FAQs Energiesparlampen
Fragen & Antworten - Energiesparlampen
Sommerloch 2009: Aufgeregt berichten viele Medien über das
Ende
der „guten alten“ Glühlampe. Doch vor
lauter Aufregung
bleiben oftmals die Fakten auf der Strecke, dubiose Thesen machen die
Runde und verunsichern die VerbraucherInnen. Wir wollen Licht ins
Dunkel bringen und Ihnen Informationen zu Energiesparlampen und zur
Abschaffung der Glühlampe an die Hand geben.
 Dass
die Glühbirne in den kommenden Jahren vom Markt verschwindet,
ist
gut, denn sie wandelt lediglich fünf Prozent des eingesetzten
Stroms in Licht um. Die restlichen 95 Prozent verpuffen als
Wärme.
Sind Glühlampen
ab sofort verboten?
Nein. Ihre Abschaffung erfolgt schrittweise. Der Handel darf seine
restlichen Lagerbestände aufbrauchen. Ebenso dürfen
Glühlampen bei Ihnen zu Hause weiter leuchten. Die
Lampenhersteller liefern jedoch keinen Nachschub mehr.
Schon ab September 2009 tritt dies für Glühlampen mit
mattem
Glas ein. Klare Glühlampen werden stufenweise, entsprechend
ihrer
Wattzahl abgeschafft: Ebenfalls 2009 trifft es Glühlampen mit
100
Watt und mehr Leistung, 2010 solche ab 75 Watt, 2011 Lampen ab 60 Watt
und schließlich 2012 auch jene unter 60 Watt Leistung.
Um die Erfahrungen auszuwerten und neue technische Entwicklungstrends
zu berücksichtigen, steht die Regelung dann 2014 auf dem
Prüfstand. Unbeschadet dessen sollen 2016 alle neuen Lampen
mindestens Energieeffizienzklasse B aufweisen.
Nimmt die EU auch andere
Lampen vom Markt?
Ja, herkömmliche, matte Halogenlampen dürfen ab
September
2009 von der Industrie nicht mehr hergestellt werden, wenn sie
schlechter sind als Energieeffizienzklasse C.
Klare Halogenlampen werden ebenfalls schrittweise, entsprechend ihrer
Wattzahl und ihrer Energieeffizienz zwischen 2009 und 2012 vom Markt
genommen. Ab 2016 sollen alle Halogenlampen mindestens
Energieeffizienzklasse B haben. Ferner dürfen dann nur noch
Energiesparlampen der Energieeffizienzklasse A auf den Markt.
Speziallampen, wie die Glühlampen für Backofen,
Kühlschrank oder Nähmaschine wird es
uneingeschränkt
weiterhin geben.
Was bedeuten eigentlich
die Energieeffizienzklassen?
 Wie
viele andere Elektrogeräte werden Lampen in die
Energieeffizienzklassen A bis G eingeteilt. Die Einstufung basiert auf
der so genannten Lichtausbeute. Diese beschreibt, wie viel Lichtstrom
(Helligkeit) aus der aufgenommenen elektrischen Energie (Strom) erzeugt
wird. Um die gleiche Menge Lichtstrom (Helligkeit) abzugeben, braucht
eine Lampe der Energieeffizienzklasse A deutlich weniger Energie
(Strom) als eine der Klasse B usw.
Tabelle 1
| Lampentyp |
Lichtstrom
in Lumen (lm) |
Leistungsaufnahme
in Watt (W) |
Lichtausbeute
in Lumen pro Watt |
Einsparpotenzial
gegenüber einer Glühlampe |
| Glühlampe |
710 |
60 |
12 |
- |
| Halogenlampe |
43 |
17 |
29% |
| Energiesparlampe |
13-15 |
47-55 |
75%-78% |
Muss ich neue Leuchten
kaufen?
Nein. Bereits jetzt gibt es für die gängigsten
Lampenfassungen (E14 und E27) und darüber hinaus
Energiesparlampen
in vielfältigen Formen und Leistungsstufen.
Wie lange halten
Energiesparlampen?
Während bei herkömmlichen Glühlampen im
Schnitt nach
1000 Stunden Schluss ist, halten Energiesparlampen bis zu 10-mal
länger. Demzufolge hält eine Energiesparlampe, wenn
sie
täglich drei Stunden brennt, im Durchschnitt über
neun Jahre.
Die Lebensdauer schwankt zwischen 3000 Stunden und 15.000 Stunden. Bei
einem 2006 durchgeführten Test der „Stiftung
Warentest“ von 27 Modellen hielten lediglich zwei Modelle nur
4500 Stunden. Dagegen brannten 23 andere Lampen je über 10.000
Stunden. Bei sieben Modellen musste der Test sogar nach 19.000 Stunden
aus Zeitgründen abgebrochen werden.
Wie viel kann ich durch
Energiesparlampen sparen?
 Mit
Energiesparlampen sparen Sie doppelt: Sie schonen Ihren Geldbeutel und
das Klima. Zwar kostet eine herkömmliche
60-Watt-Glühlampe
nur 1 Euro in der Anschaffung, sie hat jedoch nur eine
durchschnittliche Lebensdauer von 1000 Stunden.
Dahingegen hält eine gute, etwa gleich helle
13-Watt-Energiesparlampe im Durchschnitt bis zu 10.000 Stunden, auch
wenn sie in der Anschaffung etwas teurer ist (2,99 Euro bis 10 Euro).
Unter diesen Voraussetzungen ergibt sich für einen Strompreis
von
z. B. 0,20 Euro/kWh bei einem angenommenen Durchschnittspreis von 6,50
Euro für eine Energiesparlampe folgendes Ergebnis:
| Glühbirne (1.000 Std.
Lebensdauer) |
| Anschaffungskosten |
10 X 1
€ |
10 € |
| Stromkosten |
60 W X 10.000 Std. X
0,20 €/kWh |
120 € |
| Glühbirne
GESAMT |
130
€ |
| Energiesparlampe (10.000 Std.
Lebensdauer) |
| Anschaffungskosten |
1 X 6,50 € |
6,50 € |
| Stromkosten |
13 W X 10.000 Std. X
0,20 €/kWh |
26 € |
| Energiesparlampe
GESAMT |
32,50
€ |
| Einsparung GESAMT |
97,50
€ |
Dem Energieeffizienzplan der Bundesregierung zufolge würde der
Stromverbrauch um 7,5 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr sinken, wenn
sämtliche Glühbirnen in Deutschland durch
Energiesparlampen
ersetzt würden. Dies entspricht in etwa der Strommenge, die
ein
AKW pro Jahr liefert. Der Umstieg auf moderne Leuchtmittel lohnt sich
also.
Auch in der Gesamt-Energiebilanz schneiden Energiesparlampen besser ab.
Für ihre Herstellung und Entsorgung wird zwar deutlich mehr
Energie als bei einer Glühlampe benötigt. Jedoch wird
in der
Nutzungsphase soviel Energie eingespart, dass dies nicht ins Gewicht
fällt.
 Auch
bei der Klimabilanz haben Energiesparlampen die Nase vorn. Für
den
konventionellen deutschen Strommix, bei dem im Durchschnitt pro kWh 600
g CO2 emittiert werden, bedeutet dies: Eine 13-Watt-Energiesparlampe
spart bei einer täglichen Brenndauer von drei Stunden
gegenüber einer 60-Watt-Glühlampe pro Jahr zwischen
28 bis 29
kg.
Ferner reduzieren Energiesparlampen den Ausstoß von
Quecksilber,
obwohl sie selbst dieses Schwermetall enthalten. Dies liegt daran, dass
derzeit noch etwa die Hälfte des deutschen Stroms aus
Kohlekraftwerken kommt. Bei der Verbrennung von Kohle wird neben CO2
und anderen Substanzen auch Quecksilber in die Umwelt geblasen. Durch
ihren geringen Stromverbrauch vermeiden Energiesparlampen demnach
Quecksilber-Emissionen.
Wie stehen die
Energiesparlampen im
Verhältnis zu den LEDs da, die als nächstes kommen
sollen?
Lohnt es sich zu „warten“?
LED-Lampen sind noch sparsamer als Energiesparlampen und enthalten
überhaupt kein Quecksilber.
Jedoch stehen sie erst in einem frühen Entwicklungsstadium.
Modelle für die gängigen Lampenfassungen (E27 und
E14) sind
daher erst in – teils deutlich – geringerer
Helligkeit im
Vergleich zu Energiesparlampen erhältlich. Zudem sind
LED-Lampen
sehr viel teurer (teilweise um das bis zu Zehnfache).
Energiesparlampen hingegen sind bereits heute für die meisten
Lampenfassungen erhältlich und können hinsichtlich
ihrer Helligkeit und
Farbtemperatur Glühlampen
Paroli bieten. Da wir beim Klimaschutz schon heute handeln
müssen,
können wir nicht auf die Marktreife von LED-Lampen warten, die
derzeit nur ein bisschen effizienter sind als Energiesparlampen.
Schadet häufiges
An- und Ausschalten der Energiesparlampe?
Nein, inzwischen stellt häufiges Ein- und Ausschalten
für
Energiesparlampen kein Problem mehr dar. Die aktuelle Norm verlangt
3000 Schaltzyklen pro 8000 Stunden. Dies ist weit mehr als für
den
normalen Hausgebrauch nötig. Außerdem gibt es
für
Bereiche wie den Hausflur oder Bewegungssensoren spezielle Modelle, die
sogar 500.000 Schaltzyklen bei einer Lebensdauer von 15.000 Stunden
überdauern.
Kann man
Energiesparlampen dimmen?
Normale Energiesparlampen sind nicht fürs Dimmen geeignet.
Allerdings gibt es inzwischen auch Produkte, die sich dimmen lassen.
Darüber hinaus werden Energiesparlampen angeboten, die man
durch
mehrmaliges Betätigen des Lichtschalters in verschiedene
Helligkeitsstufen schalten kann.
Wieso dauert es nach dem
Einschalten so lange, bis eine Energiesparlampe tatsächlich
leuchtet?
Die kurze Zeitspanne zwischen Einschalten und erstem Aufleuchten der
Lampe ist ein Qualitätsmerkmal. Denn die Vorheizphase
ermöglicht ein schonendes Zünden. Dieses erlaubt
häufigeres An- und Ausschalten und verlängert die
Lebensdauer. Bei Untersuchungen der Stiftung Warentest 2002 und 2003
lag die Vorheizphase des schnellsten Modells bei 0,37 Sekunden, die des
langsamsten bei drei Sekunden. Die führenden Hersteller von
Energiesparlampen haben inzwischen Modelle im Programm, die eine
kürzere und dennoch für eine lange Lebensdauer
ausreichende
Vorheizphase aufweisen.
Warum brauchen
Energiesparlampen einige Zeit, bis sie ihre volle Helligkeit erreichen?
Je nach Qualität und eingesetzter Technik kann es zwischen 12
und
80 Sekunden dauern, bis eine Energiesparlampe 80 Prozent ihrer
endgültigen Helligkeit erreicht hat. Kompakte und mehrfach
gebogene Lampen brauchen z. B. länger, weil sich das
Lichtplasma
erst ausbreiten muss. Ebenso dauert es bei besonders umweltfreundlichen
Energiesparlampen länger, bis sie voll leuchten. Bei ihnen ist
nämlich das flüssige Quecksilber durch
als Amalgam gebundenes Quecksilber ersetzt. Daher müssen sie
erst
warm werden, bis sich der technisch notwendige Quecksilberdampf
entwickelt.
Muss man
Energiesparlampen länger brennen lassen, damit es sich
überhaupt rentiert, sie einzuschalten?
Nein. Denn Energiesparlampen verbrauchen beim Einschalten nur
geringfügig mehr Energie als Glühlampen. Das
heißt,
Energiesparlampen müssen nicht länger brennen, um den
Mehraufwand beim Einschalten zu kompensieren.
Erzeugen
Energiesparlampen nur „kaltes“ Licht?
Nein. Früher gab es zwar nur Modelle, deren Licht blauer
erscheint
und daher von den meisten Menschen als kalt empfunden wird. Inzwischen
gibt es jedoch eine Fülle an Fabrikaten, deren Licht
rötlicher und daher wärmer wirkt. Die Farbtemperatur
einer
Lampe wird in Kelvin (abgekürzt K) angegeben.
 Der
Kelvin-Wert findet sich in der Regel auf der Lampen-Verpackung. Ebenso
die Bezeichnung „warmweiß“,
„neutralweiß“ oder
„tageslichtweiß“. Als warmweiß
firmiert Licht
mit einem Wert von 2700 bis 3000 K, das als behaglich und
gemütlich empfunden wird und etwa der Farbtemperatur einer
Glühlampe entspricht. Neutralweiß wird Licht
genannt, das
mit 3500 bis 4000 K eine eher sachliche Atmosphäre erzeugt.
Über 5000 K bezeichnet man Licht als tageslichtweiß,
das
anstelle von Neutralweiß zunehmend oft für die
Beleuchtung
von Büro- und Arbeitsräumen verwendet wird.
Sie haben also die Wahl: Für jedes gewünschte
Wohnambiente
finden Sie die richtige Energiesparlampe. Je niedriger der Kelvin-Wert,
desto wärmer wirkt deren Licht.
Warum leuchten
Energiesparlampen nicht so hell wie Glühlampen?
Dies liegt daran, dass die Helligkeit einer Energiesparlampe mit 11
Watt z. B. nicht unbedingt genau der einer 60-Watt-Glühlampe
entspricht. Der auf der Packung angegebene Vergleich „11 W =
60
W“ dient nur einer ungefähren Orientierung, da sich
die
Wattangabe als Maßzahl für die Helligkeit im Alltag
der
VerbraucherInnen eingebürgert hat. Die exakte
Vergleichsgröße ist der Lichtstrom (Einheit: Lumen,
abgekürzt: lm). Dies ist die Maßzahl dafür,
wie viel
sichtbare Strahlung eine Lampe abgibt. Auch diese Angabe findet sich
auf der Verpackung von Energiesparlampen. Je höher die Zahl,
desto
heller strahlt die Lampe. Eine 60-Watt-Glühlampe hat
beispielsweise 710 Lumen.
Flimmert das Licht von
Energiesparlampen?
Die elektronischen Vorschaltgeräte bringen die Lampe mit einer
hohen Frequenz zum Leuchten, die für das menschliche Auge
nicht
wahrnehmbar ist. Das Licht von Energiesparlampen ist daher
völlig
flimmerfrei.
Schädigt der
hohe Blauanteil im Licht von Energiesparlampen die Netzhaut und
beeinträchtigt den Hormonhaushalt?
Blaues Licht ist nicht prinzipiell schädlich, vielmehr kommt
es
auf die Dosis an. Demnach ist eine Netzhautschädigung durch
das
Licht aus Energiesparlampen ausgeschlossen.
Zwar verringert blaues Licht die Melatonin-Ausschüttung und
wirkt
dadurch belebend. Doch dieser Effekt kann durchaus positiv sein und
wird z. B. zur Linderung von Winterdepressionen eingesetzt. Wer
hingegen Einschlafprobleme durch zu kaltes Licht hat, kann Lampen mit
einer wärmeren Lichtfarbe einsetzen.
Emittieren
Energiesparlampen große Mengen an UV-Strahlung?
Wie alle Leuchtstofflampen strahlen Energiesparlampen geringe Mengen an
UVA- und UVB-Licht ab. Die Menge entspricht allerdings nur einem sehr
kleinen Bruchteil des Tageslichtes.
Erzeugen
Energiesparlampen zu viel Elektrosmog?
Ab einem Abstand von etwa 1 m zum Körper liegt der durch eine
Energiesparlampe typischerweise erzeugte Elektrosmog im Bereich des
TCO-Werts für strahlungsarme Computermonitore.
Energiesparlampen, die deutlich weiter weg sind, treten
gegenüber den anderen Feldquellen häufig in den
Hintergrund.
Bei Lampen, die sich in Körpernähe befinden (z.B.
Schreibtisch- und Leselampen), können Metallschirme
feldabschwächend wirken. Insbesondere, wenn die Leuchte
geerdet, dh über einen dreipoligen Schuko-Stecker mit
Schuko-Kabel angeschlossen ist.
Alle Leuchten (auch mit Glühlampen bestückte) sind
von elektrischen Feldern umgeben, die alleine bei Anliegen der
Netzspannung, also auch bei ausgeschalteter Lampe vorhanden sind.
Steckt man den Stecker so in die Steckdose, dass die Phase geschaltet
wird, wird das elektrische Feld in der näheren Umgebung der
ausgeschalteten Lampe stark reduziert, weil die Spannung nicht mehr bis
zur Leuchte, sondern nur noch bis zum Schalter kommt, vgl. Skizze
„kurzer Weg“.
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| Kurzer
Weg: Die Spannung (rot) endet bereits nach kurzem Weg am Schalter. Das
elektrische Feld umgibt den rot gekennzeichneten Bereich. |
|
Langer
Weg: Die Spannung liegt im gesamten Leitungsweg, auch an der Lampe, an. |
Der
Elektriker kann die Phase ermitteln und Ihnen die feldarme Position
des Steckers zeigen. Vor allem bei Nachttischlampen kann dies zu einer
deutlichen Entlastung während des Schlafs führen.
Für Elektrosensible stehen im Fachhandel abgeschirmte Lampen
zur Verfügung.
Sind Energiesparlampen
giftig?
Entgegen anders lautenden Behauptungen, enthalten Energiesparlampen
bereits seit 1990 keine radioaktiven Substanzen mehr. Damit sie
leuchten, enthalten Energiesparlampen jedoch eine geringe Menge
Quecksilber. Dieses wird im Normalbetrieb allerdings nicht freigesetzt,
sondern nur, wenn die Lampe zerbrechen
sollte.
Doch auch dann besteht keine akute Gesundheitsgefahr, da in der EU
Energiesparlampen höchstens fünf Milligramm
Quecksilber
enthalten dürfen. Viele kommen schon mit der Hälfte
dieser
Menge aus, die besten sogar nur mit 1,23 Milligramm. Im Vergleich zu
alten, inzwischen verbotenen Fieberthermometern, die im Schnitt 150
Milligramm enthielten, sind diese Mengen minimal. Zudem gibt es bereits
heute Lampen, die das flüssige Quecksilber durch an Amalgam
gebundenes Quecksilber ersetzen.
Übrigens: Durch den Gebrauch von Energiesparlampen vermeidet
man Quecksilber-Emissionen,
allerdings nur, wenn sie korrekt entsorgt werden.
Was ist zu tun, wenn eine
Energiesparlampe zerbricht?
Bewahren Sie Ruhe, denn eine Energiesparlampe enthält weniger Quecksilber
als ein altes Fieberthermometer. Dennoch sollten Sie die Splitter nicht
aufsaugen, da hierdurch das Quecksilber noch feiner in der Luft
verteilt wird. Kehren Sie die Scherben mit einer Pappe auf ein Papier
und bugsieren sie diese in einen luftdicht verschließbaren
Behälter (z. B. Einmachglas). Wischen Sie zudem den Boden mit
einem nassen Lappen, den Sie ebenfalls in den Behälter geben.
Lüften Sie das Zimmer einige Minuten gut durch. Den
verschlossenen
Behälter bringen Sie bitte zur Sondermüllsammelstelle.
Was bedeutet der Hinweis
„erfüllt RoHS“ auf einigen
Energiesparlampen?
Das Kürzel RoHS steht für die EU-Richtlinie
2002/96/EG. Sie
besagt, dass Elektrogeräte und Energiesparlampen keine oder
nur
geringste Mengen Umweltgifte wie Blei, Cadmium oder Quecksilber
enthalten dürfen. Energiesparlampen, die den Hinweis
„erfüllt RoHS“ tragen, wurden unter
Berücksichtigung dieser Umweltstandards produziert. Das Gesetz
über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die
umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und
Elektronikgeräten (ElektroG) definiert diese Standards.
Was muss ich bei der
Entsorgung von Energiesparlampen beachten?
Weil Energiesparlampen eine geringe Menge Quecksilber enthalten,
dürfen sie weder im Hausmüll noch im Glascontainer
entsorgt
werden. Ausgediente Energiesparlampen können Sie bei Ihrer kommunalen Sammelstelle
(Wertstoffhof) oder in vielen Kommunen beim Giftmobil
(Schadstoffmobil) abgeben. Außerdem sind die Hersteller seit
2006
zur Rücknahme verpflichtet. In Deutschland organisiert die
Firma Lightcycle die
Sammlung ausgedienter Energiesparlampen, die dann einer Entsorgung oder
einem fachgerechten Recycling ohne Freisetzung des Quecksilbers
zugeführt werden sollen. Es wurden mehrere Recyclingverfahren
entwickelt, aber das bisherige „freiwillige“
Recyclingsystem der Industrie ist immer noch unzureichend.
So sind 2008 in Deutschland nur insgesamt 35 Prozent (aber nur jede
zehnte aus Haushalten) der ausgedienten Energiesparlampen fachgerecht
entsorgt worden. Dies liegt unter anderem daran, dass es noch zu wenige
Sammelstellen gibt. Außerdem sind diese mit
öffentlichen
Verkehrsmitteln oft schlecht zu erreichen.
Daher fordert das Umweltinstitut München, dass alle
Einzelhändler, die Energiesparlampen verkaufen, dazu
verpflichtet
werden ausgediente Energiesparlampen zurückzunehmen. Bei
Altbatterien ist dies seit Jahren bereits gängige Praxis.
Übrigens gehören Glühlampen auch nicht in
den
Glascontainer, ihre Metalldrähte würden das recycelte
Glas
unbrauchbar machen. Daher müssen ausgediente
Glühlampen in
den Hausmüll.
Stand: November 2009
Fotos: cc
by sa Armin
Kübelbeck (Energiesparlampe), cc by sa Traut
(Energieeffizienzklassen), cc by sa Eule 4404 (Farbtemperatur)
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