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Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen

Bau einer Solaranlage
Bau einer Solaranlage.
Foto: Gehrlicher Energiesysteme GmbH

Seit der Novellierung des Gesetzes zur Förderung Erneuerbarer Energien Anfang 2004 haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung von Solarstrom in Deutschland deutlich verbessert. Die Einspeisevergütung ist in den letzten 3 Jahren zwar um jeweils 5% gesenkt worden und beträgt für Anlagen unter 30 kWp, die noch 2007 in Betrieb gehen, 49,2 ct/kWh. Wie im Folgenden gezeigt wird, lassen sich damit aber - insbesondere bei Inanspruchnahme zinsgünstiger Kredite von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) - immer noch attraktive Renditen erzielen.

Die folgende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wird für eine "kleine" privat betriebene 5-kWp Anlage durchgeführt. Weil auch private PV-Anlagen grundsätzlich gewerblich genutzt werden, wird die Mehrwertsteuer rückerstattet. Dazu kann die Anlage über 20 Jahre steuerlich abgeschrieben werden. Die Erträge sind bei der Einkommensteuer als Einnahmen aus Gewerbebetrieb zu versteuern. Andererseits wirken sich die in den Anfangsjahren auftretenden Verluste steuermindernd aus. Für die folgende Rechnung wird ein über die gesamte Laufzeit von 20 Jahren konstanter Einkommenssteuersatz von 30 Prozent zu Grunde gelegt. Der Einfachheit halber wird der Restwert der Anlage nach 20 Betriebsjahren vernachlässigt; andererseits werden auch keine Kosten für Rückbau und Entsorgung der Anlage angesetzt.

Die Wirtschaftlichkeit hängt außerdem von den Darlehenskonditionen ab. Es wird angenommen, dass ein KfW-Darlehen ("Solarstrom erzeugen" 10/2/10) in Anspruch genommen wird mit einer 10-jährigen Laufzeit, von denen die ersten 2 Jahre tilgungsfrei sind. Der Zinssatz beträgt z.Zt. (Anfang März 2007) 4% p.a. bei 96% Auszahlung und 10 Jahren Zinsbindung.

Die Wirtschaftlichkeitsrechnung wurde mit dem Programm solarstrom.xls durchgeführt, das kostenlos von der Homepage des Umweltinstituts München heruntergeladen werden kann (http://www.umweltinstitut.org/download/solarstrom.xls). Es liefert als Ergebnis den sogenannten internen Zinsfuß, ein Maß für die Rendite einer Geldanlage. Die Länge des Betrachtungszeitraums sind 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme.

Tabelle 1 enthält die Eckdaten der betrachteten Anlage. Den Verlauf der Jahresergebnisse über die Laufzeit von 20 Jahren zeigt Abbildung 1. In den ersten beiden tilgungsfreien Jahren fallen positive Erträge an. In den darauf folgenden 8 Jahren, in denen das Darlehen zurückbezahlt wird, werden negative Ergebnisse erwirtschaftet. Danach sind die Jahresergebnisse wieder positiv.

PV-Leistung

5 kWp

Kosten der Anlage

22.500 Euro

Spezifischer Stromertrag

900 kWh pro kWpa

Leistungsminderung

0,3 % p.a.

laufende Kosten p.a. 1 % der Anlagenkosten
 

Tabelle 1: Eckdaten für die Wirtschaftlichkeitsrechnung



Wie sich die Ergebnisse ändern, wenn andere Annahmen zum spezifischen jährlichen Stromertrag (kWh/kWpa) und den spezifischen Kosten (€/kWp) der Anlage gemacht werden, zeigt Tabelle 2. Die Ergebnisse sind in Abbildung 2 graphisch dargestellt.

kWh/kWpa

€/kWp

800

900

1000

5000

0,2

3,0

6,0

4500

2,6

6,0

10,1

4000

6,0

10,8

18,6

 

Tabelle 2: Rendite einer PV-Anlage in Abhängigkeit vom spezifischen Ertrag und den spezifischen Kosten



Interessant ist auch der Kapitalwert der Anlage (Tabelle 3). Der Kapitalwert ist die Summe über die Barwerte aller Jahresergebnisse; er entspricht dem Gesamtgewinn aus der Investition in eine PV-Anlage. Als Abzinsfaktor wird ein Zinssatz von 4% gewählt.

kWh/kWpa

€/kWp

800

900

1000

5000

-3266

-858

1550

4500

-1013

1395

3804

4000

1240

3649

6057

 

Tabelle 3: Kapitalwert einer PV-Anlage in Abhängigkeit vom spezifischen Ertrag und den spezifischen Kosten



Für eine kleine PV-Anlage errechnet sich also bei einem mittleren deutschen Standort und mittleren Kosten der Anlage ein positiver Kapitalwert. Aus Abbildung 2 ist ersichtlich, dass bei spezifischen Kosten von 4000 €/kWp PV-Anlagen überall wirtschaftlich betrieben werden können, für 4500 €/kWp die Wirtschaftlichkeitsgrenze bei 850 kWh/kWpa und für 5000 €/kWp bei 950 kWh/kWpa liegt.

Abb.1: Jahresergebnisse einer PV-Anlage über einen 21-jährigen Betrachtungszeitraum.



Abb.2: Interner Zinsfuß in Abhängigkeit von den spezifischen Kosten und dem spezifischen Ertrag einer PV-Anlage. Die horizontale Linie bei einem internen Zinsfuß von 4% wird hier als Wirtschaftlichkeitsgrenze festgelegt.

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Stand: März 2007

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