Wirtschaftlichkeit von Solarwärme
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Sonnenenergie ist in Hülle und
Fülle vorhanden. Foto: NASA
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Mit der Novellierung des
Gesetzes zur Förderung erneuerbarer Energien Anfang 2004 wurde
die Wirtschaftlichkeit von kleinen Solarstromanlagen (PV-Anlagen)
soweit verbessert, dass diese jetzt an einem mittleren Standort in
Deutschland eine attraktive Rendite erwirtschaften. Gleichzeitig wurde
die Förderung von thermischen Solaranlagen aus Bundesmitteln
von ur-sprünglich 125 € auf inzwischen 40 €
pro m² Kollektorfläche erniedrigt. Wie die folgende
Rechnung zeigt, sind damit thermische Solaranlagen trotz deutlich
gestiegener Öl- und Gaspreise in der Regel immer noch nicht
wirtschaftlich.
Für den
Wirtschaftlichkeitsrechnung wird das
Programm solarwaerme.xls verwendet, das von der Homepage des
Umweltinstituts
München kostenlos heruntergeladen werden kann (http://www.umweltinstitut.org/download/solarwaerme.xls).
Es berechnet den sogenannten internen Zinsfuß, ein
Maß für die Rendite der
Geldanlage. Das Ergebnis hängt von etlichen Vorgaben ab. Sie
sind in Tabelle 1
zusammengefasst.
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Tab.1: Eckdaten
für die Wirtschaftlichkeitsrechnung
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BAFA Förderung
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275 €
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Speichergutschrift
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500 €
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konventioneller
Energiepreis
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0,06 €/kWh
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Energiepreissteigerung
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5% p.a.
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Zinssatz für
Barwertrechnung
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4% p.a.
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Wartungskosten in % der
Anschaffungskosten
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1% p.a.
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Inflationsrate
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2% p.a.
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Der Zeitraum
für die Wirtschaftlichkeits- betrachtung
werde bei thermischen Anlagen mit 25 Jahren länger angesetzt
als bei
PV-Anlagen. Die Anlage werde zu 100% aus Eigenmitteln finanziert. Die
Förderung
von thermischen Solaranlagen durch das Bundesamt für
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
(BAFA) beträgt seit Anfang 2007 40 € pro m²
Bruttokollektorfläche, mindestens
jedoch 275 € pro Anlage. Für die vorliegende Rechnung
wird eine Kollektorfläche
von 6 m² angenommen. Die Kosten der Anlage werden mit 4000 bis
6000 €
angesetzt, die spezifische Energieeinsparung mit 400 bis 600 kWh pro
m²
Kollektorfläche. Weiterhin wird eine Speichergutschrift von
500 €
berücksichtigt, da ja der Speicher im Preis für die
Kollektoranlage schon enthalten
ist, und damit der Kauf eines Warmwasserspeichers entfällt.
Der aktuelle Preis
für konventionelle Energie wird mit 60 ct pro l
Heizöl bzw. 60 ct pro m³ Erdgas
vorgegeben, was 6 ct pro kWh entspricht. Die Energiepreissteigerung
betrage 5%
p.a. über den betrachteten Zeitraum von 25 Jahren, die
Inflationsrate sei 2%
p.a., der Zinssatz für die Barwertrechnung 4% p.a.
Für Wartungskosten werden 1%
der Anschaffungskosten der Kollektoranlage pro Jahr angesetzt.
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Tab.2: Rendite einer
thermischen Solaranlage in Abhängigkeit vom spezifischen
Jahresenergieertrag (kWh/m²a) und den Anschaffungskosten
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kWh/m²a
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400
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500
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600
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6000 €
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-0,3%
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1,6%
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3,2%
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5000 €
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1,4%
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3,4%
|
5,1%
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4000 €
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3,8%
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5,9%
|
7,7%
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Nun werden für
verschiede Annahmen zum spezifischen
Jahresertrag und zu den Anschaffungskosten Berechnungen der
Wirtschaftlichkeit
durchgeführt. Die Ergebnisse für den internen
Zinsfuß und den Kapitalwert werden
in den Tabellen 2 und 3 in Matrixform dargestellt. Nur in wenigen
Fällen
erreicht die Rendite die Wirtschaftlichkeitsschwelle von 4%. Das
drückt sich
auch im Kapitalwert aus, der in den meisten Fällen negativ ist
(siehe Tabelle
3).
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Tab.3: Rendite einer
thermischen Solaranlage in Abhängigkeit vom spezifischen
Jahresenergieertrag (kWh/m²a) und den Anschaffungskosten
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kWh/m²a
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400
|
500
|
600
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6000 €
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-2487
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-1514
|
-541
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5000 €
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-1294
|
-321
|
652
|
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4000 €
|
-102
|
871
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1844
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Damit sind thermische
Solaranlagen in der Regel immer
noch nicht wirtschaftlich. Um bei mittleren Anschaffungskosten (5000
€) und
einem mittleren spezifischen Ertrag (500 kWh/m²a) die
Wirtschaftlichkeit zu
erreichen, müsste die Förderung von heute 40
€ auf 100 € pro m² erhöht werden.
Wegen der deutlichen
Bevorzugung der Förderung von
PV-Anlagen im Vergleich zu thermischen Anlagen besteht die Gefahr, dass
auf die
Installation einer thermischen Anlage ganz verzichtet wird, um
möglichst viel
Dachfläche für die lukrativere PV-Anlage zur
Verfügung zu haben. Dabei ist die
ökologische Nutzen einer Kollektoranlage pro investiertem Euro
tendenziell
höher zu bewerten als der einer PV-Anlage.
Beim
Wirtschaftlichkeitsvergleich muss berücksichtigt
werden, dass die externen Kosten des Energieverbrauchs (Umwelt- und
Gesundheitsschäden infolge des Schadstoffausstoßes)
nicht im Energiepreis für
konventionelle Energien enthalten sind. Würden diese mit
einbezogen, so sähe
das Ergebnis für die regenerativen Energien generell
günstiger aus.
Dr. Alfred
Körblein
Stand: März 2007
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