(4) Ist Bio besser?
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Bio-Supermärkte gibt es in den größeren
Städten schon lange
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Zur höheren Qualität ökologisch
erzeugter Produkte gibt es
mittlerweile zahlreiche Studien.
Neben dem Verzicht auf ungesunde
Zusatzstoffe in der Verarbeitung ist
auch die "innere" Qualität von
ökologisch erzeugter Milch, von Bio-
Gemüse und Bio-Obst in vielen
Fällen belegt. Der Verzicht auf
Kunstdünger führt dazu, dass viele
Stoffe konzentrierter in Früchten,
Salaten und anderem Gemüse enthalten
sind. Artgerechte Fütterung
führt zu einem höheren Anteil
gesundheitsfördernder Stoffe in der
Milch von biologisch ernährten
Kühen. Dies ist auch in der Muttermilch
messbar: Ihre Qualität ist bei
Frauen höher, die sich überwiegend
biologisch ernähren. Unter anderem
lassen sich mehr Omega 3-Fettsäuren
sowie mehrfach ungesättigte
Fettsäuren feststellen. Gleichzeitig
sinkt der Gehalt an Pestiziden in der
Muttermilch deutlich.
Andere Vorteile von ökologischen
Lebensmitteln sind:
Mehr Vitamine, vor allem Vitamin
C: Die hohe Stickstoffzufuhr in der
konventionellen Landwirtschaft
führt dazu, dass weniger Vitamine
gebildet werden.
Mehr Mineralstoffe und Spurenelemente:
Untersuchungen an Kartoffeln
und Zwiebeln zeigten, dass
Bio-Ware eine deutlich höhere
Menge dieser Stoffe enthält.
Mehr sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe
wie Terpene, Phenole oder
Alkaloide: Diese wirken unter
anderem anregend auf das Immunsystem,
blutduckregulierend und
antibakteriell.
Deutlich weniger Nitrat: Ein
Übermaß an Stickstoffdünger in
der konventionellen Landwirtschaft
führt oft zu hohen Mengen
an Nitrat im Gemüse. Im Körper
wird Nitrat zu krebserregenden
Nitrosaminen umgebaut.
Fleisch und Milch von Bio-Tieren
enthält meist einen erhöhten
Anteil von konjugierter Linolsäure:
Linolsäure hat ein anerkanntes
krebshemmendes Potenzial.
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Nur ohne Schale? Vermutlich gespritzt.
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Tiere würden Bio
kaufen
Was viele Verbraucher schätzen, ist
durch Studien belegt: Die Qualität
biologisch erzeugter Produkte ist
einfach höher. Biolebensmittel
enthalten mehr bioaktive Inhaltsstoffe
– und damit ein vermindertes
Risiko was Pestizidrückstände,
Nitrate, fragwürdige Zusatzstoffe
und die unbekannten Folgen der
Gentechnik betrifft. Auch Tiere
greifen lieber zu Bio, wenn sie die
Wahl haben. In einem Versuch im
Kopenhagener Zoo suchten sich
Affen systematisch die Bio-Bananen
aus und aßen sie mitsamt der Schale.
Konventionell angebaute Früchte
schälten sie zuerst. Auch Kaninchen
und Hühner wählten in Studien Bio-Nahrung, wenn sie die Wahl hatten.
Die Lebensmittelindustrie versucht,
die abnehmende Qualität konventioneller
Produkte mit "funktionellen"
Zusatzstoffen auszugleichen. Bio-
Produkte hingegen enthalten viele
gesunde und geschmacksbildende
Substanzen von Natur aus.
Genuss ohne Reue
Bio-Produkte sind im Vergleich zu
konventionellen Produkten meist
teurer, weil Biobauern mehr Arbeit,
geringere Erträge und einen kleineren
Markt haben. Und die Deutschen
sparen ohnehin heute am
liebsten beim Essen: Nur rund 15
Prozent ihres Nettoeinkommens
geben sie im Schnitt für Essen aus,
1950 waren es noch 45 Prozent.
Verbraucher, die aber bei Wurst- und
Fleischwaren, bei oft teuren
Fertigprodukten, bei Süßigkeiten
und Genussmitteln seltener zugreifen,
können Bio-Kost genießen,
ohne ihren Geldbeutel übermäßig zu
belasten. Das haben Untersuchungen
gezeigt.
Mit Brief und Siegel
Was sich in der konventionellen
Landwirtschaft nur langsam durchsetzt,
ist seit Jahrzehnten Standard
in der Öko-Landwirtschaft: Die
gläserne Produktion. Staatlich
zugelassene, unabhängige Kontrollstellen
prüfen jährlich die ökologischen
Erzeuger und Verarbeiter auf
die Einhaltung der strengen Produktions-
und Verarbeitungsrichtlinien.
Es gibt mehrere Ökoanbauverbände
mit ihren eigenen Zeichen. Sie
haben zum Teil noch strengere
Regelungen.
Um den Siegel-Dschungel für den
Kunden übersichtlicher zu machen,
gibt es seit September 2001 das
deutsche Biosiegel, das alle ökologisch
hergestellten Produkte tragen:
Bio darf sich danach nur nennen,
was mindestens 95 Prozent der
Grundzutaten aus dem Bio-Landbau
enthält. Zusatz- und Hilfsstoffe sind
nur dann erlaubt, wenn das Bio-
Lebensmittel ohne diese Stoffe
nachweislich nicht herzustellen
oder haltbar zu machen ist. Allerdings
erlaubt die EG-Öko-Verordnung
hier nur etwa ein Zehntel der
sonst in der Lebensmittelwirtschaft
zulässigen Anzahl dieser Stoffe. Sie
können also sicher sein: Wo Öko
drauf steht, ist auch Öko drin.
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Aus der Region und
frisch vom Hof
Wo kommt unser Essen her, wie wird
es hergestellt, was ist drin? Diese
Fragen sind heute wichtiger denn
je. Wer die Bauern und Betriebe
kennt, kann viel über Produktionsweise
und -bedingungen erfahren.
Der direkte Kontakt zum Erzeuger,
zu den verarbeitenden Betrieben
auf dem Hof oder den Wochenmärkten
ermöglicht Einblicke in die
Landwirtschaft, die den meisten
Menschen abhanden gekommen sind.
Kurze Wege vom Erzeuger zum
Verbraucher: die Garantie für frische
Lebensmittel, die nicht lange
und umweltbelastend transportiert
werden müssen. Und es erspart den
Tieren das Leiden auf langen Fahrten
zum Schlachthof. Weniger
Abgase durch weniger Transporte
schonen zudem unser Klima und
erhalten Ressourcen für zukünftige
Generationen. Wer aus der Region
einkauft, hilft Arbeitsplätze und
eine landwirtschaftliche Kultur zu
erhalten, die allen zugute kommt.
Die Zahl der Arbeitsplätze in der
deutschen Biobranche nimmt stark
zu, derzeit sind es 150.000. Damit
stellt sie einen der wenigen expandierenden
Wirtschaftsbereiche dar.
Arbeitsplätze entstehen auch in
Ihrer Region. Sie unterstützen Bio-
Bauern vor Ort, indem Sie Öko-
Kisten bestellen und regional erzeugte
Produkte kaufen. Vielleicht
in einem Hofladen? Sie werden
sehen: Das macht auch noch Spaß!
Service
Der Bund Naturschutz in Bayern hat
die Projektstelle "Ökologisch essen"
eingerichtet: www.oekologisch-essen.
de, Tel: (089) 51 56 76 50
Ein Broschüre, die alle Bezugsmöglichkeiten
für Bio-Lebensmittel in
und um München auflistet, können
Sie bei der Kreisgruppe München
des Bund Naturschutz gegen Zusendung
eines frankierten Umschlags
anfordern. Neben Bioläden finden
Sie in dem Einkaufsratgeber auch
Adressen von Ökokisten, Hofläden
und Märkten mit Bioständen.
BN Kreisgruppe München
Pettenkoferstr. 10 a
80336 München
Tel: (089) 515676-0
www.bn-muenchen.de
Adressen von Ökokisten und Hofläden
in Bayern und dem gesamten
Bundesgebiet finden Sie hier:
www.oekolandbayern.de
(Verzeichnis der direkt vermarktenden
Bio-Landwirte in Bayern)
www.allesbio.de
(bundesweiter Bio-Einkaufsführer)
www.oekokiste.de
www.gemuesekiste.de
(Informationen zu Ökokisten)
Die Verbände des ökologischen
Landbaus erkennen Sie am Logo:
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Weiterführende Links
www.keine-gentechnik.de
lautet die Adresse des Informationsdienstes
Gentechnik.
Bundesprogramm Ökolandbau:
www.oekolandbau.de
Stiftung Ökologie und Landbau:
www.soel.de
Weltdachverband des ökologischen
Landbaus:
www.ifoam.org
Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft:
www.boelw.de
Forschungsinstitut für biologischen
Landbau:
www.fibl.org
Ökologischer und
fairer Handel:
www.oeko-fair.de
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Diesen Text gibt es auch als PDF-Fassung.
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