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Landwirtschaft und Lebensmittel


Hunger trotz Überfluss

Eine Milliarde Menschen hungern schon heute. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (UN) schätzt, dass die Weltbevölkerung in den kommenden 40 Jahren um weitere zwei Milliarden Menschen zunehmen wird, überwiegend in den Entwicklungsländern. Gleichzeitig ist die Zahl der Übergewichtigen inzwischen auf über eine Milliarde angestiegen. Davon leiden etwa eine halbe Milliarde Menschen an krankhaftem Übergewicht. Immer billigere Lebensmittel und Überangebot begünstigen einen ungesunden Lebensstil, der ernährungsbedingte Krankheiten kontinuierlich ansteigen lässt. Zudem steigt das Einkommen der Menschen in Industrie- und Schwellenländern und damit vor allem die Nachfrage nach Fleisch. Unser hoher Fleischkonsum geht auf Kosten der Länder des Südens – denn viele Futtermittel werden von dort zu- Fast die Hälfte der Weltgetreideproduktion verschwindet in den Mägen unserer Nutztiere.

Für eine Kalorie Fleisch bedarf es bis zu sieben pflanzlicher Kalorien, die erst einmal produziert werden müssen. Eine gigantische Verschwendung von wichtigen Nahrungsmitteln.


Unser täglich Brot

Der Mensch ist, was er isst: Gesund oder krank, das hängt sicher nicht allein vom Essen ab. Dennoch: Was und wie viel wir zu uns nehmen, beeinflusst unsere Gesundheit maßgeblich.

Die Bereitschaft deutscher Verbraucher für qualitativ hochwertige Lebensmittel mehr Geld auszugeben, ist im weltweiten Vergleich betrachtet sehr gering. Nur etwa 14 Prozent ihres Nettoeinkommens geben die Deutschen im Schnitt für Essen aus. 1950 waren es noch 45 Prozent.

Natürliche Lebensmittel sind immer weniger gefragt. Gekocht wird selten und regelmäßige Mahlzeiten zu festen Zeiten finden kaum noch statt. Gegessen wird ständig und überall. Der gedankenlose Konsum von Billignahrung, Fast Food und Süßigkeiten steigt stetig. Wir essen zu fett, zu süß, zu salzig und vor allem zu viel.

Obwohl diese Art der Nahrung nicht einmal satt macht, hat der Überfluss weitreichende Folgen. So birgt unsere Ernährungsweise ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Allergien und Krebs. Die Kosten für ernährungsabhängige und -bedingte Krankheiten steigen kontinuierlich und werden heute in Deutschland auf über 80 Milliarden Euro geschätzt.

Auch der Pestizideinsatz in der konventionellen Landwirtschaft gefährdet unsere Gesundheit.

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Und deren Rückstände in Lebensmitteln und Wasser kommen uns teuer zu stehen. Dazu kommen die Kosten für Lebensmittelskandale, wie BSE, Dioxine und Antibiotika im Tierfutter. Ganz zu Schweigen von der Tierquälerei in der industriellen Fleischproduktion. Würden zudem noch die Kosten für die verursachten Klimaschäden, Biodiversitätsverluste, Bodendegradation und Bienensterben an der Ladenkasse fällig werden, müssten wir beim Einkaufen viel tiefer in die Tasche greifen.






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Fotos: Torsten Rempt/pixelio, Ute Pelz/pixelio