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Zur Stellungnahme des Landwirtschaftsministeriums

Hier können Sie Frau Ministerin Aigner eine eigene Antwort per Email schicken

Antwortschreiben des Umweltinstitut München an Ministerin Aigner


Anfang März reagierte das Bundeslandwirtschaftsministerium endlich auf unsere E-Mail-Aktion "Cholera-Kartoffeln verhindern". Die Stellungnahme des Ministeriums hat uns dazu veranlasst, nochmals an die Ministerin zu schreiben, um unserer Forderung nach einem Stopp für das Pharmakartoffelprojekt der Universität Rostock Nachdruck zu verleihen.

Hier die wichtigsten Punkte unseres Schreibens

  • Es gibt keine Möglichkeit, sicherzustellen, dass pharmazeutische Bestandteile der Gentechnik-Pflanzen nicht in die Lebensmittelkette gelangen. Pharma-Pflanzen, insbesondere wenn Nahrungs- oder Futterpflanzen verwendet werden, gehören nicht auf den Acker.

  • Kartoffeln werden unter anderem von Insekten wie Hummeln oder sogar Bienen bestäubt. Dadurch können Kontaminationen von Kartoffelbeeren bis in mehreren Kilometern Entfernung auftreten.

  • Bei genmanipulierten Kartoffeln, die den Stoff Cyanophycin produzieren, ist von einer erhöhten Frosttoleranz und damit einem erhöhten Risiko der Etablierung dieser Gentechnik-Pflanzen in der Umwelt auszugehen.

  • Der geplante Anbau der Pharma-Pflanzen in einem Gentechnik-Schaugarten (Standort Üplingen) ohne jegliche zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erhöht das Verschleppungsrisiko eklatant.

  • Insbesondere die Produktion von Cyanophycin in Pflanzen führt offenbar zu dramatischen Veränderungen von Stoffwechsel und Phänotyp. Ein Anbau dieser transgenen Pflanzen im Freiland ist indiskutabel.

  • Eine aktuelle Studie der Europäischen Akademie legt dar, dass Anbau und Freisetzung von Pharma-Pflanzen nicht ausreichend von den EU-Gentechnikbestimmungen gedeckt sind.

  • Es gibt weltweit keine Studien über die Auswirkungen von Pharma-Pflanzen auf die Umwelt. Es gibt keinen Grund, ausgerechnet in Deutschland Freilandversuche in einem Forschungsbereich durchzuführen, der ausschließlich aus weißen Flecken besteht.

  • Umwelt, Mensch und Tier werden durch das derzeit vom BVL durchgeführte Verfahren zur Risikobewertung bei Freisetzungen von Pharma-Pflanzen fahrlässig schlecht geschützt.

  • Wir fordern, das Julius-Kühn Institut wegen des Verdachts der Befangenheit vom laufenden Verfahren auszuschließen.

  • Der Anbau transgener Kartoffeln, die einen Impfstoff gegen die Kaninchenkrankheit RHD bilden sollen, ist sinnlos. Selbst die Universität Rostock gibt zu, dass der Impfstoff vollständig unwirksam ist.

  • Die offensichtliche Sinnlosigkeit des Versuchs legt den Verdacht nahe, dass mit Forschungsabfällen weiter experimentiert wird, um den Fluss staatlicher Fördergelder nicht abreißen zu lassen.

  • Es gibt einen weltweiten Trend, keine Pharma-Pflanzen mehr im Freiland anzubauen. Deutschland wäre klug beraten, sich der Erkenntnis anderer Staaten nicht zu verweigern.


Hier können Sie den Brief des Umweltinstitut München an Ministerin Aigner nachlesen.