Fragen & Antworten - Bio-LebensmittelWas ist der Unterschied zwischen Bio- und Öko-Lebensmitteln? Es gibt keinen Unterschied zwischen Bio- und Öko-Produkten. Die Begriffe Bio und Öko leiten sich von ökologischer bzw. biologischer Landwirtschaft ab. Bio und Öko sind gesetzlich geschützte Begriffe für Produkte, die den Mindestanforderungen der EU-Ökoverordnung gerecht werden.  Das Biosiegel kennzeichnet Bio-Produkte.. |
Woran erkenne ich Bio-Lebensmittel? Produkte, die den Hinweis auf biologische bzw. ökologische Landwirtschaft tragen, sind Bio bzw. Öko. Sie tragen die Prüfnummer einer unabhängigen Kontrollstelle (zum Beispiel DE-099-Öko-Kontrollstelle) und sind meist auch mit den Labeln der Öko-Landbauverbände, der Öko-Markenzeichen der Handelsketten und/oder dem Biosiegel versehen. Mehr Informationen zum Bio-Siegel finden Sie auch auf unserer Homepage
Welche unterschiedlichen Anforderungen haben die Öko-Anbauverbände und die EG-Öko-Verordnung? Die deutschen Anbauverbände haben z.T weitergehende Anforderungen als die EG-Öko-Verordnung. Zur Zusammenstellung der Unterschiede Dürfen Lebensmittel als biologisch bzw. ökologisch angepriesen werden, auch wenn das Lebensmittel nicht biologisch ist? Nein. Wo Öko bzw. Bio draufsteht, muss auch Öko bzw. Bio drin sein. Das wird seit 1991 in der EU-Öko-Verordnung EWG Nr. 209291 über den ökologischen Anbau und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel detailliert definiert. Für Deutschland schützt diese Verordnung die Begriffe Bio und Öko. Aber es gibt einige Lebensmittel, wie den "Bioghurt", die in ihrem eingetragenen Warenzeichen das Wort "Bio" führen. Diese dürfen ihren Markennamen für ein Nicht-Bio-Produkt noch bis 1. Juli 2006 verwenden, müssen aber den Hinweis anbringen, dass die landwirtschaftlichen Zutaten nicht aus ökologischem Landbau stammen. Warum sind Bio-Lebensmittel teurer? Biologische Lebensmittel sind Qualitätsprodukte, die nach strengen Kriterien des Umweltschutzes und der Tierhaltung produziert werden. Dabei wird bewusst auf Mengenmaximierung zu Gunsten von Qualität verzichtet. Das hat seinen Preis. Ein ökologisch wirtschaftender Betrieb ist arbeitsintensiver, weil auf die Chemie als Hilfskraft bewusst verzichtet wird. Dadurch fällt z.B. beim Weizen die Ernte um 1/3 geringer aus. Eine Kuh aus ökologischer Tierhaltung gibt durchschnittlich 15 % weniger Milch. Auch die Verarbeitung ist aufwändiger. So sind beispielsweise in der Verarbeitung ökologischer Lebensmittel von den über 300 in Deutschland zugelassenen Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärker, künstliche Backhilfen und synthetische Konservierungsmittel viele nicht erlaubt. Bio-Produkte sind deshalb teurer als konventionelle Nahrungsmittel.
Sind Bio-Lebensmittel nur was für Besserverdiener? Nein. Verbraucheruntersuchungen belegen, dass Konsumenten, die ihrer Gesundheit zuliebe weniger Wurst- und Fleischwaren, Fertigprodukte, Süßigkeiten und Genussmitteln kaufen und auswärts Essen gehen einschränken, Bio-Kost genießen können, ohne ihren Geldbeutel mehr zu belasten. Sind Bio-Lebensmittel wirklich gesünder? Vieles spricht für den höheren gesundheitlichen Wert von Öko-Lebensmitteln. In der Regel sind sie weitaus weniger mit Schadstoffen belastet, da der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide und leichtlöslicher Mineraldünger im Öko-Landbau nicht erlaubt sind. Auch der Nähr- und Wirkstoffgehalt ökologischer Produkte ist in vielen Fällen den konventionellen Erzeugnissen überlegen. Nicht umsonst sind führende Baby-Nahrungshersteller auf Öko umgestiegen. Sind Bio-Produkte frei von jeglichen Schadstoffen? Nein. Umweltschadstoffe aus Industrie und Verkehr kommen überall vor und machen auch nicht Halt vor ökologisch bewirtschafteten Flächen. Aber weil im Öko-Landbau synthetische Pestizide etc. verboten sind, wird die Belastung durch zusätzliche Schadstoffe verringert.  Pestizid-Rückstände in Obst und Gemüse bei konventioneller und biologischer Anbauweise. Quelle: Kwalis GmbH, Peter Stozl u.a., 1/2003. |
Gibt es bei den Schadstoffrückständen einen nachweisbaren Unterschied zwischen biologischer und konventioneller Anbauweise? Ja. Verschiedene Untersuchungen bringen ähnliche Ergebnisse: In ca. 1/3 vom konventionell angebauten Obst und Gemüse sind Pestizid-Rückstände nachweisbar, ca. 5 % der Proben überschreiten die Grenzwerte. Da die Untersuchung Zeit in Anspruch nimmt, kommt die Beanstandung seitens der Behörden meist erst, wenn die Produkte verkauft und verzehrt sind. Bei Bio-Produkten sind selten (unter 5 %) Rückstände nachweisbar, gelegentlich handelt es sich dabei um falsch deklarierte Ware. Werden den Untersuchungsbehörden solche Fälle bekannt, schreiten sie auch nachträglich ein. Die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, bisherige Informationsdefizite auszugleichen und Lebensmittel aus ökologischem Anbau in Vergleich mit konventionellen systematischer und häufiger als in der Vergangenheit auf Rückstände und Kontaminanten zu untersuchen. Ist in Bio-Lebensmitteln Gentechnik drin? Nein. Bei Bio-Produkten sind Sie auf der sicheren Seite, denn im Rahmen der EU-Öko-Verordnung ist die Anwendung gentechnischer Verfahren in Pflanzenbau, Tierzucht und Rohstoffverarbeitung in jeglicher Form verboten. Geringfügige Einflüsse von benachbarten Feldern können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Wie Pestizide werden auch Pollen genmanipulierter Pflanzen vom Winde verweht. Wo kann ich Bio-Lebensmittel kaufen? Direkt beim Bauern Viele ökologische Produkte werden im Ab-Hof-Verkauf oder auf dem Wochenmarkt an den Kunden gebracht. Der persönliche Kontakt zwischen Öko-Bauer und Kunde steht dabei im Vordergrund. Wenn Sie diese Möglichkeit haben, sollten Sie sie auf alle Fälle wahrnehmen. Regionale Produkte sind wegen der geringen Transportwege ökologischer und oft auch preiswerter. Im Naturkosteinzelhandel Die klassischen "Bio-Läden" sind auf Bio-Lebensmittel spezialisiert. Meist steht Ihnen in diesen Läden fachkompetente Beratung zur Verfügung. Im Supermarkt Auch der konventionelle Lebensmitteleinzelhandel bietet zunehmend ökologische Lebensmittel an. Achten Sie daher darauf, dass die Produkte auch wirklich als ökologisch bzw. biologisch ausgewiesen sind. Die Öko-Markenzeichen der Handelsketten sind dem Verbraucher zum Teil nicht so geläufig. Das Bio-Siegel hilft Ihnen dabei. Auch die Reformhäuser bieten immer mehr Bio-Ware an. Aber Vorsicht: Nicht alle Lebensmittel, die im Reformhaus angeboten werden, sind Bio. Abo-Kisten Wer nicht selbst zum Einkaufen gehen will oder kann, muss nicht auf Bio-Genüsse verzichten. Sogenannte Abo-Kisten sind ein Lieferservice von individuell zusammengestellten Lebensmittel-Paketen. Dieser Service wird sowohl direkt von den Erzeugern als auch vom Einzelhandel angeboten. Bio-Bäckereien und Bio-Metzgereien Bio-Backwaren bzw. Bio-Fleisch- und Wurstwaren werden heute zum Teil auch schon im lokalen Bäckerei- bzw. Metzgereifachhandel angeboten. Es handelt sich dabei um Vertragsbetriebe der großen Bio-Anbauverbände. Diese Betriebe unterliegen für die Herstellung der Bio-Lebensmittel den strengen Verarbeitungsrichtlinien des ökologischen Anbaus. Da diese Handwerksbetriebe in der Regel auch/bzw. vor allem konventionelle Lebensmittel herstellen, fragen Sie explizit nach Bio-Ware. Direktvermarkter, Öko-Betriebe, Hofläden, Bio-Gärtnereien, Bio-Metzgereien und Bäckereien, Wochenmärkte für das ganze Bundesgebiet finden Sie in der Datenbank von: Allesbio.de Welche Handelsketten führen Bio-Produkte? Viele große Handelsketten haben in den letzten Jahren eigene Bio-Markenzeichen herausgebraucht und bieten auf diesem Wege Lebensmittel aus ökologischem Anbau an. Es handelt es sich um "echte" Bio-Kost, da alle Anbieter die aufgrund der Bio-Kennzeichnung die gesetzlichen Mindestanforderungen der EG-Öko-Verordnung erfüllen müssen. Wenn Sie den Mauszeiger auf einem Logo ruhen lassen, erscheint der Name der Handelskette. Sind Eier aus Freilandhaltung Bio-Eier? Ohne klare Bio-Kennzeichnung nicht. Freilandhaltung steht für die artgerechtere Haltung der Legehennen. Aber die allein macht aus einem Ei noch lange kein Bio-Ei. Die Richtlinien der ökologischen Erzeugung schreiben unter anderem auch die Fütterung mit überwiegend ökologisch erzeugtem Futter vor. Wer Öko-Eier kaufen möchte, sollte deshalb auf die Auszeichnung Bio bzw. Öko und die jeweiligen Siegel und Marken achten. Das Gütezeichen KAT garantiert Eier aus artgerechter Tierhaltung. Es wird vergeben vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. in Bonn. Die Einhaltung der Haltungsrichtlinien wird von unabhängigen Kontrollinstanzen in Deutschland und dem benachbarten EU-Mitgliedsländern überwacht. Das KAT-System erfasst über seine Mitgliedsbetriebe sämtliche Warenbewegungen vom Erzeugerbetrieb bis zum Lebensmitteleinzelhandel. Seit 2004 muss EU-weit die Haltungsform der Legehennen (Käfig-,Boden- oder Freilandhaltung) angegeben werden. Zusätzlich wird jedes Ei mit einem Erzeugercode gestempelt, so dass seine Herkunft zurückverfolgt werden kann. Tipp: Wenn Sie Bio-Eier kaufen, können Sie sicher gehen, dass die Legehennen nicht in Käfigen gehalten wurden, denn die EU-Öko-Verordnung schließt diese Haltungsform aus.  Foto: Ulrich-Raithel |
Was bedeutet der Erzeugercode auf dem Ei? Der Erzeugercode hat folgenden Aufbau: 1. Haltungsform (0: Ökologische Erzeugung, 1: Freilandhaltung, 2: Bodenhaltung, 3: Käfighaltung) 2. Herkunft, z. B.: AT: Österreich, BE: Belgien, DE: Deutschland, NL: Niederlande, IT: Italien, HU: Ungarn 3. Betriebsnummer, wobei die beiden ersten Stellen das Bundesland, die dritte bis sechste Stelle den Betrieb und die siebte Stelle den jeweiligen Stall identifiziert. Die Bundesländer haben folgende Kennung: 01 = Schleswig Holstein, 02 = Hamburg, 03 = Niedersachsen, 04 = Bremen, 05 = Nordrhein-Westfalen, 06 = Hessen, 07 = Rheinland-Pfalz, 08 = Baden-Württemberg, 09 = Bayern, 10 = Saarland, 11 = Berlin, 12 = Brandenburg, 13 = Mecklenburg-Vorpommern, 14 = Sachsen, 15 = Sachsen-Anhalt, 16 = Thüringen Beispiel (siehe Foto): 0-DE-0914131 0 Haltungsform: hier Ökologische Erzeugung DE Herkunft: hier Deutschland 0914131 Betriebsnummer „09“: Bayern, Betrieb „1413“ und Stall „1“ Noch Fragen? - Wenden Sie sich an
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