Fragen & Antworten - Regenerative Energien, Klimaschutz und PassivhausWas sind regenerative Energien? Regenerative Energien, auch erneuerbare Energien genannt, sind alle aus der Sonneneinstrahlung auf die Erde resultierenden Energien. Im einzelnen sind dies Wasserkraft, Windenergie, Energie aus Biomasse, Solarwärme und Solarstrom. Die Nutzung von regenerativen Energien verursacht eine deutlich geringere Umweltbelastung als die konventioneller Energien. Ganz frei von Schadstoff- bzw. CO2-Emissionen sind aber auch regenerative Energien nicht, da für die Herstellung der Anlagen Energie aufgewendet werden muss.  Das Atomkraftwerk Isar 1. Die radioaktiven Emissionen kommen nicht aus dem Kühlturm, sondern aus dem unscheinbaren Kamin... Foto: Hacker
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Schützt Atomenergie unser Klima? In der Klimaschutzdebatte wird gerne angeführt, dass Atomenergie nicht klimaschädigend sei, da sie ohne Freisetzung des Treibhausgases CO2 arbeitet. Es ist zwar richtig, dass bei der Energiegewinnung in Atomkraftwerken im Unterschied zur Energiegewinnung durch Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas kein Kohlendioxid emittiert wird. Betrachtet man aber den gesamten Brennstoffzyklus, ergibt sich ein anderes Bild. Studien, die Gesamtbilanzen vom Rohstoffabbau bis zur Endlagerung betrachtet haben, kommen zu dem Ergebnis, dass der Erzeugung von Atomstrom im Mittel 60 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Atomstrom anzurechnen sind. Das ist mehr CO2, als den erneuerbaren Energien zugerechnet wird. Aber selbst wenn man die Atomkraftwerke isoliert betrachtet, müssten - um den globalen CO2-Ausstoß erheblich zu verringern - mehrere tausend Atomreaktoren gebaut werden. Dies scheitert allein schon an der fehlenden Versorgungssicherheit: Der Rohstoff Uran wäre bei gleichbleibendem Verbrauch noch ca. 30 Jahre verfügbar, bei einem deutlichen Ausbau der Atomstromgewinnung wären die Reserven sehr viel schneller aufgebraucht. Neue Uranminen zu erschließen würde nicht nur beachtliche Investitionen erfordern sondern auch viel Zeit erfordern. Ein so gewaltiger Ausbau dieser Risikotechnologie ist sowohl aus ökonomischen als auch aus ökologischen Gründen unsinnig, nicht zuletzt würde er wegen den Sicherheits- und Unfallrisiken an der mangelnden Akzeptanz der Bevölkerung scheitern. Ist Atomstrom billig? Atomenergie ist für den Verbraucher im Vergleich zu Energiegewinnung aus Öl und Gas nur deshalb billiger, weil diese mit gewaltigen Subventionen gestützt wurde und immer noch gefördert wird. So haben Atomkraftwerke heute noch das Privileg, dass sie keine risikogerechte Haftpflichtversicherung abschließen müssen und - im Gegensatz zu Mineralöl und Erdgas - der Brennstoff Uran nicht besteuert ist. Außerdem weisen die deutschen Atomkonzerne steuerfreie Rückstellungen für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle in Höhe von über 35 Milliarden Euro in ihren Bilanzen aus. Dazu kommt, dass die meisten der laufenden Atomreaktoren bereits abgeschrieben sind. Die Gewinne der Atomkonzerne rühren daher, dass Kosten und Risiken der Atomenergie betriebswirtschaftlich nicht angemessen berücksichtigt werden. Hohe staatliche Subventionen und systematisch unterbewertete Risiken verfälschen das tatsächliche Ergebnis. Atomstrom ist ohne Subventionierung nicht marktfähig. Nach Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) erfordert eine Kilowattstunde Kapazität bei Gas- und Dampfkraftwerken nur etwa ein Drittel der Investitionen, die bei Atomkraftwerken anzusetzen sind - Stilllegungs-, Rückbau- und andere Folgekosten wie Endlagerung oder Schutz vor Terroranschlägen nicht eingerechnet. Weil bei Öl und Gas die Preise derzeit explodieren, wird gerne auf die angeblich billige Atomenergie verwiesen. Nicht erwähnt wird dabei, dass auch der Uranpreis mit ca. 30 US-Dollar für ein knappes halbes Kilogramm (Pound, englisches Pfund) auf einem 20-Jahreshoch liegt. Seit 2004 hat sich der Uranpreis mehr als verdoppelt. Grund hierfür war eine Entscheidung der russischen Regierung, ihre Uran-Exporte um ein Drittel zu senken, da es für den Bau eigener Reaktoren gebraucht würde. Damit drohte Uran zur Mangelware zu werden, was die Preise auf immer neue Höchststände treibt. Während einige Politikerinnen und Politiker Neubauten von Atomkraftwerken auch bei uns nicht mehr ausschließen, sind die Energiekonzerne deutlich zurückhaltender. Die Investitionskosten für AKW seien viel zu hoch, an Neubauten würde derzeit nicht gedacht, so der Verband der Deutschen Elektrizitätswirtschaft (VDEW). Ähnliches mutmaßt das Zentrum der Deutschen Wirtschaftsforschung: Da die Fixkosten zu hoch und der Widerstand groß wäre, sind bei den Stromkonzernen AKW-Neubauten heute kein Thema. Solarwärme: Sind Solarwärmeanlagen (Sonnenkollektoren) wirtschaftlich? Nein, bei derzeitigen Energiepreisen in der Regel nicht. Die Gestehungskosten für die solare Warmwasserbereitung liegen immer noch bei mindestens 10-15 Cent pro kWh, deutlich über Öl oder Gas mit z.Zt. noch unter 5 Cent pro kWh. Die Wirtschaftlichkeit hängt aber stark von der künftigen Entwicklung der Öl- bzw. Gaspreise ab. Im Vergleich zur Warmwasserbereitung mit Strom ist Solarwärme heute schon wirtschaftlich. Allerdings sollte beim Wirtschaftlichkeitsvergleich berücksichtigt werden, dass die externen Kosten des Energieverbrauchs (Umwelt- und Gesundheitsschäden infolge des Schadstoffausstoßes) nicht im Energiepreis für konventionelle Energien enthalten sind. Würden diese mit einbezogen, so sähe das Ergebnis für die regenerativen Energien günstiger aus. Auf unserer Homepage bieten wir Ihnen Excel-Blätter zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Solarwärmeanlagen zum download an.
Solarstrom: Ist der Betrieb von Solarstromanlagen (PV-Anlagen) wirtschaftlich? Ja, mit Einschränkungen. Solarstromanlagen bringen in Deutschland in der Regel keine finanziellen Verluste. Das liegt einerseits an der staatlichen Förderung über kostendeckende Vergütung des ins Netz eingespeisten Solarstroms (48 Cent pro kWh), andererseits an zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (Zinssatz 1,9% p.a.). Für Schnäppchenjäger sind PV-Anlagen aber ungeeignet: sie erwirtschaften im allgemeinen nur eine recht magere Rendite. Die tatsächlichen Gestehungskosten von Solarstrom liegen z.Zt. noch bei 0,70 €/kWh. Deshalb ist eine massive Förderung von PV-Anlagen auch mittelfristig notwendig. Auf unserer Homepage bieten wir Ihnen Excel-Blätter zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen zum download an.
Brauchen Solarzellen für die Herstellung mehr Energie als sie im Laufe ihrer Lebensdauer erzeugen? Die Meinung, Solarzellen bräuchten für die Herstellung mehr Energie als sie im Laufe ihrer 20-jährigen Lebensdauer erzeugen, ist ein hartnäckiges Vorurteil. Die energetische Rücklaufzeit, also die Zeit, die eine Solarstromanlage Strom erzeugen muss, um die für die Herstellung benötigte Strommenge zu erzeugen, liegt bei 4 Jahren. Wie groß ist das Potential von Solarstrom in Deutschland? Mindestens 10% beträgt der Solarstromanteil an der Stromversorgung in Deutschland. Die gesamte Sonneneinstrahlung auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland liegt bei 350.000 Mrd. kWh pro Jahr. Mit einem Umwandlungswirkungsgrad von 10% könnte man aus der einfallenden Strahlungsenergie theoretisch 35.000 Mrd. kWh Strom erzeugen, 70-mal mehr als der gesamte Stromverbrauch in Deutschland. In der Praxis begrenzt nicht die verfügbare Dachfläche den Solarstromanteil; es sind vielmehr die Speichermöglichkeiten. Mit einem 24-Stunden-Speicher errechnet sich im Jahresmittel ein maximaler Solarstromanteil an der Stromversorgung von gut 10% (aus Ulrich Immler: "Energetische und wirtschaftliche Beurteilung von PV-Anlagen in der Bundesrepublik Deutschland". Institut für alternative Energietechnik, Fachbereich Maschinenbau, Technische Hochschule Darmstadt, 1995). Was bedeutet der Begriff "Passivhaus"? Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das nach entsprechender Ausstattung kein separates Heizungssystem mehr benötigt. Dazu muss nachgewiesen werden, dass der wohnflächenbezogene Heizwärmebedarf des Hauses nicht größer ist als 15 kWh/m²a. Dies entspricht bei 200 m² Wohnfläche einem Brennstoffbedarf für die Raumwärmeerzeugung von 300 Litern Heizöl im Jahr. Die Restwärme kann dem Wohnbereich über die Lüftungsanlage zugeführt werden. Erreicht wird der Passivhausstandard durch niedrige U-Werte (k-Werte) der Gebäudehülle von weniger als 0,15 W/m²K, optimale Fenster mit hauptsächlicher Südorientierung, nachgewiesene Luftdichtigkeit der Gebäudehülle.
Im Rahmen des Förderprogramms zur Energieeinsparung der Stadt München werden so genannte Passivhäuser mit bis zu 50.000 Euro gefördert. Passivhäuser werden außerdem bundesweit in Form von zinsgünstigen Darlehen gefördert von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (Kontakt über die Hausbank), der Umweltbank, Nürnberg und der Ökobank, Frankfurt. Weitere Informationen und Bezug von Literatur zu Passivhäusern erhalten Sie vom Passivhausinstitut Darmstadt Verwandte Themen: Elektrosmog (Netzstrom, Solaranlagen) Wechsel zum Ökostrom Stromsparen Energiesparen im Altbau (Wärmeenergie) Wärmedämmung und Schimmel Recyclingpapier Noch Fragen? - Wenden Sie sich an
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