Hintergruende
Keine
Gen-Versuche für Massentierhaltung!
Freisetzung
genmanipulierter
bakterieller Lebendimpfstoffe gegen
Pferdekrankheit
2012 - 2014
 |
Antrag
auf Freisetzung
Die Intervet International B.V. hat die Freisetzung
genmanipulierter Bakterien in einem Gestüt am Standort
Grabow/Ortsteil Heidehof, Landkreis Ludwigslust
(Mecklenburg-Vorpommern) beantragt (BVL 106/2011/4). Die
Größe der Versuchsfläche umfasst ein 1800
m² großes Stallgebäude, das an drei Seiten mit
festen Wänden und an der vierten Seite mit Gattern versehen
ist. Im Rahmen der Freisetzung sollen in maximal drei
aufeinanderfolgenden Jahrgängen Pferdefohlen mit einem
genmanipulierten bakteriellen Lebendimpfstoff geimpft werden. Dieser
soll die Tiere gegen Rhodococcus
equi immunisieren. Der Wildtyp dieses
Bakteriums (Stamm RE1) verursacht bei Fohlen eine
Lungenentzündung. Bei dem Impfstoff handelt es sich um einen
abgeschwächten Stamm von R. equi (RG2837), der auf Grund der
gezielten Deletion (Entfernung) mehrerer Gene bei Pferden keine
Erkrankungen mehr verursachen soll. Verkauft werden soll der Impfstoff
später unter dem Namen Equilis RodE.
Die Freisetzung ist Bestandteil einer Studie, deren Ziel die
Erhebung
von Daten ist, mit denen die Zulassung bei der Europäischen
Arzneimittelagentur beantragt werden soll.
Innerhalb der Freisetzungsdauer von zwei bis drei Jahren
sollen 120
Fohlen mit dem genmanipulierten Impfstoff geimpft werden. Weitere 360
Tiere sind am Versuch beteiligt. Mit diesem Tierversuch sollen die
vorhandenen Labordaten unter praktischen Bedingungen getestet
werden.
Genmanipulation
für mehr Massentierhaltung
Bis zu einem Alter von sechs Monaten können Fohlen an einer Infektion mit Rhodococcus equi
erkranken, die
eine Lungenentzündung zur Folge haben kann. Erwachsene Pferde sind
nur sehr selten betroffen. Die Aufnahme von R. equi
führt
gewöhnlich nicht zu einer Erkrankung, sondern zu einer
Immunisierung.
Allerdings tritt diese Krankheit vor allem in großen
Anlagen
mit sehr vielen Tieren auf. Erkrankungen von Einzeltieren sind die
Ausnahme. Auch in Deutschland ist diese Erkrankung von untergeordneter
Bedeutung. Auffällig häufig tritt sie in
Ländern mit hoher Dichte an Großgestüten
auf, wie zum Beispiel in den USA, Großbritannien, Irland und
Australien. In diesen Zuchtfabriken werden mehrere tausend Pferde auf
engstem Raum gehalten. Mit zunehmender
Gestütgröße, hoher Haltungsdichte und
Anzahl der Fohlen, hoher Schwebstoffkonzentration des Erregers,
geringer Bodenfeuchtigkeit, hohen Temperaturen und einer mageren
Weidegrasdecke steigt auch die Häufigkeit der
Erkrankung.
Die Infektion erfolgt überwiegend über die
Atemwege
durch das Einatmen von Bodenstaub. Der Erreger hat im Boden eine
besonders lange Überlebensdauer von mindestens einem
Jahr.
Die Krankheit kann auch bei Menschen, Schweinen, Rindern,
Schafen,
Ziegen, Katzen und Hunden auftreten.
Zur Behandlung einer Rhodococcus-bedingten
Lungenentzündung
bei Pferden werden Antibiotika eingesetzt. Nach einer
Früherkennung können kranke Fohlen erfolgreich
behandelt werden. Eine Antibiotika-Therapie dauert vier bis
zwölf Wochen und kostet etwa 100,- Euro pro Woche. Im
ungünstigsten Fall kann der Betrag auf 2000,- Euro
steigen.
 |
|
Artgerechte Tierhaltung: Der beste Schutz vor Krankheiten.
|
In zahlreichen Studien hat sich die Impfung der Fohlen als
wirkungslos
erwiesen. Das Auftreten der Lungenentzündung konnte nicht
verhindert werden.
Einzig die Verbesserung der hygienischen
Aufzuchtsbedingungen und die Reduktion der Bestandsdichte ist nach
einhelliger Auffassung die beste Möglichkeit zur
Eindämmung dieser Krankheit.
Massentierhaltung ohne
Ansteckungsgefahr, mit Genmanipulation soll dies möglich
werden. So kann die derzeitige grausame Form der Tierhaltung
beibehalten werden.
Das manipulierte Bakterium
Der Rhodococcus-Impfstamm
ist ein Deletionsmutant. Mit dem Ziel die
Möglichkeit des Bakteriums die Krankheit auszulösen
zu schwächen, wurden Gene entfernt. Obwohl der genaue
Wirkmechanismus des Bakteriums noch nicht geklärt ist,
behaupten die Verantwortlichen die Auslösung der Krankheit
eingeschränkt zu haben.
 |
|
Irrglaube der Gentechnik: Leben nach dem Baukastenprinzip.
|
Bei jeglicher Manipulation am Erbgut werden fundamentale
Steuerprozesse
des Lebens verändert. Das wissenschaftliche Modell, auf dem
die Gentechnik basiert, ist inzwischen überholt. Der Ansatz,
nach dem das Genom eine Art Lego-Baukasten ist, in das man nach
Belieben neue Gene einfügen oder entfernen kann, weicht der
Gewissheit, dass die DNA als hochkomplexes Netzwerk funktioniert. Gene
werden von einem zellspezifischen Informationssystem gesteuert, das
ihnen sagt, wann und wie sie aktiv werden sollen. Die Auswirkungen sind
nicht abzuschätzen.
Der Hersteller geht von einer gefahrlosen Anwendung des
Gen-Bakteriums
bei Fohlen aus, einzig aus dem Grund, dass die Ursprungskrankheit
vermutlich nicht auftreten wird. Andere negative Auswirkungen werden
gar nicht in Betracht gezogen. Dennoch kann der Hersteller nicht
garantieren, dass keine Krankheiten bei anderen Tieren verursacht
werden können. Die angebliche Sicherheit für
Hühner, Mäuse, Ratten, Kälber und Schweine
beruht auf völlig unzureichenden Zellkulturversuchen. Trotz
bekannter Erkrankungen beim Menschen durch R. equi, wurde
eine
mögliche Gefahr durch das genmanipulierte Bakterium bisher
weder getestet, noch scheint dies geplant zu sein.
Unnötige Tierversuche
Das deutsche Tierschutzgesetz stellt die Verantwortung des Menschen
für das Tier als Mitgeschöpf in den Vordergrund. Im
ersten Abschnitt heißt es: §1 "Zweck dieses Gesetzes
ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als
Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu
schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen
Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."
Um so mehr stellt sich die Frage, ob ein Tierversuch hier
angemessen
ist. Der Impfstoff soll allein dazu dienen, die Haltungsbedingungen von
Sportpferden mindestens gleichbleibend schlecht zu halten. Alternative
Heilmethoden sind bereits vorhanden, so dass die Krankheit nur
für wenige Tiere tödlich endet. Die meisten Tiere
können so wieder genesen. Sie sind nach abgeklungener
Lungenkrankheit jedoch nur selten in der Lage als Rennpferd zu
arbeiten. Ein weiteres Indiz dafür, dass die kommerziellen
Interessen der Halter über dem Tierschutz stehen.
Schon bevor der genmanipulierte Impfstoff nun am Pferd
getestet werden
soll, wurden zahlreiche Tierversuche durchgeführt.
Der Versuchs-Ort der geplanten Freisetzung liegt etwa 12 Kilometer vom
Hauptgestüt
entfernt. Vor Versuchsbeginn müssen die wenige Tage alten
Fohlen bereits transportiert werden. Somit steigt das
Infektionsrisiko.
 |
|
Unnötiges Tierleid: An 120 Fohlen wird der genmanipulierte Impfstoff getestet.
|
Der beantragte Tierversuch wird an insgesamt 240 Fohlen im
Alter von
einer Woche durchgeführt. Daran indirekt beteiligt sind auch
die dazu gehörigen 240 Mutterstuten. Pro Jahr sollen maximal
60 Fohlen geimpft werden. Die Kontrollgruppe, der mit einem Placebo
behandelten Tiere ist genau so groß. Die Fohlen
können nach zwei bis vier Wochen ein zweites Mal geimpft
werden. Nach der letzten Impfung müssen sie aus
Sicherheitsgründen noch sechs Wochen am Freisetzungs-Ort
bleiben. Für die Dauer von maximal 10 Wochen steht
für die insgesamt 120 Fohlen – 60 geimpfte und 60
aus der Kontrollgruppe – sowie 120 Stuten ein
Stallgebäude von 49,2 m mal 36,2 m zu Verfügung. Das
entspricht etwa 7,5 m² pro Tier. Das Stallgebäude ist nach drei Seiten geschlossen und
nach
einer Seite geöffnet. Über die gesamte Dauer des
Versuchs gibt es keinen Auslauf.
Zuchtpferde fohlen in der Regel in den ersten Wochen des Jahres und nicht wie vom
Antragsteller angegeben bis Juli. Spätestens im März sind
alle Fohlen geboren. Der Versuch ist daher unter keinen Umständen
als artgerecht zu bezeichnen. Pferde bewegen sich bis zu 16 Stunden am
Tag, hier ist weder Auslauf noch Weidegang möglich, was besonders
für Zuchtstuten und Fohlen sehr wichtig wäre.
Zudem sind die Pferde extrem großem Stress ausgesetzt. Da sie
nicht langsam aneinander gewöhnt werden können, wird es zu
großen Spannungen innerhalb der Gruppe kommen und die
rangniedrigeren Tiere haben keine Möglichkeit auszuweichen.
Verstärkt wird das Aggressionspotential durch den Platzmangel.
Somit steigt das Verletzungsrisiko immens. Insgesamt wird durch die
Haltungsbedingungen die Ausbreitung weiterer Krankheiten forciert. Die
Gabe von Arzneimittel zur Eindämmung von Infektionen könnte
das Untersuchungsergebnis verfälschen. Zudem werden die Pferde
sich in der sehr großen Gruppe unsicher fühlen und wenig bis
gar nicht zur Ruhe kommen. Für die weitere Zucht werden die
Versuchstiere kaum noch geeignet sein und damit scheint ihr Ende beim
italienischen Metzger quasi vorprogrammiert.
Lediglich für das
Hauptgestüt ist eine erhebliche Belastung mit R. equi
angegeben. Bei geringer Belastung führt die Aufnahme von R.
equi meist zu einer Immunisierung. Ab einem Alter von
sieben Wochen
geht die Infektionsgefahr zurück. Ältere Fohlen
besitzen dann bereits Antikörper und infizieren sich selten.
Allein der Aufenthalt der Tiere an einen unbelasteten Ort kann
ausreichend sein, um sie vor einer Infektion zu schützen. Der
beabsichtigte Tierversuch verfälscht demnach die Erkenntnisse
über die Wirksamkeit des Impfstoffs.
Zur Untersuchung
können einige Versuchstiere teilweise auch getötet
werden.
Im Jahr 2010 wurden in Deutschland etwa 2,9 Millionen Tiere
bei
Tierversuchen benutzt. Davon auch ein Großteil zur
Arzneimittelforschung. Sie sollen ein Gefühl der Sicherheit
und des Vertrauens in neue pharmazeutische Produkte wecken und die
Unbedenklichkeit von Produkten signalisieren.
Umweltrisiko der Gen-Mutante
Lebende genmanipulierte Organismen sind nicht kontrollierbar. Einmal in
die Umwelt entlassen, sind sie nicht mehr rückholbar. Selbst
der Hersteller räumt eine Ausbreitung in Ökosystemen
ein.
Die Überlebensfähigkeit des GVO wurde durch
Nachweis nach über einem Jahr im Boden und in Wasser
bestätigt. Über Grundwasser und Schwebstaub ist
demnach eine sehr weit reichende Verbreitung möglich.
Der Versuchs-Ort ist eine nach einer Seite offene Scheune. Die
Verbreitung des Gen-Bakteriums über Staub außerhalb
der Scheune kann vom Hersteller schon jetzt nicht ausgeschlossen
werden. Die Verbreitung über ansässige Wildtiere wird
ebenso angenommen, wie die über Vögel und Nager, die
Zutritt zur Scheune haben. Eine Kontamination ist
vorprogrammiert.
Die Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt sind
unbekannt, vor
allem die Langzeitfolgen. Selbst der Hersteller räumt ein,
dass die negativen Auswirkungen auf die Umwelt nicht klar sind. Es kann
nicht ausgeschlossen werden, dass sich ein völlig neues,
unbekanntes Bakterium bildet.
Die Überwachung des Umweltverhaltens des
GV-Bakteriums ist
nicht vorgesehen.
 |
|
Genmanipulierte Bakterien sind ein nicht kalkulierbares Risiko für Menschen und Umwelt.
|
Impfstoff dreifach riskant
Risiko lebende GVO:
Bei dem Impfstoff handelt es sich um einen
lebenden, vermehrungsfähigen GVO. Die durch Genmanipulation
abgeschwächten Erreger sollen die Krankheit zwar nicht mehr
auslösen können, jedoch die
Antikörperproduktion ankurbeln. Allerdings sind Gen-Konstrukte
nicht stabil. Es besteht die Gefahr weiterer Mutationen zu neuen
unbekannten Varianten.
Der genetische Transfer des manipulierten
Bakteriums wird nur aufgrund von Literaturanalysen als nicht relevant
eingestuft. Untersucht wurde das Bakterium nicht.
Unbekannt ist bisher auch, wie lange der Impfstamm im Tier
überleben kann, vermutlich bis zu dessen Tod.
Risiko Bakterien:
Im Gegensatz zu Viren können sich Bakterien
selbst vermehren. So kann sich die Anzahl ständig
erhöhen, unter optimalen Bedingungen sogar besonders schnell.
Folglich auch die Anzahl der mutierten Bakterien.
Risiko
Genmanipulation: Im Gegensatz zu den Träumen der
Genetiker
lassen sich gezielte Effekte durch das Ausschneiden oder
Hinzufügen einzelner Gene nicht verlässlich steuern.
Auch wenn durch die Deletion mehrerer Gene bei dem freizusetzenden
Impfstoff bestimmte Effekte vordergründig auftreten, kann
niemals vorausgesagt werden, welche unerwünschten Effekte
längerfristig auftreten. Eine Risikoabschätzung ist
folglich nicht möglich.
Dem Bakterium wurden Gene entfernt,
die Vielzahl deren Funktionen ist nicht bekannt. Es ist ebenfalls
unbekannt, wie die Bakterien sich langfristig verhalten. Vor allem ist
das Verhalten außerhalb von Laborbedingungen
unbekannt.
Die
Risikoeinschätzung erfolgt auf der Annahme, dass sich das
Verhalten der manipulierten Bakterien-Variante nicht wesentlich von der
Ursprungsvariante unterscheidet und keine äußerlich
erkennbaren Unterschiede auftreten. Im schlimmsten Fall wird von einer
Erkrankung ausgegangen, die der derzeitigen entspricht und keine
zusätzlichen Risiken vorhanden sind. Einen Beleg
dafür gibt es nicht.
Gen-Lebend-Impfstoffe für Tiere
Impfstoffe für Tiere werden bislang
größtenteils ohne den Einsatz von Gentechnik
hergestellt. Von den derzeit über 400 in Deutschland zugelassenen
Impfstoffen für Haus- und Nutztiere sind allerdings sieben Prozent
mit gentechnologischen Verfahren hergestellt. Darunter sind derzeit 16 Gen-Lebend-Impfstoffe.

Quelle: Paul-Ehrlich-Institut, Stand 20.01. 2012
Hier finden Sie eine Liste mit allen in Deutschland zugelassenen GVO-Impfstoffen für Tiere.
Gen-Lebend-Impfstoffe für Menschen
Alle Arzneimittel in der EU, die gentechnisch manipulierte Organismen
enthalten oder sind, kommen in der Veterinärmedizin zum
Einsatz – kein einziger in der Humanmedizin.
Um eine mögliche Gefährdung zu verhindern,
werden bei
der Herstellung gentechnisch produzierter Impfstoffe für die
Humanmedizin keine vermehrungsfähigen Mikroorganismen
eingesetzt, sondern lediglich Komponenten dieser Organismen, die den
selben Impfschutz vermitteln sollen.
Übertragung auf Menschen
Immunschwache Menschen, wie Säuglinge, ältere oder
HIV-geschwächte Menschen können schon an einer
gewöhnlichen Rhodococcus-Infektion
erkranken. Die Folgen einer
Erkrankung durch ein manipuliertes Bakterium sind nicht
abzuschätzen. Es besteht die Gefahr, dass somit neue
Krankheitserreger entstehen, deren Wirkspektrum anders oder
größer als der ursprüngliche Erreger
ausfällt.
Selbst der Hersteller des Impfstoffes kann nicht mit
Sicherheit
ausschließen, dass der manipulierte Impfstoff Krankheiten
beim Menschen verursacht.
Die Agrarfabriken des Paul Schockemöhle
Paul Schockemöhle hat sein Firmenimperium unter anderem mit Legehennenbatterien aufgebaut und ist vermutlich auch heute noch einer der Großen der Geflügelbranche. Er soll Haupteigner der marktdominierenden "Deutschen Frühstücksei GmbH" sein. Er hat ein Gestüt im oldenburgischen Mühlen und das agroindustrielle Gut Lewitz (bei Neustadt-Glewe, in Mecklenburg-Vorpommern) mit etwa 3000 Hektar Land, 30.000 Quadratmeter Hallenfläche für 3500 Pferde und jährlich ca. 650 Fohlen. Die Ställe für 5000 Färsen beziehungsweise 20.000 Schweinemastplätze sind weiterverkauft worden. Auch Futtermittelfabriken gehörten zu seinen Firmen. Die Logistiksparte des Firmengeflechts transportiert weiterhin jährlich etwa 500.000.000 Eier von 40 Eierfarmen, unter anderem aus Polen, wo die Käfighaltung trotz Verbot nicht abgeschafft ist.
Paul Schockemöhle spricht sich in Interviews gerne für den Einsatz von Arzneimitteln in der Tierhaltung aus und war wegen seiner tierquälerischen Methoden immer wieder in Verruf geraten.
Intervet International B.V.
Intervet ist die Tierarzneisparte der MSD.
Diese wiederum ist Teil des
Pharmakonzerns Merck & Co. Inc. Im November 2009 hatten sich
die Merck & Co., Inc. und die (ehemals) Schering-Plough
Corporation zusammengeschlossen. Das neue Unternehmen heißt
Merck & Co., Inc. und hat seinen Sitz in Whitehouse Station,
N.J., USA. Es tritt in den USA und Kanada als
„Merck“, in allen übrigen Ländern
als „MSD“ auf. Merck & Co.
beschäftigt in 140 Ländern ca. 100.000 Mitarbeiter
und ist einer der größten Anbieter von neuartigen
Medikamenten, Impfstoffen, biologischen Therapeutika,
Consumer-Health-Produkten und Produkten für die
Tiergesundheit.
MSD ist in Deutschland auf Platz vier der führenden
Pharmaunternehmen und beschäftigt rund 1.600 Mitarbeiter in
Deutschland. Die Zentrale liegt in Haar bei München.
Die
Sparte MSD Animal Health/MSD Tiergesundheit hat Niederlassungen in
über 50 Ländern. Das Produktsortiment umfasst
Impfstoffe für Groß- und Kleintiere,
Geflügel und Fische sowie Antiparasitika, Antiinfektiva und
endokrine Substanzen. Die Geschäftsstellen von Intervet
Deutschland und Intervet International sind seit 1999 in
Unterschleißheim bei München.
Das 2010 geplante
Joint Venture von Intervet mit dem französischen Mitbewerber
Sanofi-aventis ist allerdings im letzten Jahr geplatzt. Zusammen
hätten sie knapp ein Drittel des Marktanteils erreicht. Allein
Intervet erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 2,9 Mrd.
US-Dollar.
Der Antragsteller ist Intervet International B.V. mit Sitz in
Boxmeer,
Niederlande. Dort liegt der Hauptsitz des Unternehmens und das
Bioscience-Center Boxmeer, das größte Forschungs-
und Produktionszentrum der holländischen pharmazeutischen
Industrie. Das Unternehmen vermarktet 350 Impfstoffe, davon werden
über 100 in Boxmeer hergestellt.
Der neue GV-Pferdeimpfstoff wurde von Intervet gemeinsam mit
Forschern
des Groningen Biomolecular Sciences and Biotechnology Instituts (GBB)
der Universität Groningen entwickelt.
Im Jahr 2003 machte die Intervet Schlagzeilen, als sie den
Vertrieb
eines sehr umstrittenen Pferdeimpfstoffs von BAYER übernahm.
Mit dem Produkt wurde auch der verantwortliche Wissenschaftler
übernommen.
Das Zulassungsverfahren
Das Verfahren für die Zulassung gentechnisch hergestellter
Arzneimittel ist in der EU durch die Verordnung 726/2004 geregelt. Die
Zulassung wird bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA)
beantragt. Pro Mitgliedsstaat wird ein Vertreter in das
wissenschaftliche Beratergremium für Veterinärmedizin
entsandt, der deutsche Vertreter kommt vom Paul-Ehrlich-Institut. Das
Paul-Ehrlich-Institut ist eine Einrichtung im Geschäftsbereich
des Bundesministeriums für Gesundheit. Die Berichterstatter
verfassen ein Gutachten, welches die Entscheidungsgrundlage für die
EU-Kommission über die Zulassung bildet. Bei Arzneimitteln,
die GVO enthalten oder aus solchen bestehen, muss zusätzlich
eine Umweltverträglichkeitsprüfung
durchgeführt werden.
Wirkweise einer Impfung
Durch eine Impfung soll der Körper auf Gefahren vorbereitet
werden, denen er vielleicht einmal in der Zukunft ausgesetzt sein
könnte. Durch die Gabe von Impfstoffen, die aus Erregern von
Krankheiten hergestellt werden, soll die Immun-Abwehr trainiert und
entsprechende Antikörper gebildet werden. Bei einem
späteren Kontakt mit dem Erreger soll die Infektion
unterbleiben, da sich bereits entsprechende Antikörper
gebildet haben.
Aufgrund mangelnder Wirksamkeitsstudien werden die Aussagen
der
Pharmahersteller inzwischen bei einigen Patienten, Medizinern und
Homöopaten in Zweifel gezogen.
Das Umweltinstitut München e.V. fordert:
-
ein Freisetzungsverbot des Gen-Lebend-Impfstoffs
für Pferde
-
die Kennzeichnungspflicht für bereits zugelassene
genmanipulierte Lebend-Impfstoffe, sowie eine Informationspflicht des
Tierarztes vor der Verabreichung
-
das Verbot weiterer Zulassungen von Gen-Lebend-Impfstoffen
Weitere Informationen zum Thema Gentechnik:
→ FAQs zum Thema Gentechnik
→ Gentechnik –
Basisinformationen
Hier können Sie aktiv werden:
www.umweltinstitut.org/gen-lebend-impfstoff
Fotos: ©www.fotolia.com; ©designritter/www.pixelio.de
|