Umweltinstitut München e.V.
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Pressemitteilung

Zerstörung traditioneller Sorten mit Gen-Saat legalisiert
Erbe der Menschheit Privateigentum?
Umweltinstitut München fordert Widerruf der Genehmigung

München, 28. NovemberDas Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
(BVL) hat die Kontamination traditioneller Getreidepflanzen in der Genbank Gatersleben
gestattet. In dem Genehmigungsbescheid für einen Freisetzungsversuch mit genmanipuliertem Weizen schließt das BVL eine Verunreinigung der Genbank nicht aus, begründet die Zulassung aber damit, dass die Genbank Eigentum des antragstellenden Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) sei.

Das IPK könne „als Eigentümer mit der Sache nach Belieben verfahren und andere von jeder
Einwirkung ausschließen“, heißt es in dem Genehmigungsbescheid, der dem Umweltinstitut München
vorliegt. Ein Schaden an fremden Sachgütern läge bei Fremdbefruchtung der Weizensorten der
Genbank nicht vor. „Das ist blanker Zynismus“, findet Andreas Bauer, Agrarwissenschaftler und
Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München. „Für die Bundesbehörde ist es anscheinend völlig
unerheblich, wenn die Jahrhunderte lange Züchtungsarbeit von Bauern aus aller Welt durch transgene Konstrukte planmäßig zerstört wird. Bei den Pflanzen in der Genbank handelt es sich um einen zentralen Bestandteil der Kulturgeschichte der Menschheit und nicht um das Privateigentum des IPK. Hier wird mit aberwitzigen Begründungen ein verantwortungsloses Forschungsvorhaben
durchgepeitscht.“

Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München: „Die Genehmigung bestätigt uns in der
Auffassung, dass die Zulassungsbehörde mit Gentechnik-Lobbyisten durchsetzt ist. Die Befangenheit
der zuständigen Beamten, gegen die wir bereits dienstrechtliche Schritte eingeleitet haben, ist im Licht dieser skandalösen Entscheidung noch klarer.

Das Umweltinstitut München fordert von der Bundesregierung den Widerruf der Genehmigung und ein generelles Verbot für die Durchführung von Freilandversuchen mit genmanipulierten Pflanzen in Gatersleben. Die Anbauflächen der Genbank befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem beantragten Versuch mit Gen-Weizen. Die Genbank beherbergt unter anderem mehr als 60.000 alte und traditionelle Getreidesorten aus aller Welt. Gegen den Versuch hatte das Umweltinstitut München dem BVL im September mehr als 30.000 Einwendungen überreicht. Das BVL hatte den Versuch am vergangenen Donnerstag genehmigt.

Die ausführliche Dienstaufsichtsbeschwerde des Umweltinstituts München finden Sie auf unserer Homepage unter www.umweltinstitut.org/genweizen .

Weitere Informationen:
Andreas Bauer, Dipl.-Ing. agr. (FH)
Tel. (089) 30 77 49-14
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