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Dioxine in Lebensmitteln
Die Alternative ist der ökologische Landbau

München, 9. Juni 1999 Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat anlässlich des belgischen Dioxinskandals eine Bekanntmachung zum Importverbot von dioxin-verdächtigen Lebensmitteln und Tieren veröffentlicht. Dioxine finden sich insbesondere in fetthaltigen tierischen Lebensmitteln (Milch-, Fleischprodukte und Fisch). Das Umweltinstitut München e.V. fordert die Bundesregierung auf, endlich ihrer Vorsorgepflicht nachzukommen und eine risikoärmere, gesundheits-, tier- und umweltgerechtere Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung zu fördern.

Mast-Antibiotika, Hormonfleisch, Salmonellen, BSE und diesmal Dioxin vom Schnitzel bis zur Mayonnaise: Lebensmittelskandale sind im Zeitalter der Globalisierung keine nationalen Ereignisse und überraschen mittlerweile niemanden mehr: Sie sind Symptome einer hochrationalisierten und primär an Effizienzsteigerung orientierten Intensivlandwirtschaft. In den letzten Jahrzehnten wurde die Milchleistung einer Kuh von jährlich 2.000 auf unglaubliche 7.000 Liter hochgetrieben. Derartige Produktionssteigerungen sind nur mit massivem Einsatz von industriellem Kraftfutter möglich. Sie führen zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen und zur deutlichen Lebensverkürzung der Tiere. U.a. Euterentzündungen und eine Reihe von Stoffwechselerkrankungen sind in modernen Hochleistungsställen mit überwiegender Anbindehaltung an der Tagesordnung.

Die diversen Fleischskandale der letzten Jahre bilden nur die Spitze des Eisberges, sie sind Folge eines kranken Systems der Nahrungsmittelproduktion, das ohne Rücksicht auf Mensch, Tier und Umwelt zuerst der Profitmaximierung dient.

Die Massentierhaltung ist zum einen die Folge eines weder gesundheitlich noch ökologisch zuträglich hohen Konsumniveaus von Fleisch und anderen tierischen Produkten. Andererseits ist sie das Ergebnis einer Agrarpolitik, die Subventionen weitgehend an die Landwirte mit den höchsten Produktionsmengen und -flächen vergibt.

Ein Ende der Fortsetzung immer neuer "Lebensmittelskandale" ist nach Ansicht des Umweltinstituts München e.V. nur durch die konsequente Entwicklung in Richtung einer nachhaltigen und umweltgerechten Landwirtschaft möglich. Unter "nachhaltig" versteht man eine Wirtschaftsweise, die die Regenerationsfähigkeit unserer Lebensgrundlagen unterstützt und die Lebensräume mit ihrer Artenvielfalt bewahrt. Mit seiner kleinräumigen und standortgerechten Kreislaufwirtschaft ist die ökologische Landwirtschaft dafür wesentliche Voraussetzung.

Die Referentin für ökologischen Landbau Helga Deuter empfiehlt deshalb: "Die Richtlinien des ökologischen Landbaus reduzieren den Tierbesatz auf ein ökologisch vertretbares Maß. Wer Lebensmittel will, die umweltverträglich, ohne Einsatz von Pestiziden und synthetischen Düngemitteln, ohne industrielles Kraftfutter und Tiermehle erzeugt wurde, sollte - mit einer stärkeren Orientierung auf pflanzliche Produkte - Lebensmittel aus ökologischem Anbau kaufen."


Ihr Ansprechpartner im Umweltinstitut München e.V.:
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