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Fragen & Antworten - Energiesparen im Altbau

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Infobroschüre zum Energiepass für Mieter, Vermieter und Käufer. Erstellt von der Deutschen Energie-Agentur (dena)

Ich ziehe demnächst in einen Altbau um und möchte wissen, wieviel Geld ich unnötig aus dem Schornstein verheize.
Ab 2006 ist der "Energiepass" EU-weit für Neuvermietungen und Wohnungsverkäufe vorgeschrieben. Ähnlich wie die Energieverbrauchsklassen bei neuen Haushaltsgeräten macht der Energiepass den Energiebedarf eines Gebäudes mit einfachen Mitteln transparent. Der Energiepass macht den Energieverbrauch somit zu einem weiteren Entscheidungskriterium bei der Wohnungssuche und erhöht den Anreiz zu Modernisierungsmaßnahmen. Weitere Infos in einer Broschüre der Deutschen Energie-Agentur, die Sie rechts herunterladen können.

Ich möchte mit meinem Altbau Energie sparen. Womit soll ich beginnen?

  1. Die Raumheizung verbraucht etwa 80% der gesamten im Haus eingesetzten Energie. Ein großer Teil der Wärme geht durch unkontrollierten Luftaustausch verloren, also durch undichte Fenster oder falsches Lüften. Gerade an kalten Wintertagen genügen wenige Minuten für einen kompletten Luftwechsel. Es sollte nicht so lang gelüftet werden, dass die Wände innenseitig auskühlen; auf keinen Fall sollten in der kalten Jahreszeit Fenster über längere Zeit gekippt bleiben. Fehlen an den Fenstern umlaufende Dichtungen, so sollten diese nachträglich angebracht werden. Wirkungsvoller und haltbarer als die bekannten selbstklebenden Schaumstoffstreifen sind Gummi-Lippendichtungen, die in eingefräste Nuten in den Fensterrahmen eingesetzt werden. Nach dem Abdichten der Fenster ist verstärkt Augenmerk auf ausreichendes Lüften zu legen, vor allem wenn die Außenwände nicht wärmegedämmt sind. Auf gehobenem Niveau des Energiesparens - Stichwort Niedrigenergiehaus - ist eine automatische Abluftanlage unumgänglich. Bei aktiven Anlagen mit Wärmerückgewinnung ist darauf zu achten, dass der Ventilator nicht mehr (Primär-) Energie verbraucht als durch die Wärmerückgewinnung zu erhalten ist.

  2. Heizen Sie gezielt. Über die Thermostatventile der Heizkörper und andere Regelvorrichtungen lassen sich die Räume des Hauses zweckmäßig temperieren. In Schlafzimmern oder Wirtschaftsräumen ist eine konstante Raumtemperatur von 20°C unnötig. Ein Grad Celsius Raumtemperatur weniger spart etwa sechs Prozent Heizenergie.

  3. Bei zentraler Wärmeerzeugung ist zu fragen: Sind Rohrleitungen der Heizwasserverteilung und Warmwasserleitungen verbesserungsbedürftig? Häufig wurden Anschlüsse, Armaturen und ganze Rohrleitungsabschnitte im unbeheizten Keller überhaupt nicht oder mangelhaft gedämmt. Hier sind durch Anbringen von Dämmhauben und Rohrschalen manchmal mehr als 20 Liter Heizöl im Jahr einzusparen.

  4. Was von handwerklich begabten Hausbesitzern auch noch in Eigenregie durchgeführt werden kann, ist beispielsweise die Wärmedämmung von Kellerdecken, Trennwänden und auch Speicherböden durch Anbringen von Wärmedämmplatten. Komplizierter wird der Ausbau von Dachschrägen in Dachgeschossen. Beim ausgebauten Dachgeschoss ist vor allem die Luftdichtigkeit sicherzustellen. Dachkonstruktion und Dämmmaterial sind mittels einer Spezialfolie vor der Raumluftfeuchtigkeit zu schützen.

  5. Für die Wärmedämmung der Außenwände sollte man eine Fachfirma heranziehen. Unter den Maßnahmen zum Einsparen von Heizenergie steht in punkto Effizienz die Wärmedämmung von normalen Außenmauern mit einem Einsparpotenzial von bis zu 40% unbestreitbar an erster Stelle. Rentabilität der Maßnahme ist gegeben, wenn die Dämmschicht im Rahmen einer fälligen Fassadenrenovierung angebracht wird. In diesem Fall sollte eine Außenwanddämmung selbstverständlich sein, da sie sich über die Heizkosteneinsparung in kurzer Zeit selbst finanziert.

  6. Weitere Infos zum Energiesparen durch Altbausanierung finden Sie in dieser auch für Laien gut lesbaren Broschüre der Deutschen Energie-Agentur.

    Aber auch der Ersatz alter Isolierscheiben durch Wärmeschutzgläser kann mehr als 10% der Brennstoffkosten sparen. Einbau neuer Fenster ist natürlich kostspielig und lässt sich über niedrigere Heizkosten nicht wieder hereinholen. Häufig wird vor Bewilligung öffentlicher Fördermittel zur Wärmedämmung auch ein Mindeststandard der Fenster gefordert. Diese verbreitete Regelung ist schwer verständlich und hält manchen davon ab, eine Außenwanddämmung anzubringen. Die seit Februar 2002 gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) verlangt für neu eingebaute Fenster einen U-Wert von 1,7 W/m²K, der von heute am Markt üblichen Standardsystemen ohne weiteres erreicht wird. U-Werte von Passivhaus-Fenstern liegen bei 0,8 W/m²K.

  7. Erst nach Sicherstellung des Wärmeschutzes folgt die Überlegung, das Heizungssystem zu optimieren. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern kann man sich dann meist mit kleinen und technisch weniger aufwändigen Heizkesseln oder Thermen begnügen. Das umgekehrte Vorgehen - Heizungserneuerung ohne Dämmmaßnahmen - ist nur angezeigt, wenn die Heizung ausfällt oder wenn neue Vorschriften sich mit der Altanlage nicht mehr einhalten lassen und über die anfallenden Kosten hinaus keine zusätzlichen Mittel für Wärmedämmung zur Verfügung stehen.
    Alte Heizanlagen verlieren bis zu 30% der eingesetzten Energie ungenutzt an die Umgebung. Seit Anfang 2002 fordert die Energieeinsparverordnung den Austausch von Altkesseln, die vor Oktober 1978 in Betrieb genommen wurden. Ausgenommen sind Niedertemperaturkessel. Natürlich sollte bei einer Neuanschaffung der aktuelle Stand der Technik Anwendung finden: Brennwertkessel, vor allem Gas-Brennwertkessel, nutzen den Brennstoff optimal. Brennstoffeinsparungen von über 20% - verglichen mit dem alten Normalkessel - sind damit möglich.

  8. Thermische Solaranlagen sind in der Lage, bis zu 60% des jährlichen Warmwasserbedarfs zu decken. Der Anteil der Brauchwassererwärmung am gesamten Energieeinsatz beträgt bei einem ungedämmten Altbau nur etwa 10%. Besitzt das Haus einen vollständigen Wärmeschutz, beträgt dieser Anteil 20 bis 25 %. Damit liefert die solare Wassererwärmung einen maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz. Erfolgte die Warmwassererzeugung bisher elektrisch, so ist die thermische Solaranlage als besonders umweltfreundlich einzustufen, da mit einer Kilowattstunde Strom die dreifache Menge Primärenergie eingespart wird. Solaranlagen werden von Bund und Gemeinden gefördert.

Weitere Informationen zum Energiesparen und Förderprogrammen bietet die Stadt München im Bauzentrum an, z.B. über Sonderausstellungen, Beratung, Vorträge für Endverbraucher sowie Seminare für Fachleute. Auch im Internet hält das Bauzentrum umfangreiche Informationen bereit.

Was ist die Energiesparberatung vor Ort?
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bezuschusst eine ingenieursmäßige "Vor-Ort-Beratung" zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden. Die Beratung erfolgt mit dem Ziel, den Energieverbrauch im Wohnraumbestand zu senken, der zum größten Teil auf Beheizung zurückzuführen ist. Vorhandene Bausubstanz und bestehende Wärmeerzeuger werden inspiziert und beurteilt. Auf dieser Basis erfolgt das Erarbeiten einer Liste von sinnvollen Sanierungsmaßnahmen mit dem Aufzeigen des verringerten Brennstoffverbrauchs. In extremen Fällen sind Einsparungen bis zu 70% möglich. Die Beratung erleichtert die Festlegung von Prioritäten bei der Planung und verhindert kostspielige Fehler durch falsche Reihenfolge. Bewilligung kommunaler Zuschüsse zu energiesparenden Sanierungsmaßnahmen, wie beispielsweise Heizungs- oder Fenstererneuerung, haben häufig eine Energiesparberatung zur Voraussetzung.

Wo finde ich einen Energieberater für die "Vor-Ort-Beratung"?
Informationen zur Energiesparberatung vor Ort und Listen von Energiesparberatern im ganzen Bundesgebiet finden sie u.a. auf der Webseite des Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V.

Wo bekomme ich Informationen zur Förderung von Energiesparmaßnahmen?
Stets aktuell informiert die Online-Datenbank www.energiefoerderung.info

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