Gentechnik-Info (2): Gentechnik bei Pflanzen

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Trotz des großen finanziellen und
technischen Aufwands beruhen die
Ergebnisse der Gentechnik vor allem
auf Zufall. Im Wesentlichen werden
mit zwei Methoden nicht einzelne
Gene, sondern so genannte Genkassetten
übertragen – neben dem Gen
mit der gewünschten Eigenschaft
(z.B. einem Bt-Gen) auch eine Vielzahl
von DNA-Abschnitten anderer
Organismen. So hat Monsanto in seinen
Bt-Mais MON810 nicht nur das
synthetische Bt-Gen cry1Ab aus dem
Bodenbakterium Bacillus thuringiensis
eingebaut. Das Genkonstrukt enthält
zusätzlich einen so genannten
Promotor aus dem Blumenkohlmosaikvirus.
Dieser zwingt die Pflanze,
das artfremde Bt-Gen zu „lesen“.
Und schließlich wurden noch eine
Erbinformation aus einem weiteren
Bakterium sowie Mais-DNA hinzugefügt. In vielen
Fällen werden zudem
– zur Selektion im Labor – Antibiotika-
Resistenzgene in die Pflanzen eingebaut.
Bei der Übertragung mit Agrobacterium
tumefaciens wird ein Bakterium
als „Gen-Taxi“ genutzt. Bei der Infektion
der Pflanzenzelle durch das
Bakterium überträgt dieses das
Fremdgen in das
Genom der Pflanzenzelle.
Häufiger
wird jedoch die
Gen-Kanone benutzt:
Tausende
Kopien des Fremd-
Gens werden auf
Metallpartikel aufgetragen
und im
Schrotschussverfahren
auf das
Pflanzengewebe
geschossen. Erfolgreich
ist diese Methode,
wenn ein
Metallpartikel zufällig
in einen Zellkern
eindringt und
das fremde Genkonstrukt in die DNA
der Pflanzenzelle eingebaut wird.
Bei beiden Verfahren besteht nur
eine äußerst geringe Erfolgsquote.
Oft müssen Tausende von Versuchen
unternommen werden, bis eine
transgene Pflanze entsteht, die die
gewünschte Eigenschaft enthält und
keine äußeren Schäden aufweist.
Vier Pflanzen, zwei Eigenschaften
Genmanipulierte Pflanzen wurden im
Jahr 2007 laut Industrieangaben in
23 Ländern und auf rund 114 Millionen
Hektar angebaut. 99 Prozent des
Gentechnikanbaus finden in nur acht
Ländern statt, die Hälfte der Fläche
liegt in den USA. Großflächig genutzt
werden nur Raps, Mais, Soja und
Baumwolle.

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* Genmanipulierter
Mais wird fast ausschließlich in Ostdeutschland angebaut. |
Auf dem Markt gibt es seit der Einführung
transgener Pflanzen praktisch
nur zwei „neue“ Eigenschaften: Mit
einem Gen des Bodenbakteriums Bacillus
thuringiensis (Bt) ausgerüstet,
produzieren manipulierte Pflanzen
ein Gift, das bestimmte Schadinsekten
abtöten soll. Andere Gen-Pflanzen
werden unempfindlich gegen Pflanzenvernichtungsmittel
wie Roundup
gemacht. Beim Spritzen zerstören
diese Totalherbizide alles pflanzliche
Leben. Nur die genmanipulierten
Pflanzen überleben. 63 Prozent aller
angebauten Gen-Pflanzen wiesen
2007 eine solche Herbizidtoleranz,
knapp 18 Prozent eine Toxizität für
Insekten und 19 Prozent eine Kombination
der beiden Eigenschaften auf.
Seit wenigen Jahren wird Bt-Mais von
Monsanto auch in Deutschland kommerziell
angebaut – fast ausschließlich
in den neuen Bundesländern.
Wegen der großen Widerstände wird
stets ein hoher Prozentsatz der ursprünglich
gemeldeten Flächen zurückgezogen,
in Bayern bis zu 90
Prozent. Mit der Verwendung von
Pflanzen wie Mais oder Zuckerrüben
in Biogasanlagen oder für Agro-Sprit
steigt die Gefahr eines großflächigen
Anbaus in Deutschland, da so genutzte
Gentechnikprodukte nicht gekennzeichnet
werden müssen.
Zusätzlich zum kommerziellen Anbau
wurden seit 1991 allein in Deutschland
rund 170 Freisetzungsversuche
mit transgenen Pflanzen genehmigt.
Bei solchen Versuchen testen Konzerne
Gentechnik-Pflanzen, die sie zukünftig
auf dem Acker haben wollen.
Gen-Pflanzen der Zukunft?
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Transgene Bäume, z.B. für Agro-Kraftstoffe oder die
Papierindustrie
Terminator-Pflanzen, deren Fortpflanzungsfähigkeit
gentechnisch gestört wird
und die Bauern zu jährlichem Saatgutkauf zwingen
Pharma-Pflanzen, die Impfstoffe, Antikörper oder Hormone
produzieren
Gen-Pflanzen mit veränderter Zusammensetzung der Inhaltsstoffe
oder angeblichem
gesundheitlichen Zusatznutzen
Gen-Pflanzen mit besonderen Eigenschaften für Agro-Kraftstoffe
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Foto: www.scx.hu
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