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Pressemitteilung

Offener Brief an den HVB-Aufsichtsratsvorsitzenden Profumo :
HypoVereinsbank bleibt unter Beobachtung

Umweltinstitut München fordert generellen Verzicht auf Atomgeschäfte

München, 25. Oktober - Das Umweltinstitut München hat heute zusammen mit anderen Umweltgruppen auf der außerordentlichen Aktionärsversammlung der HypoVereinsbank (HVB) in München vor Geschäften mit der Atomtechnologie gewarnt. In einem Offenen Brief an den Aufsichtsratsvorsitzenden der HVB, Alessandro Profumo, begrüßt das Umweltinstitut München den Rückzug des Geldinstituts aus der Finanzierung des bulgarischen Atomkraftwerks Belene. Gleichzeitig wurden neue Proteste angekündigt, falls sich die HVB an anderen Atomgeschäften beteiligt.

Die HVB hatte nach europaweiten Protesten in der vergangenen Woche überraschend erklärt, aus dem Belene-Projekt auszusteigen. Gleichzeitig hatte die Bank aber mitgeteilt, dass dies "kein grundsätzlicher Ausstieg aus der Finanzierung von Atomkraft" sei. Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München: "Der Rückzug der HypoVereinsbank war ein schöner Erfolg unserer Öffentlichkeitsarbeit. Die Vorstandsetage hat gemerkt, dass viele ihrer Kunden Atomkraftgegner sind. Ob die grundsätzlichen Bedenken gegen die nicht verantwortbare Atomtechnologie oben angekommen sind, bleibt jedoch fraglich."

Das Umweltinstitut München wird deshalb aufmerksam die weitere Strategie der HVB verfolgen und unverzüglich seine Proteste wieder aufnehmen, sofern die Finanzierung eines weiteren Atomkomplexes ansteht. Hacker: "Es ist höchste Zeit, dass auch die Banken endlich einsehen, dass die Mehrheit der Bevölkerung die gefährliche Nutzung der Atomkraft ablehnt und eine Finanzierung dieser Risikotechnologie mit ihren Geldern nicht dulden wird." Das Umweltinstitut München appelliert an die Verantwortlichen der HypoVereinsbank, den Fall Belene zu einer Grundsatzentscheidung zu machen und die Finanzierung von Nuklear-Projekten einzustellen. Die Gelder sollten stattdessen im Sinne der Kundinnen und Kunden für nachhaltige Energieprojekte verwendet werden. "Sonst darf sich die HVB nicht wundern", sagt Hacker, "wenn sie Kundschaft verliert, die zu einer Bank wechselt, die nur ökologisch vertretbare Anlagemöglichkeiten bietet."

Mit dem Bau des Atomkraftwerks im nordbulgarischen Belene nahe der Donau wurde bereits 1987 begonnen. Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der Wirtschaftlichkeit führten 1991 zum Baustopp. Seitdem rotten die Atommeiler vor sich hin. Die Reaktoren sowjetischer Bauart gelten als störanfällig und unsicher. Sie wären in Deutschland nicht genehmigungsfähig. Zudem ist der Standort Belene denkbar ungünstig, denn die Stadt liegt in einer Erdbebenregion. Beim letzten Beben im Jahr 1977 starben nur wenige Kilometer von der Bauruine entfernt etwa 200 Menschen. Gegen den Widerstand der Bevölkerung will die bulgarische Regierung das Projekt dennoch nun zu Ende bringen.

Weitere Informationen:
Christina Hacker, Vorstand
Tel. (089) 30 77 49-11
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