Fragen & Antworten - Wechsel zum ÖkostromRund 90 Prozent des konventionellen Stroms werden in konventionellen Kraftwerken produziert, hauptsächlich mit Kohlekraftwerken (ca. 50 %) und Atomkraftwerken (ca. 30 %). Pro Kilowattstunde verbrauchten Stroms werden von der deutschen Durchschnittsproduktion gut 600 Gramm CO2 in die Luft geblasen. Der Anteil erneuerbarer Energiequellen (Ökostrom) stieg in den letzten zehn Jahren von 4 auf 10 Prozent. Ökostrom stammt im wesentlichen aus Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und Fotovoltaik. Erneuerbare Energien sind mit menschlichen Maßstäben gemessen "unerschöpflich". Entweder ist die vorhandene Energiemenge so groß, dass sie durch menschliche Nutzung nicht geschmälert werden kann (z. B. Sonnenenergie) oder sie erneuert sich zeitnah und kontinuierlich (z. B. Biomasse). Zu Ökostrom kann bundesweit jeder Stromkunde wechseln.
Durch was unterscheiden sich die Anbieter von Ökostrom? Verkauft ein Stromversorger als Ökostrom hauptsächlich Energie aus Wasserkraftwerken, die schon lange vor der Liberalisierung des Strommarktes liefen, entsteht bei Wahl dieses Stroms keine zusätzliche Entlastung für die Umwelt. Wer Öko-Strom verbraucht, möchte aber den Kraftwerks-Mix verändern, dh. den Anteil regenerativ erzeugten Stroms an der Gesamtstromversorgung erhöhen. Die Stromversorger haben unterschiedlich weitgehende Ansprüche an Neu-Investitionen in regenerative Energien.
Welche Gütesiegel gibt es, was sagen sie aus?
 Das Öko-Institut vergibt in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und der Umweltorganisation WWF das ok-Power-Zertifikat. Die mit dem Gütesiegel ausgestatteten Tarife müssen wirklich zu einer Umweltentlastung führen. Hierzu muss der Anbieter den Neubau von Kraftwerken auf regenerativer Basis fördern. Umwelt- und Verbraucherorganisationen wie der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), dem Bund der Energieverbraucher und der Verbraucherinitiative haben das "Grüner Strom Label" herausgegeben. Die so zertifizierten Angebote Grünen Stroms sollen, zusätzlich zu staatlichen Maßnahmen der Markteinführung von Strom aus regenerativen Quellen dienen. Dies muss durch Investitionen in solche Anlagen mit festgesetzten Quoten erfolgen. Der mit dem Goldenen Label ausgezeichnete Strom muss zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen stammen, der mit dem silbernen zu mindestens zu 50 Prozent und der Rest in Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Auch der TÜV vergibt Zitate für Ökostrom, allerdings mit völlig unterschiedlichen Anforderungen. So lassen sich Greenpeace Energy und die Elektrizitätswerke Schönau ihren Strom, der die Mindestkriterien des Grünen-Strom-Labels bzw. des ok-Power-Labels deutlich überschreitet, vom TÜV Nord zertifizieren. Der TÜV Süd hat mehrere Siegel, von denen eines mindestens 25 % Strom aus Neuanlagen verlangt, das andere zu 100 % aus Wasserkraft. Bei beiden gibt es einen Preisaufschlag, der in neue Kraftwerke auf Basis erneuerbarer Energien investiert werden muss.
Welcher Öko-Strom ist der "beste"? Sehr konsequent ist Strom der Elektrizitätswerke Schönau und von Greenpeace Energy. Auch die von Umwelt- und Verbraucherorganisationen getragenen Label ok-Power-Label und Grüner Strom Label sind als Alternative zum konventionellen Strom zu empfehlen. Bei den TÜV-Siegeln gibt es große Unterschiede, am besten selbst unter www.energie-zertifizierung.de nachschauen.
Wie finde ich Anbieter / Preisvergleiche? Bekannte Online-Datenbank, bei der Sie auch separat nach Öko-Strom-Anbietern suchen können: verivox.de Wie geht das mit dem Wechsel? Wechseln können alle, die selbst Endkunde sind, also eine jährliche Stromrechnung eines Stromversorgers erhalten. Sobald der neue Stromanbieter den unterschriebenen Vertrag erhält, kümmert er sich um alle Formalitäten, dh. auch um die Kündigung beim bisherigen Stromanbieter. Laut Stiftung Warentest funktioniert der Wechsel inzwischen weitgehend reibungslos. Gibt es bei dem Wechsel eine Unterbrechung der Stromversorgung? Nein. Beim Stromwechsel werden keine Leitungen getrennt, kein Zähler umgeschraubt. Der Strom kommt nach wie vor aus dem Netz des regionalen Stromnetz-Betreibers, welches mit dem europäischen Verbundnetz zusammengeschlossen ist. Kommt aus meiner Steckdose nach dem Wechsel originärer Öko-Strom? Nein. Sie erhalten aber die Zusicherung, dass Öko-Strom in der Höhe Ihres Verbrauchs in das europäische Verbundnetz eingespeist wird. Die Zertifizierer (siehe Gütesiegel) überwachen dies.  In der Wohnung auch bei Ökostrom selten nötig: die Taschenlampe. Foto: Ulrich-Raithel
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Ist die Stromversorgung so zuverlässig wie bisher? Ja. Der Strom kommt nach wie vor aus dem Netz des regionalen Stromnetz-Betreibers, welches mit dem europäischen Verbundnetz zusammengeschlossen ist. Wer ist zuständig bei Störungen? Wie bisher: Ihr regionaler Stromnetzbetreiber. Ihr neuer Anbieter bezahlt an diesen je übertragene Kilowattstunde einige Cent Netznutzungsgebühr. Kann ich als Öko-Strom-Bezieher guten Gewissens Strom verprassen? Nein. Auch Öko-Strom verursacht z.B. durch den Bau und Betrieb der Anlagen eine gewisse Umweltbelastung. Verwandte Themen: Stromsparen Energiesparen im Altbau (Wärmeenergie) Wärmedämmung und Schimmel Regenerative Energien, Klimaschutz und Passivhaus Recyclingpapier Noch Fragen? - Wenden Sie sich an
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