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Fragen & Antworten - Regenerative Energien, Klimaschutz und Passivhaus

Was sind regenerative Energien?
Regenerative Energien, auch erneuerbare Energien genannt, sind alle aus der Sonneneinstrahlung auf die Erde resultierenden Energien. Im einzelnen sind dies Wasserkraft, Windenergie, Energie aus Biomasse, Solarwärme und Solarstrom.
Die Nutzung von regenerativen Energien verursacht eine deutlich geringere Umweltbelastung als die konventioneller Energien. Ganz frei von Schadstoff- bzw. CO2-Emissionen sind aber auch regenerative Energien nicht, da für die Herstellung der Anlagen Energie aufgewendet werden muss.

Solarwärme: Sind Solarwärmeanlagen (Sonnenkollektoren) wirtschaftlich?
Nein, bei derzeitigen Energiepreisen in der Regel nicht.
Die Gestehungskosten für die solare Warmwasserbereitung liegen immer noch bei mindestens 10-15 Cent pro kWh, deutlich über Öl oder Gas mit z.Zt. noch unter 5 Cent pro kWh. Die Wirtschaftlichkeit hängt aber stark von der künftigen Entwicklung der Öl- bzw. Gaspreise ab. Im Vergleich zur Warmwasserbereitung mit Strom ist Solarwärme heute schon wirtschaftlich.
Allerdings sollte beim Wirtschaftlichkeitsvergleich berücksichtigt werden, dass die externen Kosten des Energieverbrauchs (Umwelt- und Gesundheitsschäden infolge des Schadstoffausstoßes) nicht im Energiepreis für konventionelle Energien enthalten sind. Würden diese mit einbezogen, so sähe das Ergebnis für die regenerativen Energien günstiger aus.
Auf unserer Homepage bieten wir Ihnen Excel-Blätter zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Solarwärmeanlagen zum download an.

Solarstrom: Ist der Betrieb von Solarstromanlagen (PV-Anlagen) wirtschaftlich?
Ja, mit Einschränkungen.
Solarstromanlagen bringen in Deutschland in der Regel keine finanziellen Verluste. Das liegt einerseits an der staatlichen Förderung über kostendeckende Vergütung des ins Netz eingespeisten Solarstroms, andererseits an zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Für Schnäppchenjäger sind PV-Anlagen aber ungeeignet: sie erwirtschaften im allgemeinen nur eine recht magere Rendite.
Auf unserer Homepage bieten wir Ihnen Excel-Blätter zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen zum download an.

Brauchen Solarzellen für die Herstellung mehr Energie als sie im Laufe ihrer Lebensdauer erzeugen?
Die Meinung, Solarzellen bräuchten für die Herstellung mehr Energie als sie im Laufe ihrer 20-jährigen Lebensdauer erzeugen, ist ein hartnäckiges Vorurteil. Die energetische Rücklaufzeit, also die Zeit, die eine Solarstromanlage Strom erzeugen muss, hägt von mehreren Faktoren ab und liegt bei mehreren Monaten bis einigen Jahren.

Wie groß ist das Potential von Solarstrom in Deutschland?
Mindestens 10% beträgt der Solarstromanteil an der Stromversorgung in Deutschland.
Die gesamte Sonneneinstrahlung auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland liegt bei 350.000 Mrd. kWh pro Jahr. Mit einem Umwandlungswirkungsgrad von 10% könnte man aus der einfallenden Strahlungsenergie theoretisch 35.000 Mrd. kWh Strom erzeugen, 70-mal mehr als der gesamte Stromverbrauch in Deutschland.
In der Praxis begrenzt nicht die verfügbare Dachfläche den Solarstromanteil; es sind vielmehr die Speichermöglichkeiten. Mit einem 24-Stunden-Speicher errechnet sich im Jahresmittel ein maximaler Solarstromanteil an der Stromversorgung von gut 10% (aus Ulrich Immler: "Energetische und wirtschaftliche Beurteilung von PV-Anlagen in der Bundesrepublik Deutschland". Institut für alternative Energietechnik, Fachbereich Maschinenbau, Technische Hochschule Darmstadt, 1995).

Schnittdarstellung eines Passivhauses. Bildquelle: Passivhausinstitut DarmstadtWas bedeutet der Begriff "Passivhaus"?
Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das nach entsprechender Ausstattung kein separates Heizungssystem mehr benötigt. Dazu muss nachgewiesen werden, dass der wohnflächenbezogene Heizwärmebedarf des Hauses nicht größer ist als 15 kWh/m²a. Dies entspricht bei 200 m² Wohnfläche einem Brennstoffbedarf für die Raumwärmeerzeugung von 300 Litern Heizöl im Jahr. Die Restwärme kann dem Wohnbereich über die Lüftungsanlage zugeführt werden. Erreicht wird der Passivhausstandard durch niedrige U-Werte (k-Werte) der Gebäudehülle von weniger als 0,15 W/m²K, optimale Fenster mit hauptsächlicher Südorientierung, nachgewiesene Luftdichtigkeit der Gebäudehülle.

Im Rahmen des Förderprogramms zur Energieeinsparung der Stadt München werden so genannte Passivhäuser mit bis zu 50.000 Euro gefördert.

Passivhäuser werden außerdem bundesweit in Form von zinsgünstigen Darlehen gefördert von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (Kontakt über die Hausbank), der Umweltbank, Nürnberg und der Ökobank, Frankfurt.
Weitere Informationen und Bezug von Literatur zu Passivhäusern erhalten Sie vom Passivhausinstitut Darmstadt

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