Umweltinstitut München e.V.
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Gentechnik-Info (1): Manipuliertes Leben

Agro-Konzerne drängen mit ihren Gen- Pflanzen auf den europäischen Markt.

Keine Technologie greift so fundamental in den Alltag ein wie die Gentechnik in der Landwirtschaft - das Thema Nahrung betrifft jeden Menschen tagtäglich.
Weltweit breitet sich Gentechnik auf Feldern und in Lebensmitteln immer weiter aus - die Profitgier von Konzernen und ihre Unterstützer in Wissenschaft und Politik sorgen für eine globale Vermarktung der unsicheren Laborkonstrukte.
Versuchskaninchen sind die Verbraucher, die von den Unternehmen beruhigt werden: Bestens erprobt, erfolgreich und ungefährlich sei diese Technologie. Doch die Pannen häufen sich und die wissenschaftlichen Grundlagen werden immer zweifelhafter.
Dass gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere, einmal aus dem Labor in die Umwelt entlassen, sich selbstständig vermehren, macht die Manipulation am Erbgut so gefährlich: Pollen oder Samen, vom Wind verweht, lassen sich genau so wenig wie Fische und Bakterien in einer "Rückholaktion" wieder einsammeln, wenn sich herausstellt, dass der genmanipulierte Organismus schädliche Auswirkungen hat. Tiere und Pflanzen, die durch Gen-Manipulation einen Überlebensvorteil haben, können zur Ausrottung ganzer Arten führen. Die biologische Vielfalt, Lebensgrundlage für Mensch und Tier, verändert sich mit unbekannten Folgen oder geht unwiederbringlich verloren.
70 Prozent der europäischen Bauern und Verbraucher lehnen Gentechnik in Lebensmitteln ab. Sie wollen keine Landwirtschaft, die gegen statt mit der Natur arbeitet, und Bauern in Abhängigkeit internationaler Konzerne bringt. Niemand kann vorhersehen, wie sich das freigesetzte, manipulierte Erbgut in der Umwelt und im Austausch mit anderen Organismen verhalten wird. Diese Technologie ist deshalb viel zu gefährlich, um sie aus dem geschlossenen Labor in die freie Natur zu entlassen.
Mit dieser Broschüre wollen wir Ihnen Informationen darüber geben, was Gentechnik ist und warum sie katastrophale Auswirkungen auf unsere Umwelt und Gesellschaft haben kann.

Was ist Gentechnik?

Die Geburtsstunde der Gentechnik liegt im Jahr 1973. Zwanzig Jahre nach der Entdeckung der DNA-Struktur durch James Watson und Francis Crick gelang es Wissenschaftlern in den USA erstmals, fremde Erbsubstanz in Bakterien einzuschleusen. Diese Entdeckung erschien Vielen so gravierend, dass Forscher aus aller Welt im selben Jahr eine Konferenz in Asilomar/Kalifornien einberiefen. Dort diskutierten sie darüber, Gentechnik nicht anzuwenden, bis die möglichen Folgen erforscht wären. Doch die skeptischen Forscher konnten sich nicht durchsetzen. Gentechnik wird oft verharmlosend als Biotechnologie bezeichnet, sie ist aber lediglich ein Teilbereich davon. Bei der Biotechnologie macht man sich bestimmte Lebensprozesse, vor allem den Stoffwechsel von Mikroorganismen, zunutze. Die Herstellung von Käse, Bier, Jogurt oder Brot mit Hilfe von Hefepilzen oder Milchsäurebakterien sind klassische, seit Jahrtausenden vom Menschen genutzte biotechnologische Verfahren.

Gentechnik schlägt ein neues Kapitel in der Schöpfungsgeschichte auf.

Gentechnik dagegen umfasst die Neukombination von Erbanlagen auch über Artgrenzen hinweg. Drastische Beispiele für diesen widernatürlichen Eingriff sind Schweine oder Mäuse mit menschlichen Wachstumshormongenen, Kartoffeln mit dem Giftgen von Skorpionen, Erdbeeren mit Frostschutzgenen von arktischen Fischen oder Salat mit Rattengenen zur Erhöhung des Vitamin C-Gehalts. Die Artgrenzen, die sich im Laufe der Evolution zwischen Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren und Menschen gebildet haben, werden durch die Gentechnologie bewusst durchbrochen.
Ein gentechnischer Eingriff hat daher nichts mit herkömmlicher Züchtung zu tun, wie oft behauptet wird: Bei traditionellen Methoden werden Pflanzen oder Tiere, die zu gleichen oder nah verwandten Arten gehören, nach den natürlichen Vererbungsregeln gekreuzt. Das Gentechnikgesetz unterscheidet daher klar zwischen Gentechnik und Züchtung. Ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO) wird dort definiert als: "ein Organismus, dessen genetisches Material in einer Weise verändert worden ist, wie sie unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt".



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