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FAQs Energiesparlampen

Foto einer Energiesparlampe

Die "gute alte" Glühbirne wird Schritt für Schritt abgeschafft, nach und nach wird sie ganz aus den Regalen verschwinden. Ersetzt wird sie durch neue effizientere Lampen. Für Verbraucher ist damit die Auswahl von Lampen schwieriger geworden, denn das Ersatzangebot an Leuchtmitteln ist nicht nur gewachsen, es hat sich auch stark verändert. Aus Watt ist plötzlich Lumen geworden. Mit oder ohne Hüllkolben, Kaltstarttechnik oder nicht, Spirale oder Stabform und was ist die richtige Lichtfarbe, das alles muss gut überlegt sein. Für jeden Anwendungsbereich, wie Arbeits-, Hintergrund- und Akzentbeleuchtung, werden verschiedene Leuchtmittel mit unterschiedlicher Intensität und Farbtemperatur benötigt. Damit Verbraucher Lampen je nach Verwendungszweck auswählen können, unterliegen diese seit September 2010 einer neuen Kennzeichnungspflicht. Auf den Verpackungen müssen alle relevanten Daten angegeben werden, wie Watt, Helligkeit, Lebensdauer und vieles mehr.

Was wird mit dem Glühbirnenverbot bezweckt?
Die Europäische Union will den Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent senken. Dazu haben das Europäische Parlament und der Ministerrat 2005 die EU-Richtlinie für energiebetriebene Produkte, die so genannte Ökodesign-Richtlinie verabschiedet. Die Vorgaben der Richtlinie werden schrittweise durch EU-Verordnungen konkretisiert, die nach Verabschiedung direkt in allen Mitgliedstaaten der EU gelten. Strengere Effizienzkriterien wurden so für Fernseher, Gefriertruhen, Kühlschränke, Waschmaschinen, externe Netzgeräte für Mobiltelefone oder Computer, Leuchtkörper auf der Straße, im Büro oder im Wohnzimmer, Warmwasserpumpen oder Elektromotoren beschlossen.

Am bekanntesten ist das Verbot der Glühbirne, mit dem EU-weit 15 Mio. Tonnen CO2 und 5 bis 10 Mrd. Euro an Kosten eingespart werden sollen. Die Beleuchtung ist zwar nur für etwa 10 Prozent des Stromverbrauchs in Haushalten verantwortlich. Durch den Einsatz effizienter Lampen kann dieser aber leicht halbiert werden.

Worin unterscheiden sich die verschiedenen Leuchtmittel?

  • Herkömmliche Glühlampen: In diesen wird ein Wolframdraht erhitzt. Lediglich 5 % der elektrischen Energie wird in Licht umgewandelt. Der Rest geht in Form von Wärme verloren. Die mittlere Lebensdauer liegt bei ca. 1000 Stunden.

  • Halogenlampen: Durch Zugabe von Halogen haben Halogen-Glühlampen Vorteile gegenüber normalen Glühlampen. Die Lichtausbeute ist um 20 bis 30 Prozent besser aber immer noch dreimal schlechter im Vergleich zur Energiesparlampe. Die Lebensdauer beträgt bis zu 5000 Betriebsstunden.

  • IRC Lampen: Dies sind Niedervolt-Halogenlampen mit Infrarotbeschichtung (IRC, infrared coated). Eine Lampe dieser Technologie verbraucht ca. ein Drittel weniger Energie und hat eine längere Lebensdauer als eine normale Halogenlampe. IRC Lampen erfordern eine für Stiftsockellampen geeignete Fassung oder einen entsprechenden Adapter für die Schraubfassung.

  • Energiesparlampen: Im Prinzip sind das kleine gebogene Leuchtstoffröhren, sie heißen Kompakt-Leuchtstofflampen oder auch Gasentladungslampen. Mit etwa einem Fünftel des Stroms erzeugen sie die gleiche Helligkeit wie eine Glühlampe. Das bedeutet mehr Licht bei weniger Wärmeverlust. Sie verfügen über eine 5 bis 15-fach höhere Lebensdauer als Glühlampen und rechnen sich trotz höherer Investitionskosten. Ihr Einsatz ist nicht unumstritten, denn sie kommen nicht ohne das hochgiftige Quecksilber aus.

  • Leuchtdiode (LED, light emitting diode): Eine Leuchtdiode ist ein elektronisches Halbleiter-Bauelement. LEDs sind klein, robust, schaltfest und dimmbar. Sie verfügen über eine deutlich höhere Lichtausbeute als Glühlampen und besonders effiziente LEDs erreichen bereits die Lichtausbeute von Energiesparlampen. Sie verfügen über eine äußerst hohe Lebensdauer von bis zu 100.000 Stunden. Für den Einsatz in der Allgemeinbeleuchtung sind sie noch zu leistungsschwach. Das Angebot an Lichtfarben ist zudem begrenzt. Sie befinden sich in ständiger Weiterentwicklung und dürften künftig in der Beleuchtung eine große Rolle spielen.

  • OLED: Eine Weiterentwicklung der LED ist die organische Leuchtdiode OLED, eine dünne Folie, die mit weichem Licht strahlen kann. Die leuchtenden Anteile von OLEDs basieren auf Kohlenstoffmolekülen. Lichttechnik mit leuchtenden Wandtapeten ist allerdings noch Zukunftsmusik.

Für welche Lampen gilt das Verbot?
Das Verbot der klassischen Glühlampen erfolgt schrittweise. Der Handel darf seine restlichen Lagerbestände aufbrauchen. Ebenso dürfen Glühlampen bei Ihnen zu Hause weiter leuchten. Die Lampenhersteller liefern jedoch keinen Nachschub mehr.
Seit September 2009 gilt das Verbot für Glühlampen mit mattem Glas. Klare Glühlampen werden stufenweise, entsprechend ihrer Wattzahl abgeschafft: Ebenfalls 2009 wurden Glühlampen mit 100 Watt und mehr Leistung und 2010 solche ab 75 Watt verboten. 2011 trifft es Lampen ab 60 Watt und schließlich ab September 2012 auch jene unter 60 Watt Leistung. Um die Erfahrungen auszuwerten und neue technische Entwicklungstrends zu berücksichtigen, steht die Regelung dann 2014 auf dem Prüfstand.
Die EU nimmt auch andere ineffiziente Lampen vom Markt. Herkömmliche, matte Halogenlampen dürfen ebenfalls seit September 2009 von der Industrie nicht mehr hergestellt werden, wenn sie schlechter sind als Energieeffizienzklasse C.

Klare Halogenlampen werden wie die Glühlampen schrittweise, entsprechend ihrer Wattzahl und ihrer Energieeffizienz zwischen 2009 und 2012 vom Markt genommen. Ab 2016 sollen alle Lampen im Handel mindestens Energieeffizienzklasse B aufweisen. Die definierten Effizienzanforderungen treffen auch ineffiziente Energiesparlampen und ineffiziente LEDs. Damit ist die Zeit für Sparlampen geringer Qualität ebenfalls abgelaufen. Speziallampen, wie die Glühlampen für Backofen, Kühlschrank oder Nähmaschine wird es uneingeschränkt weiterhin geben.

Grafische Darstellung der Energieeffizienzklassen

Was bedeuten eigentlich die Energieeffizienzklassen?
Wie viele andere Elektrogeräte werden Lampen in die Energieeffizienzklassen A bis G eingeteilt. Die Einstufung basiert auf der so genannten Lichtausbeute. Diese beschreibt, wie viel Lichtstrom (Helligkeit) aus der aufgenommenen elektrischen Energie (Strom) erzeugt wird. Um die gleiche Menge Lichtstrom (Helligkeit) abzugeben, braucht eine Lampe der Energieeffizienzklasse A deutlich weniger Energie (Strom) als eine der Klasse B usw.

Übrigens: Seit September 2010 darf nur für Lampen der Effizienzklasse A der Begriff "Energiesparlampe" verwendet werden.

Warum Lumen statt Watt?
Die elektrische Leistungsaufnahme (Watt) galt in der Vergangenheit ersatzweise als Maß für die Helligkeit. Da die Helligkeit von Glühbirnen proportional zur Leistungsaufnahme zunimmt, war dies auch sinnvoll, solange es nur Glühbirnen gab und die Vergleichbarkeit mit anderen effizienteren Lampen keine Rolle spielte. Die genaue Vergleichsgröße ist nun der Lichtstrom in Lumen (lm), ein Maß dafür, wie viel sichtbare Strahlung eine Lampe abgibt.

Die folgende Tabelle verdeutlicht dies an einem Beispiel und vergleicht verschiedene Lampen gleicher Lichtstärke, allerdings je nach Effizienz mit unterschiedlicher Leistungsaufnahme.

Lampentyp
Lichtstrom in Lumen (lm)
Leistungsaufnahme in Watt (W)
Lichtausbeute in Lumen pro Watt
Einsparpotenzial gegenüber einer Glühlampe
Glühlampe
710
60
12
-
Halogenlampe
710
43
17
29%
Energiesparlampe
710
12-15
47-66
75%-80%
LED-Lampe
710
10-13
53-73
78%-83%

Es ist also besser, sich am Lumenwert zu orientieren. Das Lumen muss zusammen mit anderen Angaben auf der Packung stehen. Verbrauchern, für die der Lumenwert noch ungewohnt ist, wird geraten, sich an der Watt-Angabe ihrer bisherigen Glühbirnen zu orientieren und die auf der Packung angegebenen entsprechenden Watt bei Energiesparlampen zu wählen.

Warum leuchten Energiesparlampen nicht so hell wie Glühlampen?
Auf den Umrechnungstabellen stimmten Watt und Lumen nicht immer exakt überein, da ihnen Messungen von 1980 zugrunde liegen, als viele Lampen noch 10 Prozent weniger Leuchtkraft hatten. Sie dienten nur als Orientierung. Mittlerweile (seit Sept. 2010) werden neu errechnete Entsprechungen eingeführt. Manche Angabe wird dann verwundern, nicht nur weil heute anstatt Watt auch Lumen auf den Packungen als Helligkeit angegeben ist, sondern auch weil manche Umrechnungen krumme Angaben ergeben. So würde z.B. eine 15 Watt Energiesparlampe einer 69 Watt Glühlampe entsprechen, die es so nie gab. Trotz ungewohnter Kriterien kann der Verbraucher aber jetzt seine Auswahl viel gezielter treffen. Die exakte Vergleichsgröße ist der Lichtstrom in Lumen. Je höher die Angabe für den Lichtstrom, um so heller strahlt die Lampe.

Muss ich neue Leuchten kaufen?
Nein, bereits jetzt gibt es für die gängigsten Lampenfassungen (E14 und E27) und darüber hinaus Energiesparlampen in vielfältigen Formen und Leistungsstufen.
Energiesparlampen sind gefaltete oder gewendelte Leuchtstoffröhren. Bei formschönen Lampen in klassischer Glühlampenform, in Globeform oder Kerzenform ist die "nackte" Leuchtstoffröhre mit einem zusätzlichen stoßsicheren Glaskolben oder einer Kunststoff-Ummantelung umhüllt. Allerdings absorbiert der Hüllkolben einen Teil des Lichts, so dass die Lampe etwas weniger effizient arbeitet als die "nackte" Energiesparlampe. Die formschönen Lampen erreichen deshalb oft nur Effizienzklasse B. Dafür zerbrechen diese Lampen kaum mehr. Die Entwicklung geht zu immer kleineren und neuen Bauformen. Mittlerweile sind die kleinsten Energiesparlampen so klein, dass sie sogar Reflektorlampen ersetzen können. Auch Halogenlampen und bereits auch LED-Lampen werden mit gängigen Fassungen angeboten.

Wie lange halten Energiesparlampen?
Während bei herkömmlichen Glühlampen im Schnitt nach 1000 Stunden Schluss ist, halten Energiesparlampen bis zu 10-mal länger. Demzufolge hält eine Energiesparlampe, wenn sie täglich 3 Stunden brennt, im Durchschnitt über neun Jahre.
Die Lebensdauer schwankt zwischen 3000 Stunden und 15000 Stunden. Bei einem 2006 durchgeführten Test der "Stiftung Warentest" von 27 Modellen, hielten lediglich zwei Modelle nur 4500 Stunden. Dagegen brannten 23 andere Lampen je über 10.000 Stunden. Bei sieben Modellen musste der Test sogar nach 19.000 Stunden aus Zeitgründen abgebrochen werden. Es lohnt sich also beim Einkauf zu erstklassiger Markenware der Effizienzklasse A mit einer Lebensdauer von 10.000 bis 15.000 Stunden Lebensdauer zu greifen. Der etwas höhere Einkaufspreis macht sich durch die längere Lebensdauer bezahlt.

Wie viel kann ich durch Energiesparlampen sparen?
Mit Energiesparlampen sparen Sie doppelt: Sie schonen Ihren Geldbeutel und das Klima. Die Gesamtkosten hängen im wesentlichen von den Stromkosten ab. Der Anschaffungspreis spielt langfristig keine Rolle, denn Energiesparlampen rechnen sich durch ihre lange Lebensdauer.

Beispiel: Eine herkömmliche 60-Watt-Glühlampe kostet nur 1 Euro in der Anschaffung, sie hat jedoch nur eine durchschnittliche Lebensdauer von 1.000 Stunden.
Dagegen hält eine gute, etwa gleich helle 13-Watt-Energiesparlampe im Durchschnitt bis zu 10.000 Stunden, auch wenn sie in der Anschaffung etwas teurer ist (etwa 3 bis 10 Euro).
Nach 10.000 Stunden Beleuchtung bei einem Strompreis von z. B. 0,20 Euro/kWh und einem angenommenen Durchschnittspreis von 6,50 Euro für eine Energiesparlampe ergibt sich dann folgendes Ergebnis:


Glühbirne (1.000 Std. Lebensdauer)
Anschaffungskosten 10 X 1 € 10 €
Stromkosten 60 W X 10.000 Std. X 0,20 €/kWh 120 €
Glühbirne GESAMT 130 €
Energiesparlampe (10.000 Std. Lebensdauer)
Anschaffungskosten 1 X 6,50 € 6,50 €
Stromkosten 13 W X 10.000 Std. X 0,20 €/kWh 26 €
Energiesparlampe GESAMT 32,50 €
Einsparung GESAMT 97,50 €

Dem Energieeffizienzplan der Bundesregierung zufolge würde der Stromverbrauch um 7,5 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr sinken, wenn sämtliche Glühbirnen in Deutschland durch Energiesparlampen ersetzt würden. Dies entspricht in etwa der Strommenge, die ein AKW oder Kohlekraftwerk pro Jahr liefert. Der Umstieg auf moderne Leuchtmittel lohnt sich also.

Auch in der Gesamt-Energiebilanz schneiden Energiesparlampen besser ab. Für ihre Herstellung und Entsorgung wird zwar deutlich mehr Energie als für eine Glühlampe benötigt. Jedoch wird gemäß einer Studie der EU von 2008 in der Nutzungsphase soviel Energie eingespart, dass dies nicht ins Gewicht fällt. Pro Lichteinheit und Stunde verbrauchte die Glühbirne insgesamt etwa vier mal so viel Energie wie die Energiesparlampe.

Auch bei der Klimabilanz haben Energiesparlampen die Nase vorn. Für den konventionellen deutschen Strommix, bei dem im Durchschnitt pro kWh 600 g CO2 emittiert werden, bedeutet dies: Eine 13-Watt-Energiesparlampe spart bei einer täglichen Brenndauer von drei Stunden gegenüber einer 60-Watt-Glühlampe pro Jahr zwischen 28 bis 29 kg CO2.

Wieso dauert es nach dem Einschalten so lange, bis eine Energiesparlampe tatsächlich leuchtet?
Da das Gasgemisch im Inneren der Energiesparlampe erst gezündet werden muss, gibt es zwischen dem Anschalten und dem Aufleuchten immer eine Verzögerung. Die Vorheizphase ermöglicht ein schonendes Zünden, erlaubt so häufigeres An- und Ausschalten und verlängert die Lebensdauer. Energiesparlampen brauchen insgesamt bis zu einer Minute, um auf 60 Prozent ihrer Helligkeit zu kommen, da sich die Entladung in der mehrfach gebogenen Leuchtstoffröhre erst aufbauen muss. Auch bei "umweltfreundlichen" Energiesparlampen mit an Amalgam gebundenem Quecksilber anstelle von flüssigem, dauert es länger, bis diese voll leuchten. Das Amalgam muss erst warm werden, damit sich der technisch notwendige Quecksilberdampf entwickeln kann. Am stärksten ausgeprägt ist die Verzögerung, wenn die Lampe frisch aus der Packung kommt. Im Lauf der Wochen brennt sie sich ein und wird dann schneller hell. Seit September 2010 muss die so genannte Anlaufzeit, die Zeit, bis die Lampe 60 Prozent ihrer Lichtleistung erreicht hat, auf der Verpackung stehen.

Es gibt Lampen, die länger brauchen, und solche, bei denen es schneller geht. Angeboten werden Exemplare mit Warmstart- und Quickstart-Technik. Als Beleuchtung für Treppen und in Räumen, die umgehend erhellt sein sollen, sind Quickstart-Lampen zu bevorzugen. In anderen Räumen können Warmstartlampen genutzt werden. Quickstart-Lampen haben in 20 Sekunden 60 Prozent ihrer Helligkeit erreicht. Der Nachteil dabei: Die Haltbarkeit beschränkt sich auf nur 10.000 Schaltungen. Dagegen können Warmstartlampen mit längerer Anlaufzeit 100.000 mal angeschaltet werden, wenn sie zwischendurch abgekühlt sind. Damit sind sie geeignet für den Außenbereich und für Räume, in denen Sie sich lange aufhalten.

Muss man Energiesparlampen länger brennen lassen, damit es sich überhaupt rentiert, sie einzuschalten?
Dies ist ein Gerücht. Denn die Spannungsspitzen im Augenblick des Einschaltens, d.h. bei der Zündung der Lampe, sind von sehr kleinem Energiegehalt und daher vernachlässigbar. Von daher ist es unbedeutend, ob man eine Energiesparlampe für wenige Minuten oder für mehrere Stunden nutzt - es wird so oder so viel Energie eingespart. Übrigens: Der Einschaltstrom bei Glühlampen ist um einiges höher als bei Energiesparlampen. Daher brennen Glühlampen auch meist beim Einschalten durch.
Inzwischen ist auch häufiges An- und Ausschalten für Energiesparlampen kein Problem mehr. Die aktuelle Norm verlangt 3000 Schaltzyklen pro 8000 Stunden. Dies ist weit mehr als für den normalen Hausgebrauch nötig. Nur eins mögen Energiesparlampen überhaupt nicht: Kurzes Ein- und wieder Ausschalten. Um die Lebensdauer Ihrer Energiesparlampe zu verlängern, warten Sie bitte mindestens 1-2 Minuten mit dem Ausschalten.

Kann man Energiesparlampen dimmen?
Anders als herkömmliche Glühbirnen sind nicht alle Energiesparlampen dimmbar. Es gibt aber welche - und die sind auf der Verpackung mit einem Dimmersymbol gekennzeichnet. Darüber hinaus werden Energiesparlampen angeboten, die man durch mehrmaliges Betätigen des Lichtschalters in verschiedene Helligkeitsstufen schalten kann.

Erzeugen Energiesparlampen nur "kaltes" Licht?
Farbtemperatur Die Zeiten des kalt empfundenen Lichts sind längst vorüber. Inzwischen gibt es Energiesparlampen in verschiedenen Lichtfarben von "warmweiß" bis "tageslichtweiß". Die Lichtfarbe "warmweiß" entspricht am ehesten der einer herkömmlichen Glühlampe und eignet sich gut für die gemütliche Beleuchtung in Wohnräumen. Das tageslichtweiße Licht wird zunehmend als Beleuchtung von Büro- und Arbeitsräumen ausgewählt. Für die Lichtfarbe gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. Anstelle der Stufen "warmweiß", "neutralweiß" und "tageslichtweiß" wird oft die so genannte Farbtemperatur in Kelvin (abgekürzt K) angegeben. Dabei gilt:

  • Bis zu 3300 Kelvin = "warmweiß" (gemütlich)

  • 3300 bis 5300 Kelvin = "neutralweiß"<

  • größer als 5300 Kelvin = "tageslichtweiß" (sehr sachlich)

Weißes Licht ist eine Überlagerung von Licht aller Wellenlängen im sichtbaren Bereich, also alle Farben von rot über gelb und grün bis blau. Je höher die Farbtemperatur, desto höher der Anteil an blauem Licht. Sonnenlicht hat eine Farbtemperatur von 5800 Kelvin. Das Licht der Glühbirne entspricht 2700 Kelvin.

Außerdem gibt künstliches Licht je nach Lichtquelle Farben in unterschiedlicher Qualität wieder. Die Farbwiedergabe von Energiesparlampen ist nicht optimal. Ihr Farbspektrum ist aus mehreren Spektralfarben (rot, grün, blau) zusammengesetzt. Zwar sind "Vollspektrumlampen" mit mehr Leuchtstoffen technisch möglich, aber die bessere Lichtqualität mindert die Effizienz. Die Farbtreue von Lampen wird mit einer Kennzahl ausgedrückt.

Verbraucher sollten beim Kauf der Energiesparlampe auf die Angaben zur Farbwirkung achten. Meist wird sie durch dreistellige Nummern charakterisiert und ist auf jeder Verpackung angeführt. Die letzten beiden Ziffern stehen für die Farbtemperatur, also z.B. 27 für 2700 Kelvin. Die erste Ziffer bezeichnet die Qualität der Farbwiedergabe, mit der höchsten Stufe 9 = sehr gute Farbwiedergabe.

Beispiele:

  • "827": Extra-warm-weiße Energiesparlampe mit guter Farbwiedergabe. Das Licht solcher Lampen wird als besonders angenehm empfunden, es wirkt gemütlich und einschläfernd und ist für den Wohn- und Schlafbereich sehr gut geeignet.

  • "840" bis "865": Neutral-weiße bis Tageslicht-weiße Energiesparlampe mit guter Farbwiddergabe. Lampen mit dieser Kennzeichnung sorgen für eine helle, sachliche Stimmung, wirken ermunternd und belebend und sind deshalb für Arbeitsplätze gut geeignet.

Schädigt der hohe Blaulichtanteil von Energiesparlampen die Netzhaut und beeinträchtigt den Hormonhaushalt?
Zwar erzeugen besonders die Tageslicht-weißen Energiesparlampen mehr blaues Licht als Glühbirnen, aber bei warmweißen Lampen ist der Unterschied sehr klein bis gar nicht vorhanden. Außerdem zeigt der Vergleich mit Sonnenlicht, dass blaues Licht kein großes Problem sein kann. An einem Tag bei Kunstlicht am Arbeitsplatz wirkt davon weniger auf den durchschnittlichen Angestellten ein als bei einem Aufenthalt von ein paar Minuten unter freiem Himmel.

Fachleute kennen durchaus die Bedrohung durch intensives Blau und das benachbarte unsichtbare Ultraviolett. Es kann photochemische Prozesse in der Augennetzhaut auslösen, die diese dann auf Dauer schädigen. Probleme macht das aber nur, wenn man aus kurzer Distanz direkt ins Licht schaut. Durch die Blendwirkung vermeidet man das gewöhnlich. Auch der Hormonhaushalt, besonders die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin kann durcheinander geraten. Diese Effekte treten bei allen Lichtquellen auf, besonders bei Sonnenschein. Manche Glühbirnen strahlen sogar mehr Blaulicht ab als Energiesparlampen. Der UV-Anteil verändert sich nämlich nicht nur mit dem Lampentyp sondern auch mit der jeweiligen Charge des verwendeten Glases, je nach dem ob dieses die Strahlung herausfiltert oder durchlässt. Da die Strahlungsintensität andererseits mit dem Quadrat des Abstands abnimmt, kann der Effekt durch einen genügend großen Abstand zur Lichtquelle vermindert werden.

Flimmert das Licht von Energiesparlampen?
Die elektronischen Vorschaltgeräte bringen die Sparlampe mit einer hohen Frequenz von 30 bis 60 Kilohertz zum Leuchten. Das menschliche Auge nimmt Schwingungen jedoch nur bis 60 Hertz wahr. Aber bei Energiesparlampen und traditionellen Glühlampen schwankt die Helligkeit mit der doppelten Frequenz der Spannung. Verbesserte Elektronik begrenzt die Höhe der Schwankungen heute auf 15 Prozent. Laut Bundesamt für Strahlenschutz liegt bisher kein signifikanter Hinweis vor, dass dieses Flimmern so genannte lichtsensitive Krankheitssymptome, wie Migräne, Epilepsie oder Autismus, verschlimmert oder auslöst.

Emittieren Energiesparlampen Elektrosmog?
Ja, die Hochfrequenzstrahlung der elektronischen Vorschaltgeräte von 30 bis 60 Kilohertz ist technisch bedingt und unvermeidbar. Deshalb sollten Energiesparlampen nie im Nahbereich des Kopfes - 30 Zentimeter und weniger - aufgestellt sein. Aber die von den Lampen ausgehenden elektrischen und magnetischen Felder nehmen mit der Entfernung ab. Deshalb empfehlen kritische Stimmen aus Vorsorgegründen einen Abstand von ein bis zwei Metern. Ab einem Abstand von etwa 1 m zum Körper liegt der durch eine Energiesparlampe typischerweise erzeugte Elektrosmog im Bereich des TCO-Werts für strahlungsarme Computermonitore. Energiesparlampen, die deutlich weiter weg sind, treten gegenüber den anderen Feldquellen häufig in den Hintergrund. Wie beim TCO-Regelwerk wäre es aber auch denkbar, dass Gütesiegel für strahlungsarme Lampen vergeben werden. Eine Lampe mit der Zusatzbezeichnung "sensible" hat bereits gezeigt, dass eine deutliche Reduzierung der Hochfrequenzstrahlung möglich ist. Erreicht wurde dies offenbar durch eine spezielle Beschichtung. Außerdem stehen im Fachhandel für Elektrosensible auch abgeschirmte Lampen zur Verfügung.

Bei Lampen, welche sich nahe am Körper befinden (z. B. Schreibtisch- und Leselampen), können Metallschirme feldabschwächend wirken, insbesondere, wenn die Leuchte geerdet, d. h. über einen dreipoligen Schuko-Stecker mit Schuko-Kabel angeschlossen ist.

Alle Leuchten mit 2 poligem Anschlusskabel („Euroflachstecker“), unabhängig ob mit Glühlampen, Energiesparlampen oder LEDs bestückt, sind von elektrischen Feldern umgeben, welche bereits bei Anliegen der Netzspannung, also auch bei ausgeschalteter Leuchte, vorhanden sind. Für die „üblichen“ einpoligen „Schnurschalter“ gilt: Steckt man den Stecker so in die Steckdose, dass die Phase geschaltet wird, wird das elektrische Feld in der näheren Umgebung der ausgeschalteten Lampe stark reduziert, weil die Spannung nicht mehr bis zur Leuchte, sondern nur noch bis zum Schalter kommt, vgl. Skizze "kurzer Weg". Der Elektriker kann die Phase ermitteln und Ihnen die feldarme Position des Steckers zeigen. Vor Allem bei Nachttischlampen kann dies zu einer deutlichen Entlastung während des Schlafs führen.

Schaltkreis kurzer Weg     Schaltkreis langer Weg
Kurzer Weg: Die Spannung (rot) endet bereits nach kurzem Weg am Schalter. Das elektrische Feld umgibt den rot gekennzeichneten Bereich. Langer Weg: Die Spannung liegt im gesamten Leitungsweg, auch an der Lampe, an.

Sind Energiesparlampen giftig?
Ein Nachteil der Energiesparlampen ist ihr Quecksilbergehalt. Jede Lampe enthält geringe Mengen des giftigen Schwermetalls. Innerhalb der EU gilt ein einheitlicher Höchstwert von 5 Milligramm gemäß RoHS-Richtlinie (EU-Richtlinie 2002/96/EG und deutsches ElektrG). Eine stufenweise Reduzierung der erlaubten Höchstmengen an Quecksilber in Energiesparlampen ist in der EU bereits gesetzlich vorgesehen. Ab Januar 2012 sind nur noch 3,5 Milligramm und ab 1.1.2013 nur noch 2,5 Milligramm Quecksilber erlaubt. Viele Sparlampen kommen jetzt schon mit weniger aus, die besten sogar nur mit 1,23 Milligramm Quecksilber. Dieses wird jedoch nur freigesetzt, wenn die Lampe zerbricht. Im Normalbetrieb sind Energiesparlampen ungiftig. Wer verhindern will, dass im Bruchfall Quecksilber frei wird, dem empfiehlt das Umweltbundesamt, Lampen mit Splitterschutz bzw. mit stoßsicherem Hüllkolben zu erwerben. Zudem enthalten einige Modelle Amalgam, das Quecksilber nur im Betrieb freisetzt. Geht eine solche Lampe ausgeschaltet zu Bruch, bleibt das Quecksilber gebunden und kann nicht in die Raumluft gelangen. Die enthaltene Menge Quecksilber muss übrigens seit September 2010 auf der Verpackung angegeben werden.

Sollte eine Lampe zerbrechen und Quecksilber, das bei Raumtemperatur flüchtig ist, frei werden, dann nie einen Staubsauer benützen, warnt die schwedische Chemieschutzbehörde. Das flüchtige Schwermetall wird durchs Staubsaugen noch feiner in der Luft verteilt. Die Schweden empfehlen: Lampensplitter mit einer Pappe auf ein Papier kehren und in einen verschließbaren Glasbehälter bugsieren, beschriften und bei der Sammelstelle abgeben. Mit einem nassen Lappen den Boden aufwischen (Lappen ebenfalls in den Behälter), einige Minuten gut durchlüften und dabei das Zimmer verlassen.

Tests des Umweltbundesamtes

Das Umweltbundesamt hat Tests durchgeführt, die eine "worst case" Situation simulieren. Dazu wurden zwei Lampen europäischer Markenhersteller untersucht: Eine mit 2 Milligramm und die andere mit 5 Milligramm Quecksilber. Keine der beiden Lampen hatte eine Schutzummantelung (Hüllkolben) und beide Lampen wurden im Betriebszustand zerbrochen. Bei beiden Energiesparlampen wurden sowohl nach fünf Minuten als auch nach fünf Stunden in einem Meter über dem Fußboden die Quecksilber-Konzentrationen gemessen. Das Ergebnis: Unmittelbar nach dem Bruch kann die Quecksilber-Belastung um das 20-fache über dem Richtwert von 0,35 mg/m3 (Mikrogramm/Kubikmeter) für Innenräume liegen, bei dem eine Beseitigung der Ursache empfohlen wird. Die gemessenen Konzentrationen können die Gesundheit von Schwangeren, kleinen Kindern und empfindlichen Personen beeinträchtigen, wenn, wie beim Test geschehen, die Bruchstücke länger liegen bleiben. Es ist aber zu erwarten, dass nach ordnungsgemäßer Beseitigung der zerbrochenen Lampe und nach Lüftung die Quecksilber-Konzentration im Innenraum schnell wieder deutlich abnimmt.

Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb insbesondere für Kinderzimmer, Schulen, Sporthallen oder Kindergärten bruchsichere Energiesparlampen mit Ummantelung oder andere Schutzmaßnahmen, die die Lampe vor dem Zerbrechen schützen. Bruchsichere Modelle sind bereits im Handel verfügbar. Es ist aber zu fordern, dass dies für alle Energiesparlampen zur Norm wird.

Übrigens: Experten kennen das "Quecksilber-Paradoxon". Dieses besagt, dass Energiesparlampen im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen die Quecksilberemissionen sogar senken. Derzeit kommt nämlich etwa die Hälfte des Stroms in Deutschland aus Kohlekraftwerken und bei der Kohleverbrennung im Kraftwerk gelangt Quecksilber in die Umwelt, und zwar 0,0147 mg/kWh. Und da die Glühlampe 80 Prozent mehr Strom frisst, wird indirekt auch mehr Quecksilber frei als bei der Energiesparlampe, selbst wenn diese am Ende noch kaputt gegangen ist. In Punkto Quecksilber-Emissionsbilanz schneiden Energiesparlampen um etwa 30 Prozent günstiger ab. Energiesparlampen könnten noch viel umweltfreundlicher sein, wenn sie auch korrekt entsorgt würden. Wird z.B. eine 11 Watt Lampe als Sondermüll recycliert, dann verringert sie die Quecksilber-Emissionen noch um gut 80 Prozent.

Was muss ich bei der Entsorgung von Energiesparlampen beachten?
Die Entsorgung ist unbefriedigend geregelt: Da Energiesparlampen wenige Milligramm Quecksilber enthalten, sind sie Sondermüll. Doch viele Verbraucher wissen nicht, wie man Lampen korrekt und umweltschonend entsorgt. Alte Glühlampen und Halogenlampen kann man bedenkenlos in den Hausmüll werfen. Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren dagegen dürfen weder in den normalen Hausmüll noch in den Glascontainer. Auch LED müssen im Wertstoffhof als Elektronikschrott entsorgt werden, da sie Elektronikbauteile und seltene Erden enthalten. Ausgediente Energiesparlampen müssen möglichst unzerstört bei einem Wertstoffhof oder auch beim Giftmobil abgegeben werden. Die Abgabe ist kostenlos. Aber nicht jeder Recyclinghof nimmt die Altlampen an.

Seit März 2006 müssen die Hersteller ausgediente Leuchtstofflampen kostenlos zurücknehmen und recyceln. Dazu gründeten sie die Münchner Firma Lightcycle, die in Deutschland die Rücknahme von ausgedienten Gasentladungslampen, unter anderem Energiesparlampen, organisiert. Die gesamte Rücklaufquote beträgt rund 40 Prozent. Doch die Rückgabe-Bereitschaft der deutschen Haushalte ist noch gering. Zwar klebt auf den Energiesparlampen seit 2006 ein Etikett mit einer durchgestrichenen Mülltonne, jedoch schätzungsweise nur 10 bis 20 Prozent der Haushalte entsorgen ihre Lampen korrekt. Damit zählt Deutschland europaweit zu den Ländern mit der geringsten Sammelquote. Das liegt unter anderem daran, dass die Dichte der Sammelstellen unzureichend ist, es gibt davon nur 2200 in ganz Deutschland. Außerdem sind diese oft nur umständlich zu erreichen. München ist eher die Ausnahme, hier können die Energiesparlampen an 11 Wertstoffhöfen abgegeben werden.

Die Einzelhandelsgeschäfte sind nicht zur Rücknahme verpflichtet. Noch sind Sammelboxen auf freiwilliger Basis in Geschäften dünn gesät. Ein Marktcheck ergab: Nur die Hälfte von fast 200 getesteten Geschäften nahm die Altlampen zurück. Spezielle Sammelboxen hatte nur jeder zehnte Händler. In vielen Fällen ist unklar, was anschließend mit den Lampen passiert. Vorreiter der fachgerechten Entsorgung von Energiesparlampen via Sammelbox sind Baumärkte, die Schlusslichter bilden Discounter, Supermärkte und Drogerien.

Daher fordert das Umweltinstitut München, dass alle Einzelhändler, die Energiesparlampen verkaufen, dazu verpflichtet werden, ausgediente Energiesparlampen zurückzunehmen. Bei Altbatterien ist dies seit Jahren bereits gängige Praxis.


Stand: April 2011.