Frisches Gemüse, Obst und Vollkorn-Produkte gehören zu einer vollwertigen Ernährung
Was versteht man unter vollwertiger Ernährung?
Vollwertige Ernährung ist die Kost, die einen Durchschnittsmenschen mit der täglichen Menge an Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen versorgt, die er braucht, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Vollwert-Ernährung ist keine der unzähligen Mode-Diäten, sondern eine Ernährungsform, die aufbauend auf altbewährte Erfahrungen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse, eine wichtige Grundlage für ein gesundes Leben darstellt.
Die Prinzipien der vollwertigen Ernährung wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Die sogenannten Lebensreformer, aus deren Bewegung auch später die Reformhäuser hervorgingen, waren schon damals überzeugt, dass im Zuge der Industrialisierung die meisten Menschen den Bezug zu gesunden Lebensmitteln verloren hatten. Ihrer Meinung nach konsumierten die Menschen zu viel Fleisch, Fett, Zucker, Weißmehl, Gewürze und Genussmittel. Sie empfahlen den Verzehr von möglichst unbehandelten und wenig verarbeiteten Lebensmitteln, wie frischem Gemüse, Obst und Vollkorn-Produkten. Eine bis heute allgemeingültige Regel für eine gesunde Ernährung.
Ich will mich vollwertig ernähren. Was muss ich beachten?
Geben Sie pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Vollkorn-Produkten den Vorzug.
Verzehren Sie reichlich unerhitzte Frischkost (z. B. Obst, Salate).
Fleisch, Fisch und Eier sollten auf Ihrem Speiseplan eine Nebenrolle spielen.
Tierische Fette, wie sie vor allem in Butter und Sahne enthalten sind, sollten ebenfalls nur in Maßen verzehrt werden.
Geben Sie hochwertigen pflanzlichen Fetten den Vorzug, wie sie zum Beispiel in Nüssen und kaltgepressten Speiseölen zu finden sind.
Verzichten Sie soweit wie möglich auf Zucker und würzen Sie Ihre Speisen nur sparsam mit Salz.
Kaufen Sie Ihre Lebensmittel so frisch und gering verarbeitetet wie möglich.
Vermeiden Sie gentechnisch veränderte Nahrungsmittel, bestrahlte Nahrungsmittel und solche, die Zusatzstoffe enthalten.
Verwenden Sie möglichst nur Erzeugnisse aus anerkannter ökologischer Landwirtschaft.
Ernähren Sie sich vielseitig. Nutzen Sie die breite Auswahl an gesunden und frischen Lebensmitteln, die Ihnen jeden Tag zu Verfügung steht.
Genießen Sie Ihre Mahlzeiten in einer entspannten Atmosphäre und lassen Sie sich Zeit beim Essen.
Was ist "Functional Food"?
Functional Food sind sogenannte funktionelle Nahrungsmittel. Darunter versteht man Produkte, die zusätzlich zu ihrem Nährwert noch einen besonderen gesundheitlichen Nutzen aufweisen sollen. Ob sie tatsächlich den Beitrag zur Gesundheit und Leistungsfähigkeit leisten, den sie versprechen, ist nicht bewiesen. Eine rechtsverbindliche Definition für Functional Food gibt es in Europa nicht.
Bekannte funktionelle Nahrungsmittel sind probiotische Milchprodukte. Sie enthalten spezielle Milchsäurebakterien, denen eine positive gesundheitliche Wirkung zugeschrieben wird. Auch Saft, Müsli oder Margarine sind häufig mit Vitaminen angereichert und sollen so einen größeren Beitrag zur Gesundheit leisten.
Unser Tipp: Greifen Sie zu natürlichen Lebensmitteln. Ihre positiven gesundheitlichen Wirkung sind ausreichend belegt. Das sind die wahren funktionellen Lebensmittel, die Sie sich schmecken lassen sollten.
Essen im 21. Jahrhundert - möglichst schnell und möglichst billig
Was versteht man unter "Convenience Food"?
Als Convenience Food werden alle vorgefertigten Essenskomponenten oder auch komplette Fertigmahlzeiten bezeichnet. Sie sind "convenient", sprich zweckmäßig und bequem. Das Hauptanliegen von Convenience Food ist es, die Zubereitung des Essens zu erleichtern und zu verkürzen. In unserer Gesellschaft, in der die Bedeutung einer gesunden und natürlichen Ernährung immer mehr in Vergessenheit gerät und das Hauptaugenmerk auf „möglichst schnell und möglichst billig“ liegt, erfreut sich Convenience Food großer Beliebtheit.
Doch Convenience Food ist in den meisten Fällen nicht nur schlecht für die Gesundheit, sondern auch für den Geldbeutel. Zutaten, Zusammensetzung und Herkunft der einzelnen Bestandteile eines Fertigessens werden von der Nahrungsmittelindustrie geheim gehalten. Mit unseren ursprünglichen Lebensmitteln haben die Produkte nur noch wenig zu tun. Hohe Anteile an raffiniertem Zucker, viel Salz und Fett, Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Konservierungsmittel und andere Zusatz- und Hilfsstoffe machen diese Produkte zu Wundertüten der unangenehmen Art. Gerade Kinder, die häufig Fertigprodukte zu sich nehmen, verlieren jegliches Geschmacksgefühl für natürliche Lebensmittel und kommen nur noch schwer von den Fertigprodukten los.
Unser Tipp: Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre tägliche Nahrung so frisch wie möglich selbst zuzubereiten. Ihr Körper und auch Ihr Geldbeutel wird es Ihnen danken.
Was versteht man unter „Novel Food“?
Unser Angebot an Lebensmitteln ist im ständigen Wandel. Exotische Pflanzen und deren Früchte (z. B. Noni, Baobab, Stevia), die bis vor kurzem in Europa noch keiner kannte, bereichern unsere Lebensmittelauswahl. Alt bekannte Lebensmittel werden stofflich verändert (z. B. laktosefreie Milchprodukte, Lebensmittelzusätze zur Senkung des Cholesterinspiegels) und riskante Technologien in der Nahrungsmittelverarbeitung (z.B. Gentechnik, Klonierung, Nanotechnologie) entwickelt.
Seit 1997 gibt es in der EU eine Zulassungspflicht für solche neuartigen Lebensmittel, die unter dem Begriff Novel Food zusammengefasst werden. Bevor die neuen Produkte in den Verkehr gebracht werden dürfen, muss ihre Unbedenklichkeit für Gesundheit und Umwelt durch Kontrollen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit nachgewiesen worden sein. Die europäische Novel Food Verordnung regelt dieses Zulassungsverfahren. Für gentechnisch manipulierte Nahrungs- und Futtermittel gibt es seit 2003 eine eigene Verordnung.
Doch nicht alle Novel Foods und Gentechnik-Nahrungsmittel müssen vor ihrer Vermarktung in der EU genehmigt werden. Wenn sie zu einem herkömmlichen Produkt substanziell äquivalent sind, das heißt sich nicht wesentlich von diesem unterscheiden, genügt eine einfache Anmeldung (z. B. Speiseöle aus gentechnisch verändertem Raps, Produkte aus gentechnisch verändertem Mais).
Gerade im Bereich der Gentechnik ist die Regelung der substanziellen Äquivalenz grob fahrlässig. Denn der Verzehr von Produkten aus gentechnisch manipulierten Pflanzen kann nachweislich gesundheitsschädigend sein. Fütterungsversuche an Mäusen haben gezeigt: Gen-Nahrungsmittel lösen allergische Reaktionen aus, schädigen Leber und Niere und verringern die Fruchtbarkeit.
Nahrungsergänzungsmittel - große Versprechungen, wenig Nutzen
Was sind Nahrungsergänzungsmittel?
Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln, Pulvern, Trinkampullen etc. überschwemmen förmlich den Lebensmittelhandel. Meist handelt es sich um isolierte Bestandteile oder Extrakte von Lebensmitteln, wie Vitamine, Mineralstoffe, Algenextrakte, Blütenpollen und vieles mehr. Auch die Palette der in Aussicht gestellten gesundheitlichen Wirkungen ist groß. Aber was steckt wirklich dahinter?
In Deutschland wird zwischen Lebensmitteln und Arzneimitteln unterschieden. Arzneimittel werden zur Therapie von Krankheiten eingesetzt. Ihre Wirksamkeit muss nachgewiesen sein, bevor sie amtlich zugelassen werden. Lebensmittel hingegen unterliegen nicht dieser Zulassungspflicht. Sie dürften allerdings auch nicht mit krankheitsbezogenen Aussagen beworben werden. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich nicht definiert. Sie gelten als Lebensmittel, das heißt ihre Wirksamkeit muss nicht nachgewiesen werden. Die Produkte werden trotzdem mit unzähligen Gesundheitsversprechen angepriesen.
Unser Tipp: Die beste Gesundheitsvorsorge ist eine ausgewogene und natürliche Ernährung. Wenn Sie sich gesund ernähren, sind zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe und andere Präparate vollkommen überflüssig und schaden eher Ihrem Körper. In speziellen Lebenssituationen (z.B. Krankheit, Schwangerschaft) mögen solche Ergänzungen in Einzelfällen medizinisch notwendig sein. Dann sollte aber die Einnahme von ärztlicher Seite empfohlen und kontrolliert werden.