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Fragen & Antworten - Ökologischer Landbau

Was versteht man unter ökologischem Landbau?
Unter ökologischem Landbau versteht man die ressourcenschonende Produktion von gesundheitlich unbedenklichen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln auf der Grundlage einer ganzheitlichen Kreislaufwirtschaft. Immer wenn Land zur Erzeugung von Nahrungsmittel bewirtschaftet wird, bedeutet dies einen Eingriff in die Natur. Das gilt auch für den ökologischen Landbau. Doch eine ausgeklügelte Kreislaufwirtschaft hält im Öko-Landbau den Eingriff in die Natur so gering wie möglich. Der ökologische Anbau setzt dabei auf bewährte Methoden, wie ausgeglichene Fruchtfolge, standortangepasste Sorten und bedient sich zugleich modernster Technik wie mechanischer Unkrautbearbeitungsgeräte, die den Einsatz von chemischen Unkrautvernichtungsmitteln ersetzen. So wird die Umweltbelastung durch die Landbewirtschaftung so gering wie möglich gehalten.
Die flächengebundene und artgemäße Tierhaltung ist einer der Pfeiler des Betriebskreislaufes. Ökobetriebe halten nur so viele Tiere, wie sie auch von ihren Acker und Weideflächen füttern können. Der Zukauf von Futtermitteln ist nur begrenzt erlaubt. Die anfallenden Düngermengen werden im Betriebskreislauf sinnvoll eingesetzt.
Tierschutz wird im Ökolandbau groß geschrieben: aus Achtung vor dem Mitgeschöpf Tier und weil nur artgerechte Tierhaltung, -züchtung und -fütterung gesunde leistungsstarke und langlebige Tiere hervorbringt. Im Ökolandbau wird tierisches Wohlbefinden zum Muss. Das stärkt die natürliche Widerstandskraft und hält die Tiere gesund. Der Zusatz von Antibiotika oder Leistungsförderern in Futtermitteln ist untersagt.
Der geschlossene Betriebskreislauf, die flächengebundene Tierhaltung, der Verzicht auf leicht lösliche Mineraldünger und chemisch-synthetische Pestizide und der völlige Verzicht auf Gentechnik schützen Boden, Wasser, Luft und die Artenvielfalt der Natur.
Weiterführende links:
www.soel.de
www.bio-landbau.info
www.oekolandbau.de

Stimmt es, dass der ökologische Landbau klimafreundlicher ist?
Ja. Ökologische Landbewirtschaftung ist klimafreundlicher. Zum einen weil sie insbesondere durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmitteln (beide in der Herstellung sehr energieintensiv) und Importfuttermittel (Energieeinsatz um 58% höher als Inlandsfuttermittel) eine bessere Energiebilanz aufweist und zum anderen weil die Emission klimarelevanter Gase durch die Kreislaufwirtschaft und flächengebundene Tierhaltung viel geringer ist.

Wie können Öko-Bauern auf Pestizide verzichten, ist das nicht alles Schwindel?
Nein, Öko-Bauern spritzen nicht heimlich ihre Felder. Öko-Bauern setzen auf alt bewährte Methoden, wie standortgerechte Sortenwahl, ausgeklügelte Fruchtfolgen und mechanische Wildkrautbekämpfung mit modernsten Spezialmaschinen. In akuten Fällen kommen umweltverträgliche und natürliche Mittel zum Einsatz. Stoffe, deren Verwendung in der Verordnung nicht ausdrücklich erlaubt sind, dürfen auch nicht eingesetzt werden. Öko-Landwirte müssen sich dabei auch regelmäßigen Kontrollen unterziehen.

Wie wird kontrolliert?
Alle Bauern, die pflanzliche oder tierische Produkte erzeugen und diese mit dem Hinweis auf ökologische Erzeugung vermarkten, müssen sich an die Rahmenrichtlinien des ökologischen Landbaus halten. Diese sind zum einen in der EU-Öko-Verordnung 2092/91 und zum anderen in den zum Teil noch strengeren Verbandsrichtlinien festgeschrieben. Richtlinien gibt es nicht nur für die Erzeugung sondern auch für die Verarbeitung bis zum fertigen Produkt. Regelmäßige Inspektionen garantieren die Einhaltung der Richtlinien bei Erzeugern und Verarbeitern. Diese Prüfung nennt man Zertifizierung. Sie wird von unabhängigen staatlich zugelassenen Kontrollinstituten durchgeführt. Nur "zertifizierte" Produkte dürfen als Öko-Produkte verkauft werden. (Für Fisch gibt es noch keine Regelung in der EG-Öko-Verordnung)

In Mitteleuropa im Museum
In Mitteleuropa nur noch im Museum: Der Handpflug. Foto: Detlef Schilling

Ist der ökologische Landbau nicht rückständig?
Nein, zu Unrecht wird er von Kritikern gerne als rückständig abgetan. Der ökologische Landbau ist eine nachhaltige Wirtschaftsform und damit das Landwirtschaftsmodell der Zukunft. Eine nachhaltige Wirtschaftsform zeichnet sich dadurch aus, dass sie ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen gleichermaßen auch über Generationen hinweg, gerecht wird.

Warum stellen nicht alle Bauern auf Öko-Landwirtschaft um?
Die ökologische Landwirtschaft war bis vor kurzem noch das Stiefkind der deutschen Agrarpolitik. Erst mit Einläuten der Agrarwende im Januar 2001 wurde begonnen, die Weichen in Richtung Öko-Landbau zu stellen. Und die Bauern reagieren darauf. Die Anbauverbände verzeichnen rasante Mitgliederzuwächse. Wenn bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, stellen auch immer mehr Landwirte auf die ökologische Wirtschaftsweise um. Mehr Infos dazu finden Sie unter: www.bundesprogramm-oekolandbau.de

Kann man mit ökologischer Landwirtschaft die Weltbevölkerung ernähren?
Ja. Weltweit werden genügend Nahrungsmittel produziert. Aber immer noch hungern etwa 800 Millionen Menschen. Das Problem ist die Verteilung. Für eine "veredelte" Kalorie im Fleisch, die wir mehrmals täglich verzehren, bedarf es sieben pflanzlicher Kalorien, die in anderen Ländern als Reis oder Mais auf den Tisch kommen könnten. Auch für die Länder des Südens ist die ökologische Landwirtschaft die einzige Alternative, da sie die natürlichen Ressourcen schont und keine Abhängigkeiten von teuren Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz schafft und zugleich wichtige ländliche Arbeitsplätze erhält.

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