Fragen & Antworten - Elektrosmog
Digitales Fernsehen, Funk-DSL (WiMAX)
Wie
ist die Strahlenbelastung durch das neue digitale Fernsehen
einzuschätzen?
Die überwiegende Mehrheit der Zuschauer nutzt heute
Satelliten- oder Kabelfernsehen über private Anbieter. Die
Rundfunk- und Fernsehanstalten möchten ihre eigenen
Sendeeinrichtungen nicht aufgeben sondern zukünftig "sinnvoll"
nutzen um hier nicht die Unabhängigkeit des eigenen
"Vertriebsnetzes" zu verlieren. Die bestehenden Rundfunk- und
Fernsehsender sollen mehr Programme in besserer Qualität
ausstrahlen können, damit Satelliten- und Kabelzuschauer
zurück gewonnen werden können. Auf einem
bisher analogen Fernsehkanal werden digital drei bis vier
Programme ausgestrahlt.
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| Der
Münchner Olympiaturm. Foto: Ulrich-Raithel |
Aufgrund technischer Finessen des "Gleichwellennetzes"
führen Reflexionen der Funkwellen z.B. an Hauswänden
oder Bergrücken bei DVB nicht wie beim analogen Fernsehen zu
Störungen ("Schatten", "Geisterbilder"). Vielmehr werden sie
zur Verbesserung der Empfangsqualität genutzt.
Die abgestrahlten Gesamtleistungen der großen Sendestandorte
sinken durch die DVB-Einführung etwas. Durch
Überlagerung der vielen Einzelträger entstehen
abhängig von der gesendeten Information vereinzelt
Spitzenwerte in der Feldstärke auf, die erheblich
höher liegen als bei einem analogen Fernsehsignal gleicher
Sendeleistung. Die biologische Wirkung eines solchen Signalverlaufs ist
bisher nicht einmal ansatzweise geklärt.
Abhängig vom Erfolg des digitalen Fernsehens ist mit einigen
zusätzlichen kleineren Füllsendern an neuen
Standorten zu rechnen.
Ganz im Gegensatz zur Einführung des Mobilfunks, der
flächig bei einem großen Anteil der
Bevölkerung zu einer zusätzlichen
Hochfrequenzbelastung neuer Qualität geführt hat,
wird bei DVB eher von punktuellen Verschlechterungen im Bereich der
neuen Füllsender bei annähernd gleichen Belastung im
Umfeld bestehender Fernsehsender auszugehen sein.
Was ist WiMAX?
WiMAX ist ein breitbandiger Internet-Zugang über Funk und wird
derzeit in Gebieten
aufgebaut, in denen DSL über das Telefon-Festnetz nicht zur
Verfügung steht. Der Signalverlauf (Modulation) ähnelt dem W-LAN.
Durch die im Vergleich zu Mobilfunk deutlich geringeren Pegel wird oft
eine Dachantenne benötigt, die Hausverteilung erfolgt über
WLAN (was dann die Hauptstrahlenquelle ist) oder besser Kabel.
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| WiMAX-Antenne am Balkon montiert. Foto: wimaxxed.at |
Verursacht ein WiMAX-Standort die gleiche
Strahlenbelastung wie Mobilfunk?
Bisher meist nein. Bei WiMAX ist der Sichtkontakt zwischen Sender und
Empfänger
aufgrund der höheren Frequenz und der geringeren
Sendeleistungen wesentlich
wichtiger als beim Mobilfunk. In Einzelfällen können
bei ungünstiger Montage
von Antennen allerdings kräftigere Befeldungen auftreten.
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| Rundstrahl-Antenne, wie sie in ca. 30 bis 80 cm Länge auch für WiMAX verwendet wird. Foto: Ulrich-Raithel |
Kann die Sendeleistung eines
Standorts nachträglich erhöht werden?
Ja. Bei der Lizenzvergabe durch die Bundesnetzagentur wurde
die
Sendeleistung im Gegensatz z.B. zum 2,4-GHz-ISM-Band nicht
beschränkt. Dies gibt
großzügige Spielräume für neue
Ausbauplanungen mit erhöhten Versorgungspegeln
(z.B. portable Indoor). Ähnlich dem Mobilfunk gilt:
Hält eine Anlage den
gesetzlichen Grenzwert ein, kann sie betrieben werden.
Ist der Einsatz von WiMAX
vertretbar?
Das Umweltinstitut München empfiehlt allgemein,
keine unnötigen
Hochfrequenzanwendungen einzusetzen. In Gebieten, die über
einen
kabelgebundenen Breitbandzugang verfügen (DSL über
das Telefonnetz,
Kabelfernsehen) ist WiMAX unnötig. DSL-lose Orte sollten erst
mit der
Telefongesellschaft verhandeln. Wenn sich kein Erfolg einstellt,
empfiehlt es
sich, fachliche Beratung hinzuzuziehen, um die
geringstmögliche Belastung für
die betroffenen Anwohner zu erreichen. Durch vertragliche Regelungen
sollte
festgelegt werden, wer bei Änderungen an der Anlage (z.B.
Erhöhung der
Sendeleistung) zustimmen muss.
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