*** Pressemitteilung *** Pressemitteilung *** Pressemitteilung ***Freisetzung auf Gut Roggenstein noch dieses Jahr Gen-Kartoffelversuch trotz Protesten genehmigtMünchen, 8. April 2003 Trotz zahlreicher Einwendungen und des Beschlusses der Gemeinde Olching hat das Robert-Koch-Institut vergangene Woche den umstrittenen Freisetzungsversuch von genmanipulierten Kartoffeln auf Gut Roggenstein genehmigt. Dort möchte die Technische Universität München Kartoffeln, die in ihren Knollen Zeaxanthin anreichern, versuchsweise anbauen. Zeaxanthin gehört zur Gruppe der Carotinoide wie auch das Vitamin A und soll gut für die menschlichen Augen sein. Der Freisetzungsversuch dient den Wissenschaftlern zur Materialbeschaffung, um anschließend weitere Untersuchungen durchzu-führen. "Bis jetzt ist der Nutzen einer vermehrten Zeaxanthinaufnahme noch überhaupt nicht bewiesen. Und selbst wenn, heißt das noch lange nicht, dass das Zeaxanthin in der Kartoffel genauso gut ist. Das Coffein im Kaffee wirkt schließlich auch ganz anders als im Tee. Es ist eine Anmaßung, dass die Wissenschaftler jetzt schon davon reden, dass die Kartoffel gesundheitsför-derlich sei und das Risiko einer Freisetzung eingehen," kommentiert Susanne Schreckenberg vom Umweltinstitut München e.V. Bürgermeister und Gemeinderat Olching beschlossen Anfang Februar, weitere Genversuche auf Gut Roggenstein abzulehnen. Über 3500 Einwendungen von Bürgerinnen und Bürgern hatte das Umweltinstitut München e.V. zusammen mit der Gemeinde gegen das Vorhaben einge-reicht. "Es ist enttäuschend wie mit der angeblichen Bürgerbeteiligung in der Praxis umgegangen wird. Im Vorfeld werden die Projekte schon soweit voran getrieben und es fließen so viele Gelder, dass der Beschluss quasi schon vor der Bürgerbeteiligung fest-steht. Selbst falsche Angaben in den Anträgen verhindern die Genehmigungen nicht", erklärt Susanne Schreckenberg. So wurde die Versuchsfläche fälschlicherweise der Gemeinde Emmering zugeordnet. "In den neunziger Jahren mussten sich die Geneh-migungsbehörden bei den Erörterungen wenigstens noch der Öffentlichkeit stellen. Heute werden die Kritiker vor vollendete Tatsachen gestellt", kommentiert Harald Nestler, Vorstand des Umweltinstitut München e.V. Um einer etwaigen Klage gegen ihren Bescheid vorzugreifen, hat das Robert-Koch-Institut den sofortigen Vollzug angeordnet: "Die Versuche müssen innerhalb der Vegetationsperiode 2003 und den nachfolgenden Vegetationsperioden in ausreichender Anzahl und termingerecht der landwirtschaftlichen Praxis entsprechend durchgeführt werden. Eine Verzögerung der An-pflanzung würde nicht nur den Verlust einer Vegetationsperiode bedeuten, sondern auch die Ziele des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprogramms gefährden. Derzeit prüft die Gemeinde Olching, ob eine Klage dennoch sinnvoll erscheint. Der Bürger-meister der Gemeinde Olching, Siegfried Waibel, erklärte, die vorliegende Vermischung von Forschungs- und ökonomischen Interessen sei äußerst problematisch. Die Wahl der Fristen für die Auslegung der Antragsunterlagen über Weihnachten und den Lauf der Widerspruchsfrist für die Genehmigung über die Osterferien zeigen ihm, dass die Möglichkeiten der Betroffenen, sich zur Wehr zu setzen, geschickt beschnitten werden sollen. "Auf der einen Seite predigt die Bundesregierung die Ökologisierung der Landwirt-schaft, auf der anderen Seite aber öffnet sie der Gentechnik Tür und Tor. Die Regierung muss sich entscheiden, ob sie gegen den Willen der Verbraucher Zustände wie in den USA oder Kanada herbeiführen will und solche fragwürdigen Projekte finanziell unter-stützt oder ob sie endlich konsequent ökologisch und verbraucherfreundlich handelt" erklärte Harald Nestler vom Vorstand des Umweltinstitut München e.V. Ausführliche Informationen können Sie hier auf unserer homepage abrufen.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Umweltinstitut München e.V.,
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