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Fragen & Antworten - Lebensmittel & Ernährung - Einkauf Bio-Lebensmittel
Dürfen Lebensmittel als biologisch bzw. ökologisch angepriesen werden, auch wenn das Lebensmittel nicht biologisch ist?
Nein. Wo „Öko“ bzw. „Bio“ draufsteht, muss auch „Öko“ bzw. „Bio“ drin sein. Das wird in der EU-Öko-Verordnung EWG Nr. 834/2007 über den ökologischen Anbau und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel detailliert definiert. Die Begriffe „Bio“ und „Öko“ sind bereits seit 1991 geschützt und dürfen in Deutschland seitdem nur noch für zertifizierte Bio-Lebensmittel verwendet werden.
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Gute Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft sind ihren Preis wert
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Sind Bio-Lebensmittel nicht zu teuer?
Nein. Hochwertige Lebensmittel aus einer umweltschonenden, tiergerechten und sozialen Produktion sind ihren Preis wert. Insbesondere veredelte Lebensmittel wie Fleisch und Wurst sind teuer in ihrer Produktion. Wer hier sparen möchte, sollte lieber weniger kaufen aber dafür gute Qualität zu einem fairen Preis.
Die Deutschen sparen beim Einkauf von Lebensmitteln wie kein anderes Volk in Europa. Jeder will zwar höchste Qualität, aber bitte zu niedrigsten Preisen. Während unsere Großeltern noch knapp die Hälfte ihrer Ausgaben für Lebensmittel tätigten, sind es heute nur noch ca. 15 Prozent.
Lassen Sie sich nichts vormachen. Bei Lebensmitteln zu Diskounterpreisen bleibt nicht nur die Qualität auf der Strecke. Durch den Kauf von konventionellen Billigprodukten unterstützen Sie die industrielle Lebensmittelwirtschaft mit allen ihren negativen Folgen:
- Klein- und mittelständische Landwirtschaftsbetriebe werden zur Aufgabe gezwungen.
- Durch den hohen Pestizid- und Düngemitteleinsatz kommt es zur Verschmutzung der Gewässer und zum Rückgang der Artenvielfalt.
- Die intensive Bearbeitung des Ackers mit schwerem Gerät und Monokulturen lässt die Bodenqualität stetig zurückgehen.
- Tiere werden nicht mehr als Lebewesen sonder als Ware angesehen und werden unter katastrophalen Bedingungen gehalten.
- Die Zusatzstoffe im Essen machen uns krank. Fettleibigkeit, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten nehmen stark zu.
Warum sind Bio-Lebensmittel teurer als konventionelle Produkte?
Biologische Lebensmittel sind auf jeden Fall ihren Preis wert! Warum sie in der Regel teurer als konventionelle Produkte sind hat viele gute Gründe:
- Bio-Lebensmittel sind Qualitätsprodukte, die nach strengen Kriterien des Umweltschutzes und der Tierhaltung produziert werden. Im Gegensatz zu konventionellen Produkten unterliegen Bio-Lebensmittel regelmäßigen Kontrollen von unabhängigen Kontrollstellen. Der hohe Kontrollaufwand schlägt sich natürlich auch im Preis nieder.
- Bei der Produktion von Bio-Lebensmitteln geht die Qualität sowie der Umwelt- und Tierschutz immer vor der Mengenmaximierung und der Wirtschaftlichkeit. Zum Beispiel fällt die Weizenernte durch den Verzicht von chemischem Dünger und Pflanzengiften je nach Standort zwischen 20 und 40 Prozent geringer aus. Eine Kuh aus ökologischer Tierhaltung gibt im Durchschnitt 15 Prozent weniger Milch, da auf Hormone und nicht artgerechtes Kraftfutter verzichtet wird und das Wohl des Tieres und nicht seine Leistung im Vordergrund steht.
- Ein ökologisch wirtschaftender Betrieb ist arbeitsintensiver, da vieles mechanisch oder in Handarbeit gemacht wird. Während der konventionelle Bauer zum Beispiel mit der Giftkeule dem Unkraut zu Leibe rückt, setzt der Bio-Bauer auf umweltverträgliche Unkrautbekämpfung: Hacken, Striegeln und von Hand auszupfen, sind die gängigen Methoden.
- Nicht nur die Produktion von Bio-Lebensmitteln ist aufwendiger, sondern auch die Verarbeitung. Bei Bio-Lebensmitteln sind nur 47 Zusatzstoffe zugelassen. Um hier schmackhafte Lebensmittel zu produzieren sind hochwertige Rohstoffe und eine schonende Verarbeitung Voraussetzung. Bei konventionellen Produkten kann die Lebensmittelindustrie auf über 350 Zusatzstoffe zurückgreifen. Die Folge: Teure hochwertige Rohstoffe werden durch billige künstliche Aromen, Geschmacksverstärker und Farbstoffe ersetzt.
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Frisch zubereitet: schmeckt gut, ist gesund und schont den Geldbeutel
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Sind Bio-Lebensmittel nur was für Besserverdiener?
Nein. Eine Ernährung mit Bio-Lebensmitteln muss nicht teuer sein. Wer wenig Fleisch, Wurst, Süßigkeiten und Genussmittel einkauft und seine Mahlzeiten zu Hause frisch zubereitet, anstatt Fertigprodukte oder Auswärts zu essen, der schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch seine Gesundheit.
Unser Tipp: Gewusst wie! In Ihrem Buch „Arm aber Bio“ erzählt Rosa Wolff, wie Sie sich einen Monat lang für 4,35 € am Tag (der damalige Satz für einen alleinstehenden Hartz-IV-Empfänger) ausschließlich mit Bio-Lebensmitteln ernährt hat. Dazu gibt es auch noch das passende Kochbuch „Arm aber Bio“ mit vielen günstigen und leckeren Rezepten.
Wo kann ich Bio-Lebensmittel kaufen?
Wer heute Bio kaufen möchte, braucht nicht mehr lange zu suchen. Ob direkt vom Bauern, im Naturkostladen oder vom ganz normalen Supermarkt nebenan: Bio ist auf dem Vormarsch und bietet ein riesiges Sortiment an Lebensmitteln für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel.
Hier haben wir für Sie die gängigsten Einkaufsmöglichkeiten von Bio-Lebensmitteln zusammengestellt:
Direkt vom Bauern
Viele Bio-Bauern vermarkten ihre Produkte direkt am Hof, ob ein eigens dafür eingerichteten Hofladen oder einem Selbstbedienungsstand auf dem Hofgelände. Bei dieser Form des Einkaufs wissen Sie genau, woher die Ware kommt. Der persönliche Kontakt zwischen Öko-Bauer und Kunde gibt Sicherheit und garantiert die Qualität und Frische der Produkte.
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Augen auf beim Einkaufen - auch auf Wochenmärkten finden sich immer öfter Stände mit Bio-Lebensmittel
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Wochenmärkte
Mittlerweile findet in fast jeder Stadt auf öffentlichen Plätzen ein Wochenmarkt statt. Hier bieten Händler regelmäßig ein- oder auch mehrmals die Woche frische Produkte, wie Obst und Gemüse, Wurst und Käse, Blumen, Kräuter und vieles mehr an. Zwischen meist konventionellen Marktständen ist auch immer mal wieder ein Stand mit Bio-Produkten dabei. Selten gibt es auch Wochenmärkte, die ausschließlich Bio-Ware anbieten.
In München gibt es 31 Wochenmärkte. Wann und wo diese stattfinden lesen Sie hier.
Bauernmärkte
Eine schöne Variante des Wochenmarktes ist der Bauernmarkt. Auf Bauernmärkten werden die Produkte direkt durch die Landwirten vermarktet. Das garantiert dem Verbraucher frische und regionale Lebensmittel und den direkten Kontakt zum Erzeuger. Doch auch hier ist Bio meist nicht die Regel, sondern die Ausnahme.
In München gibt es elf Bauernmärkte. Wann und wo diese stattfinden lesen Sie hier.
Direkt nach Hause
Wer nicht das Glück hat, in direkter Reichweite von einem Bio-Bauernhof zu leben, kann sich die Bio-Lebensmittel auch direkt nach Hause liefern lassen. Mittlerweile werden Haushalte in ganz Deutschland mit regionalem Obst und Gemüse, Käse, Wurst und Milch und anderen Leckereien in Bio-Qualität beliefert. Diesen Service bieten die sogenannten Abo-Kisten. Hier kann der Kunde bequem von zu Hause aus seine Bestellung bei einem nahen Lieferanten aufgeben und bekommt die Ware frisch geliefert.
Ihren regionalen Abo-Kisten-Partner finden Sie zum Beispiel unter www.oekokiste.de.
Aus dem Bioladen
Der Bioladen oder auch Naturkostladen ist die klassische Variante Bio-Lebensmittel einzukaufen. Diese Läden sind auf Bio-Produkte spezialisiert und meist steht Ihnen für Ihren Einkauf kompetente Fachberatung zu Verfügung. Neben kleinen individuellen Geschäften gibt es mittlerweile auch große Bioladen-Ketten, wie zum Beispiel Alnatura, denn´s oder Basic.
Der Vorteil von diesen Bio-Supermärkten: Ein riesiges immer verfügbares Angebot an Bio-Lebensmitteln zu günstigen Preisen. Der Nachteil: Die Regionalität der Ware bleibt häufig auf der Strecke und die Nähe zwischen Erzeuger, Händler und Kunde löst sich auf.
Aus der Bio-Bäckerei
Manche Bäckereien und Metzgereien bieten ausschließlich Bio-Ware an. Bekannte Beispiele in München sind Hofpfisterei, Fritz Mühlenbäckerei oder Herrmannsdorfer Metzgerei.
Aus dem Supermarkt
Das Bio im Trend liegt, hat mittlerweile auch die konventionelle Lebensmittelindustrie bemerkt. Immer mehr Supermärkte und Discounter bieten ökologische Lebensmittel an. Ob es sich auch wirklich um Ware in Bio-Qualität handelt erkennen Sie am Bio-Siegel auf der Verpackung. Außerdem dürfen Produkte nur mit „Bio“ bzw. „Öko“ beworben werden, wenn sie die gesetzlichen Mindestanforderungen der EG-Öko-Verordnung erfüllen. Viele große Handelsketten haben in den letzten Jahren ihr eigenes Bio-Markenzeichen herausgebraucht. Auf diese Weise findet der Kunde selbst im konventionellen Supermarkt schnell und sicher Lebensmittel in Öko-Qualität.
Der Nachteil: Auch mit dem Kauf von Bio-Lebensmitteln im Supermarkt oder Discounter unterstützen Sie die knallharten Strukturen der Lebensmittelindustrie, wie schlechte Arbeitsbedingungen für die Angestellten und hoher Preisdruck für die Erzeuger.
Unser Tipp: Bio gibt es auch bei Ihnen ganz in der Nähe. Wo genau, können Sie schnell und einfach mit dem Ladenfinder im Internet herausbekommen.
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Bio-Restaurants gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt
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Wo kann ich mich in Bio-Qualität auch mal bekochen lassen?
Im bundesweiten Vergleich liegt Bayern in Sachen Bio-Landbau mit vorne: Über 6300 Bauern wirtschaften nach den Grundsätzen der ökologischen Landwirtschaft. Auch Restaurants und Kneipen in der Landeshauptstadt haben mittlerweile auf die Nachfrage nach gesunden und leckeren Bio-Lebensmitteln reagiert und bieten zunehmend Gerichte aus kontrolliert biologischem Anbau an.
Hier finden Sie eine Liste mit zertifizierten Bio-Restaurants in und um München.
Was ist der Unterschied zwischen Reformhäusern und Bio-Läden?
Das Sortiment des Reformhauses setzt sich aus herkömmlichen Nahrungsmitteln, diätetischen Nahrungsmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Naturkosmetik und Naturarzneien zusammen. Bei allen Produkten gelten folgende Grundsätze:
- So naturbelassen wie möglich
- So schonend verarbeitet wie möglich
- Ohne Genmanipulation
- Ohne chemisch-synthetische Konservierungsstoffe
- Ohne künstliche Aromen
- Ohne radioaktive Bestrahlung
- So wenig wie möglich verpackt
Doch im Gegensatz zu einem Bio-Laden müssen in einem Reformhaus die Produkte nicht die ökologischen Leitlinien erfüllen. Zwar werden mittlerweile auch in Reformhäusern immer mehr Bio-Produkte angeboten, doch ein zwingend notwendiges Kriterium ist das Bio-Siegel nicht.
Foto: ©Halina Zaremba/www.pixelio.de; ©Maria Lanznaster/www.pixelio.de;
©Verena Schmitt; ©Rainer Sturm/www.pixelio.de
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