Die "gute alte" Glühbirne wird Schritt für Schritt abgeschafft,
nach und nach wird sie ganz aus den Regalen verschwinden. Ersetzt wird sie durch
neue effizientere Lampen. Für Verbraucher ist damit die Auswahl von Lampen
schwieriger geworden, denn das Ersatzangebot an Leuchtmitteln ist nicht nur
gewachsen, es hat sich auch stark verändert. Aus Watt ist plötzlich
Lumen geworden. Mit oder ohne Hüllkolben, Kaltstarttechnik oder nicht,
Spirale oder Stabform und was ist die richtige Lichtfarbe, das alles muss gut
überlegt sein. Für jeden Anwendungsbereich, wie Arbeits-, Hintergrund-
und Akzentbeleuchtung, werden verschiedene Leuchtmittel mit unterschiedlicher
Intensität und Farbtemperatur benötigt. Damit Verbraucher Lampen je
nach Verwendungszweck auswählen können, unterliegen diese seit September
2010 einer neuen Kennzeichnungspflicht. Auf den Verpackungen müssen alle
relevanten Daten angegeben werden, wie Watt, Helligkeit, Lebensdauer und vieles
mehr.
Was wird mit dem Glühbirnenverbot bezweckt?
Die Europäische Union will den Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent
senken. Dazu haben das Europäische Parlament und der Ministerrat 2005 die
EU-Richtlinie für energiebetriebene Produkte, die so genannte Ökodesign-Richtlinie
verabschiedet. Die Vorgaben der Richtlinie werden schrittweise durch EU-Verordnungen
konkretisiert, die nach Verabschiedung direkt in allen Mitgliedstaaten der EU
gelten. Strengere Effizienzkriterien wurden so für Fernseher, Gefriertruhen,
Kühlschränke, Waschmaschinen, externe Netzgeräte für Mobiltelefone
oder Computer, Leuchtkörper auf der Straße, im Büro oder im
Wohnzimmer, Warmwasserpumpen oder Elektromotoren beschlossen.
Am bekanntesten ist das Verbot der Glühbirne, mit dem EU-weit 15 Mio. Tonnen
CO2 und 5 bis 10 Mrd. Euro an Kosten eingespart werden sollen. Die Beleuchtung
ist zwar nur für etwa 10 Prozent des Stromverbrauchs in Haushalten verantwortlich.
Durch den Einsatz effizienter Lampen kann dieser aber leicht halbiert werden.
Worin unterscheiden sich die verschiedenen Leuchtmittel?
Herkömmliche Glühlampen: In diesen wird ein Wolframdraht erhitzt.
Lediglich 5 % der elektrischen Energie wird in Licht umgewandelt. Der Rest
geht in Form von Wärme verloren. Die mittlere Lebensdauer liegt bei ca.
1000 Stunden.
Halogenlampen: Durch Zugabe von Halogen haben Halogen-Glühlampen Vorteile
gegenüber normalen Glühlampen. Die Lichtausbeute ist um 20 bis 30
Prozent besser aber immer noch dreimal schlechter im Vergleich zur Energiesparlampe.
Die Lebensdauer beträgt bis zu 5000 Betriebsstunden.
IRC Lampen: Dies sind Niedervolt-Halogenlampen mit Infrarotbeschichtung
(IRC, infrared coated). Eine Lampe dieser Technologie verbraucht ca. ein
Drittel weniger Energie und hat eine längere Lebensdauer als eine normale
Halogenlampe. IRC Lampen erfordern eine für Stiftsockellampen geeignete
Fassung oder einen entsprechenden Adapter für die Schraubfassung.
Energiesparlampen: Im Prinzip sind das kleine gebogene Leuchtstoffröhren,
sie heißen Kompakt-Leuchtstofflampen oder auch Gasentladungslampen.
Mit etwa einem Fünftel des Stroms erzeugen sie die gleiche Helligkeit
wie eine Glühlampe. Das bedeutet mehr Licht bei weniger Wärmeverlust.
Sie verfügen über eine 5 bis 15-fach höhere Lebensdauer als
Glühlampen und rechnen sich trotz höherer Investitionskosten.
Ihr Einsatz ist nicht unumstritten, denn sie kommen nicht ohne das hochgiftige
Quecksilber aus.
Leuchtdiode (LED, light emitting diode): Eine Leuchtdiode ist ein elektronisches
Halbleiter-Bauelement. LEDs sind klein, robust, schaltfest und dimmbar.
Sie verfügen über eine deutlich höhere Lichtausbeute als
Glühlampen und besonders effiziente LEDs erreichen bereits die Lichtausbeute
von Energiesparlampen. Sie verfügen über eine äußerst
hohe Lebensdauer von bis zu 100.000 Stunden. Für den Einsatz in der
Allgemeinbeleuchtung sind sie noch zu leistungsschwach. Das Angebot an Lichtfarben
ist zudem begrenzt. Sie befinden sich in ständiger Weiterentwicklung
und dürften künftig in der Beleuchtung eine große Rolle
spielen.
OLED: Eine Weiterentwicklung der LED ist die organische Leuchtdiode OLED,
eine dünne Folie, die mit weichem Licht strahlen kann. Die leuchtenden
Anteile von OLEDs basieren auf Kohlenstoffmolekülen. Lichttechnik mit
leuchtenden Wandtapeten ist allerdings noch Zukunftsmusik.
Für welche Lampen gilt das Verbot?
Das Verbot der klassischen Glühlampen erfolgt schrittweise. Der Handel
darf seine restlichen Lagerbestände aufbrauchen. Ebenso dürfen Glühlampen
bei Ihnen zu Hause weiter leuchten. Die Lampenhersteller liefern jedoch keinen
Nachschub mehr.
Seit September 2009 gilt das Verbot für Glühlampen mit mattem Glas.
Klare Glühlampen werden stufenweise, entsprechend ihrer Wattzahl abgeschafft:
Ebenfalls 2009 wurden Glühlampen mit 100 Watt und mehr Leistung und 2010
solche ab 75 Watt verboten. 2011 trifft es Lampen ab 60 Watt und schließlich
ab September 2012 auch jene unter 60 Watt Leistung. Um die Erfahrungen auszuwerten
und neue technische Entwicklungstrends zu berücksichtigen, steht die Regelung
dann 2014 auf dem Prüfstand.
Die EU nimmt auch andere ineffiziente Lampen vom Markt. Herkömmliche, matte
Halogenlampen dürfen ebenfalls seit September 2009 von der Industrie nicht
mehr hergestellt werden, wenn sie schlechter sind als Energieeffizienzklasse
C.
Klare Halogenlampen werden wie die Glühlampen schrittweise, entsprechend
ihrer Wattzahl und ihrer Energieeffizienz zwischen 2009 und 2012 vom Markt genommen.
Ab 2016 sollen alle Lampen im Handel mindestens Energieeffizienzklasse B aufweisen.
Die definierten Effizienzanforderungen treffen auch ineffiziente Energiesparlampen
und ineffiziente LEDs. Damit ist die Zeit für Sparlampen geringer Qualität
ebenfalls abgelaufen. Speziallampen, wie die Glühlampen für Backofen,
Kühlschrank oder Nähmaschine wird es uneingeschränkt weiterhin
geben.
Was bedeuten eigentlich die Energieeffizienzklassen?
Wie viele andere Elektrogeräte werden Lampen in die Energieeffizienzklassen
A bis G eingeteilt. Die Einstufung basiert auf der so genannten Lichtausbeute.
Diese beschreibt, wie viel Lichtstrom (Helligkeit) aus der aufgenommenen elektrischen
Energie (Strom) erzeugt wird. Um die gleiche Menge Lichtstrom (Helligkeit) abzugeben,
braucht eine Lampe der Energieeffizienzklasse A deutlich weniger Energie (Strom)
als eine der Klasse B usw.
Übrigens: Seit September 2010 darf nur für
Lampen der Effizienzklasse A der Begriff "Energiesparlampe" verwendet
werden.
Warum Lumen statt Watt?
Die elektrische Leistungsaufnahme (Watt) galt in der Vergangenheit ersatzweise
als Maß für die Helligkeit. Da die Helligkeit von Glühbirnen
proportional zur Leistungsaufnahme zunimmt, war dies auch sinnvoll, solange
es nur Glühbirnen gab und die Vergleichbarkeit mit anderen effizienteren
Lampen keine Rolle spielte. Die genaue Vergleichsgröße ist nun der
Lichtstrom in Lumen (lm), ein Maß dafür, wie viel sichtbare Strahlung
eine Lampe abgibt.
Die folgende Tabelle verdeutlicht dies an einem Beispiel
und vergleicht verschiedene Lampen gleicher Lichtstärke, allerdings je
nach Effizienz mit unterschiedlicher Leistungsaufnahme.
Lampentyp
Lichtstrom in Lumen (lm)
Leistungsaufnahme in Watt (W)
Lichtausbeute in Lumen pro Watt
Einsparpotenzial gegenüber einer Glühlampe
Glühlampe
710
60
12
-
Halogenlampe
710
43
17
29%
Energiesparlampe
710
12-15
47-66
75%-80%
LED-Lampe
710
10-13
53-73
78%-83%
Es ist also besser, sich am Lumenwert zu orientieren. Das Lumen muss zusammen
mit anderen Angaben auf der Packung stehen. Verbrauchern, für die der Lumenwert
noch ungewohnt ist, wird geraten, sich an der Watt-Angabe ihrer bisherigen Glühbirnen
zu orientieren und die auf der Packung angegebenen entsprechenden Watt bei Energiesparlampen
zu wählen.
Warum leuchten Energiesparlampen nicht so hell wie Glühlampen? Auf den Umrechnungstabellen stimmten Watt und Lumen nicht immer exakt überein,
da ihnen Messungen von 1980 zugrunde liegen, als viele Lampen noch 10 Prozent
weniger Leuchtkraft hatten. Sie dienten nur als Orientierung. Mittlerweile (seit
Sept. 2010) werden neu errechnete Entsprechungen eingeführt. Manche Angabe
wird dann verwundern, nicht nur weil heute anstatt Watt auch Lumen auf den Packungen
als Helligkeit angegeben ist, sondern auch weil manche Umrechnungen krumme Angaben
ergeben. So würde z.B. eine 15 Watt Energiesparlampe einer 69 Watt Glühlampe
entsprechen, die es so nie gab. Trotz ungewohnter Kriterien kann der Verbraucher
aber jetzt seine Auswahl viel gezielter treffen. Die exakte Vergleichsgröße
ist der Lichtstrom in Lumen. Je höher die Angabe für den Lichtstrom,
um so heller strahlt die Lampe.
Muss ich neue Leuchten kaufen? Nein, bereits jetzt gibt es für die gängigsten Lampenfassungen (E14
und E27) und darüber hinaus Energiesparlampen in vielfältigen Formen
und Leistungsstufen.
Energiesparlampen sind gefaltete oder gewendelte Leuchtstoffröhren. Bei
formschönen Lampen in klassischer Glühlampenform, in Globeform oder
Kerzenform ist die "nackte" Leuchtstoffröhre mit einem zusätzlichen
stoßsicheren Glaskolben oder einer Kunststoff-Ummantelung umhüllt.
Allerdings absorbiert der Hüllkolben einen Teil des Lichts, so dass die
Lampe etwas weniger effizient arbeitet als die "nackte" Energiesparlampe.
Die formschönen Lampen erreichen deshalb oft nur Effizienzklasse B. Dafür
zerbrechen diese Lampen kaum mehr. Die Entwicklung geht zu immer kleineren und
neuen Bauformen. Mittlerweile sind die kleinsten Energiesparlampen so klein,
dass sie sogar Reflektorlampen ersetzen können. Auch Halogenlampen und
bereits auch LED-Lampen werden mit gängigen Fassungen angeboten.
Wie lange halten Energiesparlampen?
Während bei herkömmlichen Glühlampen im Schnitt nach 1000 Stunden
Schluss ist, halten Energiesparlampen bis zu 10-mal länger. Demzufolge
hält eine Energiesparlampe, wenn sie täglich 3 Stunden brennt, im
Durchschnitt über neun Jahre.
Die Lebensdauer schwankt zwischen 3000 Stunden und 15000 Stunden. Bei einem
2006 durchgeführten Test der "Stiftung Warentest" von 27 Modellen,
hielten lediglich zwei Modelle nur 4500 Stunden. Dagegen brannten 23 andere
Lampen je über 10.000 Stunden. Bei sieben Modellen musste der Test sogar
nach 19.000 Stunden aus Zeitgründen abgebrochen werden. Es lohnt sich also
beim Einkauf zu erstklassiger Markenware der Effizienzklasse A mit einer Lebensdauer
von 10.000 bis 15.000 Stunden Lebensdauer zu greifen. Der etwas höhere
Einkaufspreis macht sich durch die längere Lebensdauer bezahlt.
Wie viel kann ich durch Energiesparlampen sparen?
Mit Energiesparlampen sparen Sie doppelt: Sie schonen Ihren Geldbeutel und
das Klima. Die Gesamtkosten hängen im wesentlichen von den Stromkosten
ab. Der Anschaffungspreis spielt langfristig keine Rolle, denn Energiesparlampen
rechnen sich durch ihre lange Lebensdauer.
Beispiel: Eine herkömmliche 60-Watt-Glühlampe kostet nur 1 Euro in
der Anschaffung, sie hat jedoch nur eine durchschnittliche Lebensdauer von 1.000
Stunden.
Dagegen hält eine gute, etwa gleich helle 13-Watt-Energiesparlampe im Durchschnitt
bis zu 10.000 Stunden, auch wenn sie in der Anschaffung etwas teurer ist (etwa
3 bis 10 Euro).
Nach 10.000 Stunden Beleuchtung bei einem Strompreis von z. B. 0,20 Euro/kWh
und einem angenommenen Durchschnittspreis von 6,50 Euro für eine Energiesparlampe
ergibt sich dann folgendes Ergebnis:
Glühbirne (1.000 Std. Lebensdauer)
Anschaffungskosten
10 X 1 €
10 €
Stromkosten
60 W X 10.000 Std. X 0,20 €/kWh
120 €
Glühbirne GESAMT
130 €
Energiesparlampe (10.000 Std. Lebensdauer)
Anschaffungskosten
1 X 6,50 €
6,50 €
Stromkosten
13 W X 10.000 Std. X 0,20 €/kWh
26 €
Energiesparlampe GESAMT
32,50 €
Einsparung GESAMT
97,50 €
Dem Energieeffizienzplan der Bundesregierung zufolge würde der Stromverbrauch
um 7,5 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr sinken, wenn sämtliche Glühbirnen
in Deutschland durch Energiesparlampen ersetzt würden. Dies entspricht
in etwa der Strommenge, die ein AKW oder Kohlekraftwerk pro Jahr liefert. Der
Umstieg auf moderne Leuchtmittel lohnt sich also.
Auch in der Gesamt-Energiebilanz schneiden Energiesparlampen besser ab. Für
ihre Herstellung und Entsorgung wird zwar deutlich mehr Energie als für
eine Glühlampe benötigt. Jedoch wird gemäß einer Studie
der EU von 2008 in der Nutzungsphase soviel Energie eingespart, dass dies nicht
ins Gewicht fällt. Pro Lichteinheit und Stunde verbrauchte die Glühbirne
insgesamt etwa vier mal so viel Energie wie die Energiesparlampe.
Auch bei der Klimabilanz haben Energiesparlampen die Nase vorn. Für den
konventionellen deutschen Strommix, bei dem im Durchschnitt pro kWh 600 g CO2
emittiert werden, bedeutet dies: Eine 13-Watt-Energiesparlampe spart bei einer
täglichen Brenndauer von drei Stunden gegenüber einer 60-Watt-Glühlampe
pro Jahr zwischen 28 bis 29 kg CO2.
Wieso dauert es nach dem Einschalten so lange, bis eine Energiesparlampe
tatsächlich leuchtet?
Da das Gasgemisch im Inneren der Energiesparlampe erst gezündet werden
muss, gibt es zwischen dem Anschalten und dem Aufleuchten immer eine Verzögerung.
Die Vorheizphase ermöglicht ein schonendes Zünden, erlaubt so häufigeres
An- und Ausschalten und verlängert die Lebensdauer. Energiesparlampen brauchen
insgesamt bis zu einer Minute, um auf 60 Prozent ihrer Helligkeit zu kommen,
da sich die Entladung in der mehrfach gebogenen Leuchtstoffröhre erst aufbauen
muss. Auch bei "umweltfreundlichen" Energiesparlampen mit an Amalgam
gebundenem Quecksilber anstelle von flüssigem, dauert es länger, bis
diese voll leuchten. Das Amalgam muss erst warm werden, damit sich der technisch
notwendige Quecksilberdampf entwickeln kann. Am stärksten ausgeprägt
ist die Verzögerung, wenn die Lampe frisch aus der Packung kommt. Im Lauf
der Wochen brennt sie sich ein und wird dann schneller hell. Seit September
2010 muss die so genannte Anlaufzeit, die Zeit, bis die Lampe 60 Prozent ihrer
Lichtleistung erreicht hat, auf der Verpackung stehen.
Es gibt Lampen, die länger brauchen, und solche, bei denen es schneller
geht. Angeboten werden Exemplare mit Warmstart- und Quickstart-Technik. Als
Beleuchtung für Treppen und in Räumen, die umgehend erhellt sein sollen,
sind Quickstart-Lampen zu bevorzugen. In anderen Räumen können Warmstartlampen
genutzt werden. Quickstart-Lampen haben in 20 Sekunden 60 Prozent ihrer Helligkeit
erreicht. Der Nachteil dabei: Die Haltbarkeit beschränkt sich auf nur 10.000
Schaltungen. Dagegen können Warmstartlampen mit längerer Anlaufzeit
100.000 mal angeschaltet werden, wenn sie zwischendurch abgekühlt sind.
Damit sind sie geeignet für den Außenbereich und für Räume,
in denen Sie sich lange aufhalten.
Muss man Energiesparlampen länger brennen lassen, damit es sich überhaupt
rentiert, sie einzuschalten?
Dies ist ein Gerücht. Denn die Spannungsspitzen im Augenblick des Einschaltens,
d.h. bei der Zündung der Lampe, sind von sehr kleinem Energiegehalt und
daher vernachlässigbar. Von daher ist es unbedeutend, ob man eine Energiesparlampe
für wenige Minuten oder für mehrere Stunden nutzt - es wird so oder
so viel Energie eingespart. Übrigens: Der Einschaltstrom bei Glühlampen
ist um einiges höher als bei Energiesparlampen. Daher brennen Glühlampen
auch meist beim Einschalten durch.
Inzwischen ist auch häufiges An- und Ausschalten für Energiesparlampen
kein Problem mehr. Die aktuelle Norm verlangt 3000 Schaltzyklen pro 8000 Stunden.
Dies ist weit mehr als für den normalen Hausgebrauch nötig. Nur eins
mögen Energiesparlampen überhaupt nicht: Kurzes Ein- und wieder Ausschalten.
Um die Lebensdauer Ihrer Energiesparlampe zu verlängern, warten Sie bitte
mindestens 1-2 Minuten mit dem Ausschalten.
Kann man Energiesparlampen dimmen? Anders als herkömmliche Glühbirnen sind nicht alle Energiesparlampen
dimmbar. Es gibt aber welche - und die sind auf der Verpackung mit einem Dimmersymbol
gekennzeichnet. Darüber hinaus werden Energiesparlampen angeboten, die
man durch mehrmaliges Betätigen des Lichtschalters in verschiedene Helligkeitsstufen
schalten kann.
Erzeugen Energiesparlampen nur "kaltes" Licht?
Die Zeiten des kalt empfundenen Lichts sind längst vorüber. Inzwischen
gibt es Energiesparlampen in verschiedenen Lichtfarben von "warmweiß"
bis "tageslichtweiß". Die Lichtfarbe "warmweiß"
entspricht am ehesten der einer herkömmlichen Glühlampe und eignet
sich gut für die gemütliche Beleuchtung in Wohnräumen. Das tageslichtweiße
Licht wird zunehmend als Beleuchtung von Büro- und Arbeitsräumen ausgewählt.
Für die Lichtfarbe gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. Anstelle der
Stufen "warmweiß", "neutralweiß" und "tageslichtweiß"
wird oft die so genannte Farbtemperatur in Kelvin (abgekürzt K) angegeben.
Dabei gilt:
Bis zu 3300 Kelvin = "warmweiß" (gemütlich)
3300 bis 5300 Kelvin = "neutralweiß"<
größer als 5300 Kelvin = "tageslichtweiß" (sehr
sachlich)
Weißes Licht ist eine Überlagerung von Licht aller Wellenlängen
im sichtbaren Bereich, also alle Farben von rot über gelb und grün
bis blau. Je höher die Farbtemperatur, desto höher der Anteil an
blauem Licht. Sonnenlicht hat eine Farbtemperatur von 5800 Kelvin. Das Licht
der Glühbirne entspricht 2700 Kelvin.
Außerdem gibt künstliches Licht je nach Lichtquelle Farben in unterschiedlicher
Qualität wieder. Die Farbwiedergabe von Energiesparlampen ist nicht optimal.
Ihr Farbspektrum ist aus mehreren Spektralfarben (rot, grün, blau) zusammengesetzt.
Zwar sind "Vollspektrumlampen" mit mehr Leuchtstoffen technisch
möglich, aber die bessere Lichtqualität mindert die Effizienz. Die
Farbtreue von Lampen wird mit einer Kennzahl ausgedrückt.
Verbraucher sollten beim Kauf der Energiesparlampe auf die Angaben zur Farbwirkung
achten. Meist wird sie durch dreistellige Nummern charakterisiert und ist auf
jeder Verpackung angeführt. Die letzten beiden Ziffern stehen für
die Farbtemperatur, also z.B. 27 für 2700 Kelvin. Die erste Ziffer bezeichnet
die Qualität der Farbwiedergabe, mit der höchsten Stufe 9 = sehr gute
Farbwiedergabe.
Beispiele:
"827": Extra-warm-weiße Energiesparlampe mit guter
Farbwiedergabe. Das Licht solcher Lampen wird als besonders angenehm empfunden,
es wirkt gemütlich und einschläfernd und ist für den Wohn-
und Schlafbereich sehr gut geeignet.
"840" bis "865": Neutral-weiße bis
Tageslicht-weiße Energiesparlampe mit guter Farbwiddergabe. Lampen mit
dieser Kennzeichnung sorgen für eine helle, sachliche Stimmung, wirken
ermunternd und belebend und sind deshalb für Arbeitsplätze gut geeignet.
Schädigt der hohe Blaulichtanteil von Energiesparlampen die Netzhaut
und beeinträchtigt den Hormonhaushalt?
Zwar erzeugen besonders die Tageslicht-weißen Energiesparlampen mehr
blaues Licht als Glühbirnen, aber bei warmweißen Lampen ist der Unterschied
sehr klein bis gar nicht vorhanden. Außerdem zeigt der Vergleich mit Sonnenlicht,
dass blaues Licht kein großes Problem sein kann. An einem Tag bei Kunstlicht
am Arbeitsplatz wirkt davon weniger auf den durchschnittlichen Angestellten
ein als bei einem Aufenthalt von ein paar Minuten unter freiem Himmel.
Fachleute kennen durchaus die Bedrohung durch intensives Blau und das benachbarte
unsichtbare Ultraviolett. Es kann photochemische Prozesse in der Augennetzhaut
auslösen, die diese dann auf Dauer schädigen. Probleme macht das aber
nur, wenn man aus kurzer Distanz direkt ins Licht schaut. Durch die Blendwirkung
vermeidet man das gewöhnlich. Auch der Hormonhaushalt, besonders die Ausschüttung
des Schlafhormons Melatonin kann durcheinander geraten. Diese Effekte treten
bei allen Lichtquellen auf, besonders bei Sonnenschein. Manche Glühbirnen
strahlen sogar mehr Blaulicht ab als Energiesparlampen. Der UV-Anteil verändert
sich nämlich nicht nur mit dem Lampentyp sondern auch mit der jeweiligen
Charge des verwendeten Glases, je nach dem ob dieses die Strahlung herausfiltert
oder durchlässt. Da die Strahlungsintensität andererseits mit dem
Quadrat des Abstands abnimmt, kann der Effekt durch einen genügend großen
Abstand zur Lichtquelle vermindert werden.
Flimmert das Licht von Energiesparlampen?
Die elektronischen Vorschaltgeräte bringen die Sparlampe mit einer hohen
Frequenz von 30 bis 60 Kilohertz zum Leuchten. Das menschliche Auge nimmt Schwingungen
jedoch nur bis 60 Hertz wahr. Aber bei Energiesparlampen und traditionellen
Glühlampen schwankt die Helligkeit mit der doppelten Frequenz der Spannung.
Verbesserte Elektronik begrenzt die Höhe der Schwankungen heute auf 15
Prozent. Laut Bundesamt für Strahlenschutz liegt bisher kein signifikanter
Hinweis vor, dass dieses Flimmern so genannte lichtsensitive Krankheitssymptome,
wie Migräne, Epilepsie oder Autismus, verschlimmert oder auslöst.
Emittieren Energiesparlampen Elektrosmog?
Ja, die Hochfrequenzstrahlung der elektronischen Vorschaltgeräte von 30
bis 60 Kilohertz ist technisch bedingt und unvermeidbar. Deshalb sollten Energiesparlampen
nie im Nahbereich des Kopfes - 30 Zentimeter und weniger - aufgestellt sein.
Aber die von den Lampen ausgehenden elektrischen und magnetischen Felder nehmen
mit der Entfernung ab. Deshalb empfehlen kritische Stimmen aus Vorsorgegründen
einen Abstand von ein bis zwei Metern. Ab einem Abstand von etwa 1 m zum Körper
liegt der durch eine Energiesparlampe typischerweise erzeugte Elektrosmog im
Bereich des TCO-Werts für strahlungsarme Computermonitore. Energiesparlampen,
die deutlich weiter weg sind, treten gegenüber den anderen Feldquellen
häufig in den Hintergrund. Wie beim TCO-Regelwerk wäre es aber auch
denkbar, dass Gütesiegel für strahlungsarme Lampen vergeben werden.
Eine Lampe mit der Zusatzbezeichnung "sensible" hat bereits gezeigt,
dass eine deutliche Reduzierung der Hochfrequenzstrahlung möglich ist.
Erreicht wurde dies offenbar durch eine spezielle Beschichtung. Außerdem
stehen im Fachhandel für Elektrosensible auch abgeschirmte Lampen zur Verfügung.
Bei Lampen, welche sich nahe am Körper befinden (z. B. Schreibtisch- und
Leselampen), können Metallschirme feldabschwächend wirken, insbesondere,
wenn die Leuchte geerdet, d. h. über einen dreipoligen Schuko-Stecker mit
Schuko-Kabel angeschlossen ist.
Alle Leuchten mit 2 poligem Anschlusskabel (Euroflachstecker), unabhängig
ob mit Glühlampen, Energiesparlampen oder LEDs bestückt, sind von elektrischen
Feldern umgeben, welche bereits bei Anliegen der Netzspannung, also auch bei ausgeschalteter
Leuchte, vorhanden sind. Für die üblichen einpoligen Schnurschalter
gilt: Steckt man den Stecker so in die Steckdose, dass die Phase geschaltet wird,
wird das elektrische Feld in der näheren Umgebung der ausgeschalteten Lampe
stark reduziert, weil die Spannung nicht mehr bis zur Leuchte, sondern nur noch
bis zum Schalter kommt, vgl. Skizze "kurzer Weg". Der Elektriker kann
die Phase ermitteln und Ihnen die feldarme Position des Steckers zeigen. Vor Allem
bei Nachttischlampen kann dies zu einer deutlichen Entlastung während des
Schlafs führen.
Kurzer
Weg: Die Spannung (rot) endet bereits nach kurzem Weg am Schalter. Das
elektrische Feld umgibt den rot gekennzeichneten Bereich.
Langer
Weg: Die Spannung liegt im gesamten Leitungsweg, auch an der Lampe, an.
Sind Energiesparlampen giftig? Ein Nachteil der Energiesparlampen ist ihr Quecksilbergehalt. Jede Lampe enthält
geringe Mengen des giftigen Schwermetalls. Innerhalb der EU gilt ein einheitlicher
Höchstwert von 5 Milligramm gemäß RoHS-Richtlinie (EU-Richtlinie
2002/96/EG und deutsches ElektrG). Eine stufenweise Reduzierung der erlaubten Höchstmengen an Quecksilber in Energiesparlampen ist in der EU bereits gesetzlich vorgesehen. Ab Januar 2012 sind nur noch 3,5 Milligramm und ab 1.1.2013 nur noch 2,5 Milligramm Quecksilber erlaubt.
Viele Sparlampen kommen jetzt schon mit weniger aus, die besten sogar nur mit 1,23 Milligramm Quecksilber. Dieses wird jedoch
nur freigesetzt, wenn die Lampe zerbricht. Im Normalbetrieb sind Energiesparlampen
ungiftig. Wer verhindern will, dass im Bruchfall Quecksilber frei wird, dem
empfiehlt das Umweltbundesamt, Lampen mit Splitterschutz bzw. mit stoßsicherem
Hüllkolben zu erwerben. Zudem enthalten einige Modelle Amalgam, das Quecksilber
nur im Betrieb freisetzt. Geht eine solche Lampe ausgeschaltet zu Bruch, bleibt
das Quecksilber gebunden und kann nicht in die Raumluft gelangen. Die enthaltene
Menge Quecksilber muss übrigens seit September 2010 auf der Verpackung
angegeben werden.
Sollte eine Lampe zerbrechen und Quecksilber, das bei Raumtemperatur flüchtig
ist, frei werden, dann nie einen Staubsauer benützen, warnt die schwedische
Chemieschutzbehörde. Das flüchtige Schwermetall wird durchs Staubsaugen
noch feiner in der Luft verteilt. Die Schweden empfehlen: Lampensplitter mit
einer Pappe auf ein Papier kehren und in einen verschließbaren Glasbehälter
bugsieren, beschriften und bei der Sammelstelle abgeben. Mit einem nassen Lappen
den Boden aufwischen (Lappen ebenfalls in den Behälter), einige Minuten
gut durchlüften und dabei das Zimmer verlassen.
Tests des Umweltbundesamtes
Das Umweltbundesamt hat Tests durchgeführt, die eine "worst case"
Situation simulieren. Dazu wurden zwei Lampen europäischer Markenhersteller
untersucht: Eine mit 2 Milligramm und die andere mit 5 Milligramm Quecksilber.
Keine der beiden Lampen hatte eine Schutzummantelung (Hüllkolben) und beide
Lampen wurden im Betriebszustand zerbrochen. Bei beiden Energiesparlampen wurden
sowohl nach fünf Minuten als auch nach fünf Stunden in einem Meter
über dem Fußboden die Quecksilber-Konzentrationen gemessen. Das Ergebnis:
Unmittelbar nach dem Bruch kann die Quecksilber-Belastung um das 20-fache über
dem Richtwert von 0,35 mg/m3 (Mikrogramm/Kubikmeter) für Innenräume
liegen, bei dem eine Beseitigung der Ursache empfohlen wird. Die gemessenen
Konzentrationen können die Gesundheit von Schwangeren, kleinen Kindern
und empfindlichen Personen beeinträchtigen, wenn, wie beim Test geschehen,
die Bruchstücke länger liegen bleiben. Es ist aber zu erwarten, dass
nach ordnungsgemäßer Beseitigung der zerbrochenen Lampe und nach
Lüftung die Quecksilber-Konzentration im Innenraum schnell wieder deutlich
abnimmt.
Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb insbesondere für Kinderzimmer, Schulen,
Sporthallen oder Kindergärten bruchsichere Energiesparlampen mit Ummantelung
oder andere Schutzmaßnahmen, die die Lampe vor dem Zerbrechen schützen.
Bruchsichere Modelle sind bereits im Handel verfügbar. Es ist aber zu fordern,
dass dies für alle Energiesparlampen zur Norm wird.
Übrigens: Experten kennen das "Quecksilber-Paradoxon". Dieses
besagt, dass Energiesparlampen im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen
die Quecksilberemissionen sogar senken. Derzeit kommt nämlich etwa die
Hälfte des Stroms in Deutschland aus Kohlekraftwerken und bei der Kohleverbrennung
im Kraftwerk gelangt Quecksilber in die Umwelt, und zwar 0,0147 mg/kWh. Und
da die Glühlampe 80 Prozent mehr Strom frisst, wird indirekt auch mehr
Quecksilber frei als bei der Energiesparlampe, selbst wenn diese am Ende noch
kaputt gegangen ist. In Punkto Quecksilber-Emissionsbilanz schneiden Energiesparlampen
um etwa 30 Prozent günstiger ab. Energiesparlampen könnten noch viel
umweltfreundlicher sein, wenn sie auch korrekt entsorgt würden. Wird z.B.
eine 11 Watt Lampe als Sondermüll recycliert, dann verringert sie die Quecksilber-Emissionen
noch um gut 80 Prozent.
Was muss ich bei der Entsorgung von Energiesparlampen beachten?
Die Entsorgung ist unbefriedigend geregelt: Da Energiesparlampen wenige Milligramm
Quecksilber enthalten, sind sie Sondermüll. Doch viele Verbraucher wissen
nicht, wie man Lampen korrekt und umweltschonend entsorgt. Alte Glühlampen und
Halogenlampen kann man bedenkenlos in den Hausmüll werfen. Energiesparlampen
und Leuchtstoffröhren dagegen dürfen weder in den normalen Hausmüll noch
in den Glascontainer. Auch LED müssen im Wertstoffhof als Elektronikschrott entsorgt werden, da sie Elektronikbauteile und seltene Erden enthalten. Ausgediente Energiesparlampen müssen möglichst
unzerstört bei einem Wertstoffhof
oder auch beim
Giftmobil abgegeben werden. Die Abgabe ist kostenlos. Aber nicht jeder Recyclinghof
nimmt die Altlampen an.
Seit März 2006 müssen die Hersteller ausgediente
Leuchtstofflampen kostenlos zurücknehmen und recyceln. Dazu gründeten
sie die Münchner Firma Lightcycle,
die in Deutschland die Rücknahme von ausgedienten Gasentladungslampen,
unter anderem Energiesparlampen, organisiert. Die gesamte Rücklaufquote
beträgt rund 40 Prozent. Doch die Rückgabe-Bereitschaft der deutschen
Haushalte ist noch gering. Zwar klebt auf den Energiesparlampen seit 2006 ein
Etikett mit einer durchgestrichenen Mülltonne, jedoch schätzungsweise
nur 10 bis 20 Prozent der Haushalte entsorgen ihre Lampen korrekt. Damit zählt
Deutschland europaweit zu den Ländern mit der geringsten Sammelquote. Das
liegt unter anderem daran, dass die Dichte der Sammelstellen unzureichend ist,
es gibt davon nur 2200 in ganz Deutschland. Außerdem sind diese oft nur
umständlich zu erreichen. München ist eher die Ausnahme, hier können
die Energiesparlampen an 11 Wertstoffhöfen abgegeben werden.
Die Einzelhandelsgeschäfte sind nicht zur Rücknahme verpflichtet.
Noch sind Sammelboxen auf freiwilliger Basis in Geschäften dünn gesät.
Ein Marktcheck ergab: Nur die Hälfte von fast 200 getesteten Geschäften
nahm die Altlampen zurück. Spezielle Sammelboxen hatte nur jeder zehnte
Händler. In vielen Fällen ist unklar, was anschließend mit den
Lampen passiert. Vorreiter der fachgerechten Entsorgung von Energiesparlampen
via Sammelbox sind Baumärkte, die Schlusslichter bilden Discounter, Supermärkte
und Drogerien.
Daher fordert das Umweltinstitut München, dass alle Einzelhändler,
die Energiesparlampen verkaufen, dazu verpflichtet werden, ausgediente Energiesparlampen
zurückzunehmen. Bei Altbatterien ist dies seit Jahren bereits gängige
Praxis.