Umweltinstitut München e.V.
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Fragen & Antworten - Elektrosmog

Hochfrequent ohne Mobilfunk (z.B. Schnurlostelefon, W-LAN, Digitales Fernsehen)


Klassisches Telefon mit Schnur

Welches Telefon ist besser - mit oder ohne Schnur?
Mit Schnur. Schnurlose Telefone benutzen zur Übertragung des Gesprächs ein Hochfrequenz-Signal.

Hörprobe DECT

Modulation des DECT-Bereitschaftssignals hörbar gemacht.

Basisstationen nach dem digitalen DECT-Standard senden 24 Stunden am Tag, auch wenn nicht telefoniert wird. Bei DECT-Anlagen wird die dem GSM-Mobilfunk ähnliche Signalform (gepulst) kritisiert, die Leistung im Puls beträgt 250 mW. Pro Sekunde werden 100 kurze Funkblitze gesendet. Mit einem Meßgerät kann man die Modulation des Bereitschaftssignals hörbar machen. In Zimmern mit DECT-Basisstationen ist das DECT-Hochfrequenzsignal fast immer stärker als das Signal nahe gelegener Antennen der Mobilfunkbetreiber.

Kann es helfen, wenn ich meine Schnurlos-Basisstation in Alufolie einwickle?
Davon halten wir wenig. Funktionalität und Sicherheit sind eingeschränkt. Die Hochfrequenzstrahlung wird schließlich zur Kommunikation benötigt.
Wenn Sie unbedingt ein Schnurlostelefon benötigen, können Sie auf ein strahlungsreduziertes Gerät auszuweichen, siehe unten.

Gibt es Schnurlostelefone, die weniger stark strahlen?
Wenn nicht unbedingt nötig, sollte man vom Neukauf eines Schnurlostelefons absehen. Wer die Anschaffung für erforderlich hält, sollte eines der modifizierten DECT-Telefone (siehe unten) wählen. Hier wird man nur während des Telefonats belastet, da die Funksender in Station und Hörer nach dem Telefonat abschalten. Während dem Telefonat ist die Sendeleistung des Mobilteils aber ähnlich stark wie beim Handy, was dazu führt, dass die Strahlenbelastung in den Räumen, in denen das Mobilteil bzw. die Basisstation betrieben werden, meist stärker ist als die von Mobilfunk-Anlagen verursachte Strahlenbelastung.

Welche modifizierten DECT-Schnurlostelefone sind strahlenarm? und inwiefern?
Inzwischen sind modifizierte DECT-Schnurlostelefone erhältlich, bei denen die Basisstation abschaltet, kurz nachdem der Hörer in die Ladeschale gelegt wird. Das Bundesamt für Strahlenschutz fordert die Industrie seit Juni 2005 mit beschränktem Erfolg dazu auf, schnurlose DECT-Telefone mit bedarfsgerechter Leistungsregelung und Strahlungsfreiheit im Stand-By-Betrieb zu entwickeln. Die namhaften europäischen Hersteller haben sich lange gegen die Einführung entsprechender Geräte gewehrt und dem chinesischen Hersteller Orchid bei der Einführung den Vortritt gelassen. Derzeit liefert Orchid die Geräte LR 309 plus / LR 329 plus TAM (mit eingeb. Anrufbeantworter), welche im Stand-By-Betrieb weitgehend strahlungsfrei sind. Achtung: dies gilt nur bei Verwendung mit einem Mobilteil, wenn es in die Ladeschale gelegt ist! Auch verfügen die Geräte über eine (mit zwei Stufen leider nur sehr einfache) Regelung der Sendeleistung. Vergleichbar sind die seit Anfang 2007 inzwischen ebenfalls erhältlichen Geräte:

Strahlenreduzierte DECT-Telefone (Eco-Mode)

AEG Fame 400/405

DSC-Zettler 1100+/1100 AB+
Orchid LR 309 plus/329 plus TAM Siemens Gigaset E 360/365

Andere, auch als strahlungsarm ausgelobte Geräte verfügen nicht unbedingt über eine Leistungsregelung des Mobilteils. Geräte mit Eco-Mode werden im gut sortierten Elektronik-Fachhandel (z.B. Saturn, Conrad Electronic) und von einigen weiteren Händlern angeboten:

ESnord ® Technologies
A. H. Communication
Informationen vom Berufsverband der Baubiologen zu modifizierten DECT-Telefonen
Informationen, Forderungen und Empfehlungen des Bundesamts für Strahlenschutz zu DECT und zu strahlungsarmen DECT-Telefonen
Wir freuen uns, wenn weitere Hersteller bzw. Händler modifizierte DECT-Telefone anbieten. Die Modifikation muss im Gerät unveränderbar eingestellt bzw. für den Nutzer offensichtlich erkennbar sein. Nach entsprechendem Hinweis und Prüfung nehmen wir entsprechende Produkte und Bezugsquellen gerne auf!

Wie lange dürfen analoge CT1+ Schnurlostelefone noch verwendet werden?
Bis 31.12.2008. Bereits jetzt werden CT1+ Frequenzen zunehmend von digitalen Funkdiensten genutzt, was die Funktion der Schnurlostelefone lokal deutlich beeinträchtigen kann.

Wlan-Hotspot
Auch in der Gaststätte ständig am Netz: Hinweisschild für W-Lan-Hotspot. Foto: Ulrich-Raithel

Welche Strahlenbelastung wird durch Wireless Lan (WLAN) verursacht?
Die Kommunikation bei WLAN vor allem für mobile Internet-Zugänge läuft über gepulste Funkwellen (Funkblitze). Die Strahlenbelastung (Anzahl der gesendeten Pulse) hängt vom Datendurchsatz ab. Bei Nutzung werden ähnliche Größenordnungen wie bei DECT erreicht. Die Pulsleistung beträgt häufig 30 bis 100 mW, der zeitlich gemittelte Wert beträgt einige mW.

Hörprobe WLAN

WLAN-Signal hörbar gemacht.

Macht man das W-LAN-Signal durch ein Messgerät hörbar, nimmt man zunächst ein Tacken, das Bereitschaftssignal, dann beim Anklicken eines Links ein plötzliches Prasseln war. Sind die angefragten Daten dann übertragen, geht die Anzahl der gesendeten Funkblitze zurück und es ist wieder das tackende Bereitschaftssignal zu hören.
In Ruhestellung sendet die W-Lan-Basisstation das Bereitschaftssignal (10 kurze Funkblitze pro Sekunde).
Über die biologische Wirkung dieser unregelmäßig gepulsten Signale gibt es nahezu keine Studien.
Wird in einem Raum eine WLAN-Übertragung genutzt, übersteigt die dadurch verursachte Feldstärke in diesem Raum meist die Feldstärke nahe gelegener Mobilfunk-Basisstationen.
Das Umweltinstitut München e.V. empfiehlt im Sinne der Vorsorge das Minimierungsprinzip, dh. unnötige Strahlenbelastung bei allen Funkanwendungen zu vermeiden.
Im Normalfall kann auf schnurgebundene Netzwerksysteme zurückgegriffen werden.

Wird WLAN noch empfohlen?
Nein.
Der Bayerische Landtag und die Bundesregierung raten zur Vorsicht.
Weitere Infos

Wodurch kann ich die Strahlenbelastung bei WLAN zumindest ein wenig reduzieren?
Indem Sie den Acces-Point bei Nichtnutzung des zugehörigen Rechners ausschalten. Der

Access-Point sollte an einem möglichst wenig genutzten Platz, z.B. in einem Nebenraum stehen. Bei manchen Geräten kann man die Sendeleistung einstellen und damit reduzieren. Grundsätzlich ist es am besten, die nötigen Investitionen für eine schnurgebundene Netzwerkverbindung zu tätigen.

Welche Alternative gibt es zu WLAN, wenn keine klassische Netzwerkverkabelung vorhanden ist?
dLAN über das hausinterne Stromnetz. Da bei dLAN das Nutzsignal durch die Stromverkabelung übertragen wird, ist die Strahlungsintensität wesentlich geringer als das WLAN-Funksignal.
Das Hauptproblem des nicht abgeschirmten dLAN-Netzes ist die Störung im Kurzwellenbereich (Amateurfunk, Kurzwellenrundfunk), da hier mit sehr schwachen Empfangssignalen gearbeitet wird.
Abgeschirmte, dh "klassische" Netzwerkverkabelungen verursachen eindeutig die geringste Strahlenbelastung. Lässt sich dies nicht bewerkstelligen, sollte die dLan-Verbindung außerhalb der Nutzungszeiten außer Betrieb gesetzt sein.

Wie ist die Strahlenbelastung durch das neue digitale Fernsehen einzuschätzen?
Die überwiegende Mehrheit der Zuschauer nutzt heute Satelliten- oder Kabelfernsehen über private Anbieter. Die Rundfunk- und Fernsehanstalten möchten ihre eigenen Sendeeinrichtungen nicht aufgeben sondern zukünftig "sinnvoll" nutzen um hier nicht die Unabhängigkeit des eigenen "Vertriebsnetzes" zu verlieren. Die bestehenden Rundfunk- und Fernsehsender sollen mehr Programme in besserer Qualität ausstrahlen können, damit Satelliten- und Kabelzuschauer zurück gewonnen werden können. Daher soll das digitale Fernsehen (DVB-T) eingeführt werden. Auf einem bisherigen Fernsehkanal lassen sich zukünftig drei bis vier Programme ausstrahlen.

Der Münchner Olympiaturm. Foto: Ulrich-Raithel

Aufgrund technischer Finessen des "Gleichwellennetzes" führen Reflexionen der Funkwellen z.B. an Hauswänden oder Bergrücken bei DVB nicht wie beim analogen Fernsehen zu Störungen ("Schatten", "Geisterbilder"). Vielmehr werden sie zur Verbesserung der Empfangsqualität genutzt.
Die abgestrahlten Gesamtleistungen der großen Sendestandorte sinken durch die DVB-Einführung etwas. Durch Überlagerung der vielen Einzelträger entstehen abhängig von der gesendeten Information vereinzelt Spitzenwerte in der Feldstärke auf, die erheblich höher liegen als bei einem analogen Fernsehsignal gleicher Sendeleistung. Die biologische Wirkung eines solchen Signalverlaufs ist bisher nicht einmal ansatzweise geklärt.
Abhängig vom Erfolg des digitalen Fernsehens ist mit einigen zusätzlichen kleineren Füllsendern an neuen Standorten zu rechnen.
Ganz im Gegensatz zur Einführung des Mobilfunks, der flächig bei einem großen Anteil der Bevölkerung zu einer zusätzlichen Hochfrequenzbelastung neuer Qualität geführt hat, wird bei DVB eher von punktuellen Verschlechterungen im Bereich der neuen Füllsender bei einer mäßigen Entlastung im Umfeld bestehender Fernsehsender auszugehen sein.

Was ist von Funkanwendungen allgemein zu halten (zB. Bluetooth)?
Auch Funkanwendungen mit niedrigen Sendeleistungen verursachen zusätzliche Felder, die im Nahbereich auf uns einwirken. Anwendungen für kurzzeitige, bewusst veranlasste Datenübertragungen (z.B. Termine vom PDA zum Computer) können akzeptabel sein, länger andauernde Befeldungen (z.B. bei Funk-Tastaturen) sollten besser über den klassischen Anschluss via Kabel vermieden werden.

Verursacht das Navigationsgerät eine Strahlenbelastung?
Das "Navi" empfängt schwache Satellitensignale und wertet diese über einen integrierten Kleincomputer aus. Da kein Sender eingebaut ist, ist die Strahlenbelastung dieses Geräts ähnlich gering wie die anderer Klein-Elektrogeräte ohne eigenen Sender.
Für Kombigeräte mit aktiver Funkanwendung (z.B. WLAN, Bluetooth, Mobilfunk) gelten demgegenüber die Empfehlungen für die Geräte mit Funkanwendung.


Satellitenschüssel

Ist die Satelliten-"Schüssel" auf dem Haus des Nachbarn gefährlich?
Nein. Die Satelliten-Fernsehantenne ist nur zum Empfang des ohnehin vorhandenen, schwachen Fernsehsignals bestimmt. Die Antenne ist zum Weltraum hin gerichtet und sendet überdies kein eigenes Signal.

Was ist bei schnurlosen Tastaturen oder Computermäusen zu beachten?
In den meisten Fällen handelt es sich um ein weniger wesentliches Komfortmerkmal. Allgemein empfehlen wir, unnötige Funkanwendungen zu vermeiden, auch wenn es sich hier um schwächere Signale handelt. Bemühungen, die Strahlenbelastung durch strahlenarme Monitore und Spezialkabel zu reduzieren, werden mit Einsatz von Funkmäusen und -Tastaturen teilweise konterkariert.

Kann Elektrosmog von der ISDN-Anlage ausgehen?
Bestimmend ist, ob in der ISDN-Anlage ein Schnurlostelefon eingesetzt wird. Basisstationen von Schnurlostelefonen nach dem DECT-Standard senden 24 Stunden am Tag ein gepulstes Hochfrequenzsignal, welches dem e-Netz des Mobilfunks ähnelt.

Was ist bei Babyphonen zu beachten?
Babyphone sind bei Gebrauch mit elektromagnetischen Feldern umgeben, wie andere Haushaltsgeräte auch.
Die Übertragung von Geräuschen erfolgt oft über Funkwellen, die bei den meisten Geräten nicht kontinuierlich, sondern nur ab einer einstellbaren Lautstärkeschwelle gesendet werden. Es ist vom Kopf ein Abstand von mindestens 1, besser 2 m einzuhalten. Bitte prüfen Sie die einwandfreie Funktion bei dem gewählten Abstand. Da Kleinkinder zur empfindlichen Personengruppe gehören, sollte ein Babyphon generell möglichst selten verwendet werden. Besser als Geräte nach dem PMR-Standard (500 mW Sendeleistung) sind Geräte dem LPD-Standard, sie senden mit 10 mW und haben etwa die Reichweite eines Schnurlostelefons. Manche LPD-Funkgeräte mit Sprachsteuerung (VOX) können als Babyphon verwendet werden.
Keinesfalls zu empfehlen sind die vereinzelt im Handel befindlichen Babyphone nach dem DECT-Standard, hier sendet die Station 24 Stunden am Tag mit 250 mW Pulsleistung.

Meine Kinder wünschen sich sehnlichst Handfunkgeräte. Was ist zu beachten?
Verbreitet und preisgünstig sind Funkgeräte (Walkie-Talkies) nach dem PMR-Standard. Deren Sendeleistung ist mit 500 mW vergleichbar mit der eines Handys, damit sind diese Geräte nicht zu empfehlen.
Als Alternative sind im Fachhandel Geräte nach dem LPD-Standard (10 mW Sendeleistung) erhältlich. Die Reichweite erlaubt mit ca. 300 bis 1.000 m Kommunikation eindeutig über die Rufweite hinaus.
Manche LPD-Funkgeräte mit Freisprecheinrichtung (VOX) können zudem als Babyphon verwendet werden.

Ist der Einsatz von batteriebetriebenen Funkweckern problematisch?
Funkuhren empfangen das Signal des deutschen Senders DCF77 (Mainflingen bei Frankfurt mit 50 kW Sendeleistung) oder TDF (Allouis, südlich von Paris mit 2000 kW). Das Langwellensignal aus Mainflingen hat eine Reichweite von ca. 2.000 km, das aus Allouis ca. 3.500 km.
In Funkweckern ist zur Einsparung des Strombedarfs normalerweise ein Geradeausempfänger ohne Schwingkreise eingebaut, dies ermöglicht eine mehrjährige Batterie-Lebensdauer. Diese Geradeausempfänger senden kein eigenes Signal und sind bei Batteriebetrieb unproblematisch.
Im Gegensatz dazu ist die Belastung durch ein netzbetriebenes Uhrenradio auf dem Nachtschränkchen wesentlich höher, weil der dort eingebaute Billig-Trafo aufgrund der Verluste ein starkes Streufeld hat. Auch geben die eingesetzten Schwingkreise im Betrieb eine schwächere Hochfrequenz-Strahlung an die Umgebung ab, die einige zig Meter weit reicht.

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