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Wirtschaftlichkeit Solarwärme

Wirtschaftlichkeit von Solarwärme

Protuberanz

Aufnahme der Sonne
Foto: NASA

Eine solarthermische Anlage erzeugt Warmwasser aus der Wärmestrahlung der Sonne. Zusätzlich kann Solarthermie auch die Raumheizung unterstützen.

Solarkollektoren reduzieren den Erdöl- oder Erdgasverbrauchs eines Haushalts, ihre Rentabilität hängt also direkt von der Entwicklung der Öl- und Gaspreise ab: Je teurer die fossilen Energieträger, umso mehr Geld sparen die Solarkollektoren ein, umso eher lohnt sich die Investition.

Fördermöglichkeiten für Solarthermie

Leider wird Solarthermie mit deutlich geringeren Beträgen gefördert als zum Beispiel die Photovoltaik.

Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm (MAP) des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausführkontrolle (BAFA) erhalten nur noch

  • Solarkollektoren zur kombinierten Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung

  • Solarkollektoren zur Kälteerzeugung oder Prozesswärmeerzeugung

  • besonders innovative Solarkollektoranlagen (z.B. große Solarkollektoranlagen auf Mehrfamilienhäusern)

Solarthermische Anlagen, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen, werden im Marktanreizprogramm leider nicht mehr berücksichtigt.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellt im Rahmen ihrer Programme "Erneuerbare Energien - Standard" und "Energieeffizient Sanieren" günstige Kredite zur Verfügung, die auch für die Installation von Solarthermie genutzt werden können. Im Infocenter der KfW erhalten Sie eine telefonische Beratung zu den KfW-Förderprogrammen.

Wirtschaftlichkeit von Solarkollektoren zur Warmwassererzeugung

Die Wirtschaftlichkeit von Solarthermie wird mit dem Programm solarwaerme.xls berechnet, das von der Homepage des Umweltinstituts München kostenlos heruntergeladen werden kann ( http://www.umweltinstitut.org/download/solarwaerme.xls). Es liefert als Ergebnis den sogenannten internen Zinsfuß und den Kapitalwert. Der Kapitalwert ist die Summe der abgezinsten, jährlichen Erträge. Ist der Kapitalwert positiv, ist die Anlage bei einer vorgegebenen Verzinsung (= Diskonsatz, in der Modellrechnung 4 %) rentabel. Die Eckdaten für die Anlage in der Beispielrechnung sind in Tabelle 1 zusammengefasst.



Tabelle 1: Eckdaten für die Wirtschaftlichkeitsrechnung

Bruttokollektorfläche

6 m2

Speichergutschrift

500 €

konventioneller Energiepreis

0,07 €/kWh

Energiepreissteigerung

5 % pro Jahr (p.a.)

Zinssatz für Barwertrechnung

4 %

Wartungskosten (in % der Anschaffungskosten) 1 %
Inflationsrate2 % p. a.

Der Zeitraum für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wird mit 25 Jahren angesetzt. Die Anlage wird zu 100 % aus Eigenmitteln finanziert. Sie dient ausschließlich der Warmwassererzeugung. Weiterhin wird eine Speichergutschrift von 500 € berücksichtigt (da der Solarspeicher einen ohnehin fälligen konventionellen Warmwasserspeicher ersetzt, können dessen Kosten von den Kosten der Solaranlage abgezogen werden).

Der aktuelle Preis für konventionelle Energie wird mit 70 ct pro l Heizöl bzw. 70 ct pro m³ Erdgas vorgegeben, was circa 7 ct pro kWh entspricht. Die Energiepreissteigerung betrage 5 % p.a., die Inflationsrate sei 2 % p.a., der Zinssatz für die Barwertrechnung 4 % p.a. Für Wartungskosten werden 1% der Anschaffungskosten der Kollektoranlage pro Jahr angesetzt. Da die Anlage nur der Warmwasserbereitung und nicht der Heizungsunterstützung dient, werden keine Zuschüsse gewährt.

Tabelle 2 zeigt die Rendite, Tabelle 3 den Kapitalwert in Abhängigkeit von den Anschaffungskosten (4000, 5000 oder 6000 €) und dem spezifischen Energieertrag pro Jahr (300, 400 oder 500 kWh pro m² Kollektorfläche und Jahr).

Tabelle 2: Rendite einer thermischen Solaranlage in Abhängigkeit vom spezifischen Jahresenergieertrag (kWh/m²a) und den Anschaffungskosten
kWh/m2a 300 400 500
4000 €

-2,3 %

-0,7 % 3 %
5000 € -4,8 % -1,9 % 0,4 %
6000 € -6,7 % -3,8 % -1,6 %


Tab. 3: Kapitalwert einer thermischen Solaranlage in Abhängigkeit vom spezifischen Jahresenergieertrag (kWh/m²a) und den Anschaffungskosten
kWh/m2a 300 400 500
4000 €

-1866 €

-1106 € -347 €
5000 € -3027 € - 2267 € -1508 €
6000 € -4187 € - 3428 € - 2669 €

Ergebnis

Wie die Wirtschaftlichkeitsrechnung zeigt, sind thermische Solaranlagen in der Regel immer noch nicht wirtschaftlich. Um bei mittleren Anschaffungskosten (5000 €) und einem mittleren spezifischen Solarertrag (400 kWh/m²a) die Wirtschaftlichkeit zu erreichen, müsste der Energiepreis jährlich um 7 % steigen. Zwischen 1999 und 2009 stiegen die Preise von Heizöl und Erdgas im Durchschnitt um 5 % pro Jahr. Dieser wurde in der Beispielrechnung gewählt.

Wegen der deutlichen Bevorzugung der Förderung von PV-Anlagen im Vergleich zu thermischen Anlagen besteht daher die Gefahr, dass auf die Installation einer thermischen Anlage ganz verzichtet wird, um möglichst viel Dachfläche für die lukrativere PV-Anlage zur Verfügung zu haben. Dabei ist der ökologische Nutzen einer Kollektoranlage pro investiertem Euro tendenziell höher zu bewerten als der einer PV-Anlage.

Beim Wirtschaftlichkeitsvergleich muss berücksichtigt werden, dass die externen Kosten des Energieverbrauchs (Umwelt- und Gesundheitsschäden infolge des Schadstoffausstoßes) nicht im Energiepreis für konventionelle Energien enthalten sind. Würden diese mit einbezogen, so sähe das Ergebnis für die regenerativen Energien generell günstiger aus.

Stand: Juli 2010