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Wo wächst der Gen-Mais?

Gen-Mais
Protest gegen Gentechnik auf unseren Feldern.
Foto: Andreas Bauer

Anbau in Deutschland 2007
In Deutschland wurden 2007 etwa 2680 ha Gen-Mais angebaut, fast ausschließlich in den ostdeutschen Bundesländern. Das sind rund 1000 Hektar weniger als ursprünglich im amtlichen Standortregister gemeldet waren. Der Trend der letzten Jahre setzt sich damit fort: Auch 2006 waren zunächst 2000 ha Gen-Mais angemeldet worden. Aufgrund massiver Proteste von benachbarten Bauern, engagierten Bürgern und Grundstücksbesitzern verringerte sich diese Fläche im Laufe des Jahres auf weniger als 950 ha.
Erneut war in diesem Jahr die Verteilung der Anbauflächen zwischen alten und neuen Bundesländern äußerst ungleich. Während Bauern in den alten Bundesländern lediglich auf wenigen Hektar Gen-Mais anbauen wollen, scheint die PR der Agro-Industrie in den ostdeutschen Ländern Wirkung zu zeigen: Rund 99 Prozent der Genmais-Flächen befinden sich in den neuen Ländern.

Bundesbehörde sieht Umweltgefahren durch Monsantos Bt-Mais
Bei den genmanipulierten Maispflanzen, die in Deutschland kommerziell angebaut werden dürfen, handelt es sich um die Linie MON810 des US-Gentechnikkonzerns Monsanto, einen so genannten Bt-Mais. Dieser wurde mit Erbmaterial aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt) gentechnisch so aufgerüstet, dass er einen für Schmetterlinge giftigen Stoff produziert, mit dem der Maiszünsler bekämpft werden soll. Dieses Schadinsekt tritt in Maismonokulturen auf. Am 27. April 2007 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einen Bescheid mit Sofortvollzug erlassen, die Monsanto bis auf Weiteres das Recht entzieht, MON 810 in Deutschland zu vertreiben. Nach EU-Recht erlosch die Verkaufsgenehmigung für Monsantos Gen-Mais am 18.04.2007. Für eine mögliche Verlängerung der Zulassung muss der US-Konzern nun einen Monitoring-Plan vorlegen. Interessant ist vor allem die weitere Begründung der Behörde, die dem Landwirtschaftsministerium untergeordnet ist. Laut BVL besteht nach neuen Erkenntnissen berechtigter Grund zu der Annahme, "dass der gentechnisch veränderte Mais eine Gefahr für die Umwelt darstellt".

Freisetzungsversuche
Auch 2007 fanden in Deutschland wieder Freilandexperimente mit nicht kommerziell zugelassenen Gentechnik-Pflanzen statt. Insgesamt wurden Freisetzungsversuche auf 80 Versuchsfeldern durchgeführt, der weitaus größte Teil von Gentechnikkonzernen wie BASF (27), Monsanto (20) und DuPont/Pioneer (15).
In diesen Versuchen kamen überwiegend Gen-Kartoffeln (36 Versuchsfelder) und Mais (37 Versuchsfelder) zum Einsatz. Aber auch mit Raps, Weizen, Gerste, Erbse, Sojabohne und Schwarzem Nachtschatten wurde im Freiland experimentiert. Die Gesamtfläche aller Freisetzungsversuche betrug 68 Hektar.

Gemeldete Anbaufläche für Gen-Mais in Deutschland 2007, Bundesländer mit mehr als einem Hektar Anbau (Stand 28.9.2007)

Bundesland

ha

Bayern
6
Baden-Württemberg
7
Niedersachsen
18
Sachsen-Anhalt
112
Sachsen
556
Mecklenburg-Vorpommern
638
Brandenburg
1347
Gesamtfläche Bt-Mais
2685


Rund 99 Prozent der Anbaufläche befindet sich in den ostdeutschen Bundesländern.


Trauriger Spitzenreiter beim Anbau von Gentechnik-Mais ist das Land Brandenburg, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.


Die genaue Lage einzelner Flächen erfahren Sie im amtlichen Standortregister durch Anklicken der entsprechenden Flächennummer.

Stand: 28.9.2007