Kontamination
Gen-Pflanzen
außer Kontrolle
Außer Kontrolle
Seit Jahren versichern Gentechnikkonzerne wie
Monsanto, Syngenta, Bayer, BASF und Co., ein
Nebeneinander von gentechnikfreier Landwirtschaft
und dem Anbau transgener Pflanzen sei
problemlos möglich. Dutzende Fälle zeigen jedoch,
dass Kontaminationen von Umwelt, Saatgut,
Futter- und Lebensmitteln durch genmanipulierte
Pflanzen längst weltweite Realität ist.
Gentechnisch veränderte Pflanzen vermischen
sich seit Jahren mit herkömmlichen
Kulturen
Kontaminationen entstehen durch Pollenflug,
Insekten, Bienen und Vögel, durch
Deklarationsfehler, vertauschtes Saatgut,
verunreinigte Maschinen, beim Transport
und nicht zuletzt durch „Nahrungsmittelhilfe“
der USA in die Dritte Welt
Transgene Konstrukte breiten sich in Wildpflanzen
aus
Durch Auskreuzungen entstehen so genannte
Superunkräuter
Selbst in Ländern, in denen keine Gen-
Pflanzen angebaut werden, häufen sich
die Kontaminationen
Nicht zugelassene Genpflanzen entweichen
aus Laboren und Freisetzungsversuchen
Eine Koexistenz zwischen Gen-Anbau und konventioneller
bzw. ökologischer Landwirtschaft ist
unmöglich
Auskreuzungen
Fremde Gene im Unkraut: Eine britische Studie
fand verändertes Erbmaterial aus herbizidresistentem
Gen-Raps in Ackersenf, einem Unkraut.
In den USA wurden auch Eigenschaften aus
genmanipuliertem Reis in einem Ackerunkraut
nachgewiesen.
Gen-Papaya breiten sich aus: 2004 kam
ans Licht, dass ein staatliches thailändisches
Forschungsinstitut genmanipuliertes Papaya-
Saatgut illegal an Bauern verteilt hatte. Zudem
kreuzte die Pflanze durch Freisetzungsversuche
des Instituts aus. Obwohl alle verdächtigen Papaya-
Bäume zerstört wurden, wird das transgene
Konstrukt in Papayas der Region immer
wieder nachgewiesen.
Gen-Raps überall: Seit dem großflächigen Anbau
von Gen-Raps kann in Kanada kein gentechnikfreier
Raps mehr angebaut werden. Raps
kreuzt über extrem weite Distanzen aus. Untersuchungen
wiesen den Pollen noch in 26 km
Entfernung nach. Die Produktion von gentechnikfreiem
Rapshonig – der einstigen kanadischen
Spezialität – ist dadurch unmöglich geworden.
„Die Industrie hofft darauf, dass der Markt im
Laufe der Zeit so überschwemmt wird, dass
man nichts mehr dagegen tun kann. Man kapituliert
einfach.“ (Don Westfall, Berater zahlreicher
Gentechnik-Konzerne) |
Saatgut & Futtermittel
Heimat des Mais kontaminiert: In Mexiko, dem
Herkunftsland der Maispflanze, wachsen mehrere
Tausend Maissorten, die für die Züchtung unerlässlich
sind. US-Wissenschaftler stellten 2001
massive Einkreuzungen von Gen-Maislinien in
mexikanische Landsorten fest. Ursprung der
Kontamination war Gen-Mais aus den USA. Die
Landbevölkerung war nicht informiert worden
und hatte ihn als Saatgut statt als Lebensmittel
verwendet.
Bt10 statt Bt11: Der Gentechnikkonzern Syngenta
gab 2005 zu, dass dem Unternehmen in den
USA seit 2001 ein gravierender Fehler unterlaufen
war. Statt des in einigen Ländern zugelassenen
Gen-Mais Bt11 wurde das in keinem Land
der Welt zugelassene Konstrukt Bt10 als Saatgut
verkauft. Rund 190.000 Tonnen Bt10 gelangten
dadurch in die Nahrungskette und über Exporte
auch nach Europa.
Landwirten Gen-Mais untergeschoben: Kontaminiertes
Maissaatgut der Firma Pioneer gelangte
2005 in den deutschen Handel. 2010 war
Maissaatgut von Pioneer mit dem für den Anbau
nicht zugelassenen Gen-Mais NK603 von Monsanto
kontaminiert. Der verunreinigte Mais wurde
auf mehreren Tausend Hektar in sieben deutschen
Bundesländern ausgesät. Die betroffenen
Bauern wurden in beiden Fällen erst nach der
Aussaat über die Verunreinigung informiert.
Lebensmittel
Kontaminierter Reis: 2006 wurde bekannt,
dass offenbar seit Jahren ein Großteil der US-Reisernte
mit dem weltweit nicht zugelassenen
herbizidresistenten Gen-Reis LL601 des Bayer-
Konzerns verunreinigt worden war. Dieser wurde
nur bis 2001 in einzelnen Freilandversuchen in
den USA getestet. Ein weiterer nicht zugelassener
Gen-Reis tauchte 2009 in der Schweiz auf.
Das Konstrukt Bt63 war 2001 in China zu Versuchszwecken
kultiviert worden.
Chips aus illegalem Gen-Mais: Der nur als Futtermittel
zugelassene Bt-Mais Star-Link kontaminierte
2000 durch Pollenflug und Vermischungen
nach der Ernte weite Teile der US-Lebensmittelkette
sowie konventionelles Saatgut. Obwohl
Star-Link auf nur vier Prozent der US-Maisanbaufläche
angebaut wurde, war ein Großteil der
Saatgut-Bestände in den USA verunreinigt.
Gen-Leinsaat in Brot und Müsli: Illegale Gen-
Leinsaat wurde 2009 in Brot und Müsli in der gesamten
EU entdeckt. Bei dem Gen-Lein handelte
es sich um die herbizidtolerante und antibiotikaresistente
Linie FP967/CDC Triffid, die in Kanada
entwickelt worden war. Sie wurde nur in einer
einzigen Saison in Kanada angebaut – und das
knapp zehn Jahre zuvor.
Das Umweltinstitut München e.V. fordert:
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Fotos: Pixelio/BrandtMarke
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