Gentechnik-Anbau in Deutschland 2008
Stand: 13. Mai 2008
Wo wächst der Gen-Mais?
In Deutschland werden auch in diesem Jahr gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Die Verteilung der Anbauflächen zwischen alten und neuen Bundesländern ist dabei, wie in den vergangenen Jahren, äußerst ungleich. Während Bauern in den alten Bundesländern, mit Ausnahme Bayerns, lediglich auf wenigen Hektar Gen-Mais anbauen wollen, steigt die Anbaufläche für genmanipulierten Mais in den neuen Ländern auch 2008 weiter an.
|
Gemeldete Anbaufläche für Gen-Mais in Deutschland 2008
(Stand 13.5.2008) |
|
Bundesland |
ha |
Standorte |
| Schleswig-Holstein |
0,0 |
2 |
| Hessen |
0,4 |
3 |
| Rheinland-Pfalz |
0,7 |
2 |
| Niedersachsen |
14,1 |
10 |
| Baden-Württemberg |
5,4 |
4 |
| Thüringen |
4,1 |
5
|
| Bayern |
89,2 |
29
|
| Sachsen-Anhalt |
241,4 |
26 |
| Mecklenburg-Vorpommern |
846,6 |
31
|
| Sachsen |
1.025,6 |
62 |
| Brandenburg |
1.837,6 |
90 |
| Gesamtfläche Bt-Mais |
4.065,0 |
264 |
| Neue Bundesländer |
3.955,2 |
214 |
| Alte Bundesländer |
109,7 |
50
|
|
|
Was wird angebaut?
In Deutschland (und Europa) darf derzeit nur eine einzige genmanipulierte Pflanzenlinie kommerziell angebaut werden: der MON810 des US-Gentechnikkonzerns Monsanto, ein so genannter Bt-Mais. Dieser wurde mit Erbmaterial aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt) gentechnisch so aufgerüstet, dass er einen vor allem für Schmetterlinge giftigen Stoff produziert. Damit soll der Maiszünsler bekämpft werden, ein Schadinsekt, das in Maismonokulturen auftritt. MON810 ist aufgrund von negativen Auswirkungen auf Umwelt heftig umstritten. Schäden wurden unter anderem bei verschiedenen Schmetterlingsarten, Trauermückenlarven, Nematoden oder Regenwürmern festegestellt. Auch die lange Verweildauer des Bt-Gifts im Boden wirkt sich negativ auf die Umwelt aus.In zahlreichen Ländern der EU ist MON810 daher verboten, unter anderem in Österreich, Ungarn und Griechenland. Auch in Frankreich ist der Anbau seit Anfang 2008 aufgrund "ernster Zweifel" an der Sicherheit nicht mehr erlaubt.
Neben dem kommerziellen Anbau von Bt-Mais wird es wohl erneut zum Anbau von transgenen Pflanzen zu Forschungszwecken kommen. 2007 wuchsen solche Pflanzen auf knapp 70 Hektar im gesamten Bundesgebiet.
Für 2008 sind bislang rund 30 Freisetzungsflächen mit einer Gesamtgröße von 33 Hektar angemeldet. Die meisten Versuche wollen große Agro-Konzerne wie Monsanto, Pioneer und BASF durchführen. Thematisch stehen Versuche mit Gen-Kartoffeln mit verändertem Stärkegehalt sowie mit Gen-Pflanzen mit eingebauter Herbizidtoleranz bzw. den gekoppelten Eigenschaften Herbizidtoleranz/Insektengiftigkeit im Vordergrund.
Wie erfolgreich wird der Protest?
Interessant verspricht erneut die Frage zu werden, wie viel Druck Verbraucher und Bauern auf potentielle Gentechnik-Anbauer ausüben können, damit diese ihre Anbaupläne aufgeben. In den vergangenen Jahren war Protest vor Ort oftmals erfolgreich: 2007 war die tatsächliche Anbaufläche von Bt-Mais um rund 1000 Hektar geringer als ursprünglich angemeldet.
|
Anbau von Bt-Mais |
Fläche in ha |
Ursprünglich gemeldet |
|
2005 |
342 |
1.087 |
|
2006 |
945 |
2.004 |
|
2007 |
2.684 |
3.623 |
Engagierte Verbraucherinnen und Verbraucher können sich im Internet darüber informieren, ob Gentechnik-Felder in ihrer Nähe angemeldet sind. Die genaue Lage einzelner Flächen erfahren Sie im amtlichen Standortregister durch Anklicken der entsprechenden Flächennummer.
Eine Analyse des Anbaus transgener Pflanzen in Deutschland 2007 finden Sie hier.
Einen ausführlichen Hintergrundbericht zum Gentechnikanbau bis 2007 finden Sie hier.
|