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Fragen & Antworten - Lebensmittel & Ernährung - Bio-Lebensmittel



Was hat Ernährung mit Umweltschutz zu tun?
Viel! Denn je nachdem was wir essen, belasten wir unsere Umwelt mehr oder weniger stark.

  • Konventionell oder Bio:
    Wer Bio-Lebensmittel kauft tut nicht nur für sich etwas Gutes, sondern schützt auch noch die Umwelt. Denn beim Anbau von Bio-Lebensmittel wird auf Pflanzengifte, künstlichen Dünger und Gentechnik verzichtet. Noch mehr gute Gründe für Bio-Lebensmittel finden Sie hier.

  • Tierisch oder pflanzlich:
    Massentierhaltung
    Massentierhaltung - ein Desaster für
    Tiere, Menschen und Umwelt



    Auch hier gilt: Zurückhaltung bei tierischen Lebensmitteln, wie Fleisch, Eier und Milch, wirkt sich nicht nur positiv auf die Gesundheit, sondern auch auf die Umwelt aus. Denn für die Produktion einer Fleisch-Kalorien müssen durchschnittlich sieben Pflanzen-Kalorien verfüttert werden. Deshalb müssen auf riesigen Ackerflächen Futtermittel angebaut werden. Die Folgen: Monokulturen, Regenwaldabholzung und extrem hoher Einsatz von Pestiziden. Vor allem die Produktion von Futtermitteln aus Gen-Soja ruft verheerende ökologische und soziale Probleme in den Anbauländern hervor (Lesen Sie hier mehr zu Gentechnik in Futtermitteln).

    Ein weiteres Problem der Massentierhaltung sind die riesigen Mengen anfallender Gülle. Normalerweise ist die Gülle ein guter biologische Dünger in der Landwirtschaft. Doch in zu großen Mengen auf Feldern ausgebracht, lässt sie die Nitratwerte in Seen, Flüssen und Grundwasser ansteigen. In Niedersachsen, der Hochburg der deutschen Massentierhaltung, ist das Grundwasser an fast jeder fünften Messstelle so stark mit Nitrat belastet, dass es nicht mehr zum Trinken geeignet ist.

    Außerdem belastet die Massentierhaltung das Klima. Laut der FAO gehen fast 20 Prozent aller vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen auf das Konto der Tierhaltung – mehr als die globalen Emissionen durch den Verkehr.

  • International und ganzjährig oder regional und saisonal
    Natürlich müssen Sie nicht auf Ihren morgendlichen Kaffee oder den Pfeffer in der Suppe verzichten. Doch gerade beim Einkauf von Obst und Gemüse lohnt sich der bewusste Griff zum saisonalen und regionalen Angebot. Zum einen sind die Produkte frischer und damit häufig geschmackvoller, und zum anderen wird der hohe Energieaufwand für Transport und Lagerung minimiert. Da freut sich das Klima und ganz nebenbei unterstützen Sie die heimischen Landwirte.

  • Wasserflasche oder Wasserhahn
    Getränkedosen
    Die Getränkedose - eine ökologische Sackgasse


    Ein weiteres Berührungsfeld zwischen Ernährung und Ökologie ist die Verpackung von Lebensmitteln und die damit verbundene Entstehung von Müll. Greifen Sie bewusst zu umweltschonend verpackten Produkten. Hier gilt:

    • Die beste Verpackung ist keine Verpackung!

    • Meiden Sie portionsweise abgepackte Lebensmittel.

    • Verpackungen aus Papier und Karton sind besser als Plastik, Styropor und Aluminium.

    • Geben Sie Mehrweg den Vorzug. Doch Vorsicht: Nicht alle Flaschen mit Pfand sind Mehrwegflaschen. Anhand der Logos können Sie Einwegpfand und Mehrwegpfand leicht unterscheiden.

    • Bei Getränkedosen ist klar: Trotz Pfand gibt es hier nur die ökologische Sackgasse. Bei Dosen ist Mehrweg nämlich immer ausgeschlossen, deshalb sollte man sie unbedingt meiden.

    • Warum eigentlich Wasser für teures Geld in Flaschen kaufen? Gutes Trinkwasser bekommen wir doch frei Haus über die Wasserleitung geliefert. Wasser aus dem Hahn schont durch das Wegfallen von Verpackung und Transport nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel – und Rückenschmerzen vom Kistenschleppen gehören auch der Vergangenheit an!

    • Bringen Sie Ihren Einkauf nicht in Plastiktüten, sondern in Stofftaschen oder ähnlichem nach Hause.



Was ist der Unterschied zwischen Bio- und Öko-Lebensmitteln?
Es gibt keinen Unterschied zwischen Bio- und Öko-Lebensmitteln. Die Begriffe „Bio“ und „Öko“ leiten sich von ökologischer bzw. biologischer Landwirtschaft ab und sind gleichbedeutend.


Das europäische Bio-Siegel
Bio-Lebensmittel sind leicht an
dem europäischen Bio-Siegel zu erkennen

Woran erkenne ich Bio-Lebensmittel?
Bio-Lebensmittel tragen den Vermerk „Bio“ bzw. „Öko“. Außerdem ist auf Ihrer Verpackung das europäische Bio-Siegel und die Code-Nummer einer unabhängigen Kontrollstelle aufgedruckt. Oft sieht man neben dem EU-Bio-Siegel auch ein Label von einem der Öko-Anbauverbände.


Sind Bio-Lebensmittel wirklich gesünder als konventionelle?
Ja, es gibt viele Gründe, warum Bio-Lebensmittel besser für Ihre Gesundheit sind als konventionelle Lebensmittel. Nicht umsonst sind führende Hersteller von Babynahrung auf Bio umgestiegen.

  • Weniger Pflanzengifte:
    Ökologische Lebensmittel enthalten so gut wie keine gesundheitsschädlichen Agrargifte. So fand die Lebensmittelüberwachungsbehörde des Landes Baden-Württemberg 2009 im Durchschnitt bei konventionellem Obst 0,39 und Gemüse 0,36 Milligramm Pestizidrückstände pro Kilogramm. Bei Öko-Erzeugnissen waren es nur 0,002 mg/kg - also etwa 200 mal weniger!

    Die meisten Restpestizide in Bioware sind auf windbedingte Drift von konventionellen Flächen zurückzuführen. Auch allgemeine Umweltverschmutzung führt zu Rückständen.

  • Weniger krebserregendes Nitrat:
    In ökologischem Gemüse ist deutlich weniger Nitrat enthalten. Denn die intensive Stickstoffdüngung in der konventionellen Landwirtschaft führt zu hohen Mengen an Nitrat im Gemüse. Im Körper wird Nitrat zu krebserregenden Nitrosaminen umgebaut.

  • Keine Gentechnik:
    Der ökologische Landbau hat mit der risikoreichen Gentechnologie nichts am Hut. Genmanipuliertes Saatgut und Futtermittel sowie Gentechnik in der Verarbeitung von Öko-Lebensmitteln sind tabu. Negative gesundheitliche Folgen der Gentechnik werden somit von vornherein ausgeschlossen.

    Dennoch ist die Bedrohung durch Gentechnik für die ökologische Landwirtschaft groß, denn kontaminierte Pollen machen vor ökologisch angebauten Flächen nicht halt.

    Salat
    Bio schmeckt natürlich gut
    und ist gesund!


  • Weniger Zusatzstoffe:
    Öko-Lebensmittel schmecken natürlich gut. Während bei konventionellen Lebensmitteln der Gebrauch von über 350 Zusatzstoffen erlaubt ist, sind es bei Bio-Lebensmitteln nur 47. Das Risiko von Allergien und Unverträglichkeiten ist damit deutlich geringer.

  • Mehr gesunde Inhaltsstoffe:
    Wo „Öko“ draufsteht ist eindeutig mehr drin. Der Verzicht auf Kunstdünger in der Ökolandwirtschaft führt dazu, dass die Pflanzen langsamer reifen und sich mehr gesunde Inhaltsstoffe anreichern können. Untersuchungen haben bewiesen:

    • Mehr Vitamine, vor allem Vitamin C: Die geringe Stickstoffzufuhr im Öko-Landbau führt dazu, dass mehr Vitamine gebildet werden.

    • Mehr Ballaststoffe, Mineralstoffe und Spurenelemente: Untersuchungen an Äpfeln, Kartoffeln und Zwiebeln zeigen, dass Bio-Ware eine deutlich höhere Menge dieser Stoffe enthält.

    • Mehr sekundäre Pflanzenstoffe: Diese wirken unter anderem anregend auf das Immunsystem, Blutdruck regulierend, Cholesterin senkend und antibakteriell.

    • Mehr Antioxidantien: Flavonoide und andere Polyphenole, wie Resveratrol in Bio-Obst und -Gemüse schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und beugen Krebs vor.

    • Mehr wertvolle Omega-3-Fettsäuren: Milch, Eier und Fleisch von Öko-Tieren, die viel Grünfutter fressen, enthalten mehr positive Fettsäuren, die zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs wichtig sind.

    • Weniger Allergien: Alle Zusatzstoffe, die Pseudoallergien auslösen können, sind bei Öko-Lebensmitteln verboten. Insgesamt wird auf die meisten Zusatzstoffe, wie Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und Aromen, verzichtet.



Sind Bio-Lebensmitteln vollkommen frei von Schadstoffen?
Nein, leider kommen Umweltschadstoffe aus Industrie und Verkehr überall vor und machen auch nicht Halt vor ökologisch bewirtschafteten Flächen. Wenn ein konventioneller Bauer seine Felder mit Gift besprüht, können diese durch Winde auch auf ein benachbartes Bio-Feld gelangen.

Doch eines ist sicher: Im Öko-Landbau ist der Einsatz von chemischen Pflanzengiften verboten. Deshalb ist die Schadstoff-Belastung von Bio-Lebensmitteln äußerst gering. Untersuchungen der Lebensmittelüberwachungsbehörde von Baden-Württemberg zeigen: Konventionelles Obst und Gemüse ist im Durchschnitt 200 mal mehr mit Pestizidrückständen belastet als ökologisches Obst und Gemüse.

Außerdem können sich die Verbraucher auch darauf verlassen, dass im Öko-Landbau die risikoreicher Gentechnik nicht angewendet wird. Genmanipuliertes Saatgut und Futtermittel sowie Gentechnik in der Verarbeitung von Öko-Lebensmitteln sind tabu. Doch auch hier können Einflüsse von benachbarten Feldern nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Wie Pestizide werden auch Pollen genmanipulierter Pflanzen vom Wind über weite Strecken verfrachtet.


Sind Eier aus Freilandhaltung Bio-Eier?
Freilandhaltung steht für die artgerechtere Haltung der Legehennen. Aber die allein macht aus einem Ei noch lange kein Bio-Ei. Die Richtlinien der ökologischen Erzeugung schreiben neben der artgerechten Haltung auch eine Fütterung der Tiere mit ökologisch erzeugten Futter vor. Außerdem sind Stoffe zur Leistungsförderung in der Tierernährung verboten. Wer also Bio-Eier kaufen möchte, sollte deshalb auf die Auszeichnung „Bio“ bzw. „Öko“ achten.


Ei mit Erzeugercode
Der Erzeugercode auf dem Ei gibt
Verbrauchern Auskunft


Was bedeutet der Erzeugercode auf dem Ei?
Seit Januar 2004 muss in der EU auf jedem Ei sein Erzeugercode gestempelt sein. Er ermöglicht eine eindeutige Rückverfolgbarkeit von Erzeugungsart und Herkunft des Eis.

Die erste Ziffer des Erzeugercodes gibt Auskunft über die Erzeugungsart des Eis:
0: Ökologische Erzeugung
1: Freilandhaltung
2: Bodenhaltung
3: Käfighaltung bzw. Kleingruppenhaltung


Die folgenden zwei Buchstaben geben das Herkunftsland an:
AT: Österreich
BE: Belgien
DE: Deutschland
NL: Niederlande
IT: Italien
HU: Ungarn
etc.

Aus den letzten sieben Ziffern geht der Betrieb und der Stall hervor, aus dem das Ei stammt. Die beiden ersten Ziffern stehen in Deutschland für das jeweilige Bundesland:
01: Schleswig Holstein
02: Hamburg
03: Niedersachsen
04: Bremen
05: Nordrhein-Westfalen
06: Hessen
07: Rheinland-Pfalz
08: Baden-Württemberg
09: Bayern
10: Saarland
11: Berlin
12: Brandenburg
13: Mecklenburg-Vorpommern
14: Sachsen
15: Sachsen-Anhalt
16: Thüringen


Die dritte bis sechste Ziffer stehen für den Betrieb und die siebte Ziffer für den Stall.

Beispiel (siehe Foto): 0-DE-0914131
0 Haltungsform: hier Ökologische Erzeugung
DE Herkunft: hier Deutschland
0914131 Betriebsnummer „09“: Bayern, Betrieb „1413“ und Stall „1“



Fotos: ©Peta Deutschland e. V./www.pixelio.de; ©Andy H./www.pixelio.de;
©Lichtbild Austria/www.pixelio.de; © Hans Ulrich-Raithel