobilfunkanlagen hinweisen, ist es nötig, einen drastisch reduzierten Vorsorgewert einzuführen. Das Land Salzburg ist hier schon einen Schritt weiter: Der im Rahmen eines internationalen Kongresses letzten Juni erarbeitete "Salzburger Vorsorgewert" unterschreitet den deutschen Grenzwert um den Faktor 10.000 und ist technisch realisierbar.

Im Folgenden die ausführlichen Anmerkungen nach statistischen und tiermedizinischen Gesichtspunkten.

Zu den Informationen des Bayerischen Umweltministeriums zur Rinderstudie und zum Mobilfunk