Bildungsprojekt erhält zum zweiten Mal UNESCO-Auszeichnung
Klimawandel, Armut, Ressourcenknappheit - die großen Herausforderungen
unserer Zeit sind komplex. Um sie zu meistern und die Welt für unsere Kinder
und Enkel lebenswert zu gestalten, müssen wir lernen, nachhaltig zu handeln.
Die nachhaltige Entwicklung ist das gemeinsame Leitbild der Menschheit für das
21. Jahrhundert . Darauf einigten sich 178 Staaten auf dem Gipfel von Rio de
Janeiro 1992.
Bildungsprojekt „Biolandbau erleben und verstehen“ wird zum zweiten
Mal ausgezeichnet
Wie kein anderes Wirtschaftsmodell steht der Ökologische Landbau für
Nachhaltigkeit. Menschen, Tiere, Pflanzen und Boden bilden auf einem Ökobetrieb
eine Einheit. Hier geht es nicht um Ertragssteigerung um jeden Preis, sondern um
den Erhalt eines gesunden und funktionierenden Betriebskreislaufs. Der Verzicht
auf chemische Düngemittel und Pestizide schützt das Grundwasser und die
biologische Vielfalt. Eine ausgewogene Fruchtfolge und eine schonende
Bodenbearbeitung erhält langfristig die natürliche Bodenfruchtbarkeit. Eine
artgerechte Tierhaltung erhöht nicht nur das Wohlbefinden und die Gesundheit
der Tiere, sondern vermindert auch den Einsatz von Medikamenten. Mit dem
Bildungsprojekt „Biolandbau erleben und verstehen“ bekommen Kinder und
Jugendliche einen Einblick in die nachhaltige Wirtschaftsweise auf einem Ökobetrieb
und dürfen selbst mit anpacken. Während der Projekttage diskutieren Schüler
je nach Jahrgangsstufe über unterschiedliche Aspekte der Nachhaltigkeit im Ökolandbau.
Ob „Ökolandbau als Klimaretter“, „Mit dem Ökolandbau aus der
Hungerkrise“ oder „Kritisch konsumieren und an Morgen denken“ – der Ökolandbau
bietet nicht nur jede Menge Gesprächsstoff für den Unterricht, sondern liefert
den jungen Menschen auch Lösungsansätze für eine nachhaltige Lebensweise.
Grund genug für die Deutsche UNESCO-Kommission, das Bildungsprojekt
„Biolandbau erleben und verstehen“ zum zweiten Mal als Projekt der UN-Dekade
„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auszuzeichnen.
Doch was genau bedeutet nachhaltige Entwicklung?
Nachhaltige Entwicklung sichert die Lebensqualität nicht nur der gegenwärtigen,
sondern auch der zukünftigen Generationen. Die nachhaltige Entwicklung fördert
eine gerechte Verteilung der Chancen für alle Menschen auf der Erde. Sie
verbindet wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz
der natürlichen Umwelt.
Und wie kann eine nachhaltige Entwicklung erreicht werden?
Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft beeinflussen sich gegenseitig. Es wird
langfristig keinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt ohne
intakte Umwelt geben. Ebenso wenig wird es gelingen, die Umwelt effektiv zu schützen,
wenn Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen müssen. Um eine
nachhaltige Entwicklung zu erreichen, müssen sich vor allem das Wirtschafts-
und Wertesystem der Industriestaaten ändern. Denn der wirtschaftliche und
technische Fortschritt nach herkömmlichem Muster bedroht die Umwelt und damit
die Lebensgrundlagen künftiger Generationen. Gleichzeitig müssen in vielen
Staaten der Erde Menschen in Armut leben und haben keinerlei Nutzen vom
Wohlstand anderer Weltregionen.
Bildung – der Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklung
Nachhaltige Entwicklung beginnt in den Köpfen. Ohne einen umfassenden
Bewusstseinswandel auf allen Ebenen kann es keine nachhaltige Entwicklung geben.
Die Vereinten Nationen haben deshalb von 2005 bis 2014 die UN-Dekade Bildung für
nachhaltige Entwicklung ausgerufen. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein
Konzept, das Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln vermittelt.
Es versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und
dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen und
auf das Leben in anderen Weltregionen auswirkt. Bildung für nachhaltige
Entwicklung klärt auf: Mein Handeln hat Konsequenzen. Nicht nur für mich und
mein Umfeld, sondern auch für andere. Durch verantwortungsvolles Handeln kann
ich dazu beitragen, die Welt ein Stück zu verbessern.
|




|