Umweltinstitut München e.V.
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Transgene Pharma-Pflanzen
Entwicklungsstand, Risiken, Kontrollversuche
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(126 Seiten A4, 1,1 MB)

Pharma-Pflanzen sind gentechnisch veränderte Pflanzen, die der Produktion von Pharmazeutika oder industriellen Stoffen dienen. Pharmaunternehmen versprechen sich von einem zukünftigen Anbau dieser transgenen Pflanzen auf freiem Feld eine Senkung ihrer Produktionskosten. Die Entwicklung von Pharma-Pflanzen findet bislang weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Unter anderem sind Verbraucher und Landwirte über folgende Punkte nicht informiert:
• Pharma-Pflanzen produzieren durch den gentechnischen Eingriff zum Teil hochpotente Medikamente wie Antikörper, Hormone oder Impfstoffe.
• Die Gene, die in die Pflanzen eingebaut werden, stammen zum größten Teil aus dem Menschen oder aus verschiedenen Tierarten (z.B. Maus, Schwein, Kaninchen, Karpfen, Hund oder Rind)
• In Forschung und Entwicklung für den kommerziellen Anbau werden fast ausschließlich zentrale Nahrungs- und Futterpflanzen für Mensch und Tier verwendet, vor allem Mais, Reis, Gerste, Soja oder Kartoffeln.
• Pharma-Pflanzen sollen auf freiem Feld angebaut werden. Der Kontamination von Umwelt und Nahrungskette sind damit Tür und Tor geöffnet. Es gibt keine realistische Möglichkeit, transgene Pharma-Pflanzen unter Kontrolle zu halten.
• Es gibt keinerlei wissenschaftliche Forschung zu den gravierenden Konsequenzen eines Anbaus von Pharma-Pflanzen für Tier, Mensch und das gesamte Ökosystem.

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(37 Seiten A4, 300 KB)

Diese technologische Weiterentwicklung der Pflanzengentechnik wirft über die bekannten Problematiken der Agro-Gentechnik hinaus gravierende ethische, ökologische und gesundheitliche Fragestellungen auf. Obwohl es weder Forschung über die Auswirkungen von Pharma-Pflanzen auf Umwelt und Gesundheit noch eine gesellschaftliche Debatte über diesen gefährlichen gentechnischen Eingriff gibt, wurden seit 1991 über 350 Freisetzungsversuche mit Pharma-Pflanzen in den USA, Kanada und Europa durchgeführt. Obwohl bislang kein kommerzieller Anbau stattfindet, werden in den USA mit Duldung der Behörden seit Jahren Produkte aus Freisetzungsversuchen mit Pharma-Pflanzen kommerziell gehandelt. Nur massivem Widerstand von Umweltorganisationen, Bauern und der Lebensmittelindustrie in den USA ist es zu verdanken, dass ein großflächiger Anbau dieser transgenen Pflanzen bislang verhindert wurde.

Die Studie „Transgene Pharma-Pflanzen: Entwicklungsstand, Risiken, Kontrollversuche“ stellt den derzeitigen Entwicklungsstand dieser speziellen Form der Genmanipulation von Pflanzen dar und gibt einen Überblick über die Aspekte:
• Ökonomie
• Technologie
• in Pharma-Pflanzen produzierte Stoffe
• Stand von Freisetzungsversuchen und Kommerzialisierung in den USA, Kanada und Europa
• gesetzliche Regulierung von Pharma-Pflanzen in den USA
• Ökologische Risiken
• Mögliche Strategien zur Kontrolle von Pharma-Pflanzen

Andreas Bauer