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Die Internationale Atomenergieorganisation wird 50 Jahre alt

Näher am nuklearen Krieg denn je

Eine Trennung von ziviler und militärischer Atomtechnik ist nicht möglich

München, 27. Juli - Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) wird am kommenden Sonntag 50 Jahre alt. Einen Grund zum Feiern gibt es aber nicht, denn das weltweite Kontrollgremium über die zivile Atomtechnik hat kläglich versagt. Die großzügige Verbreitung der zivilen Nukleartechnik hat dazu geführt, dass zu den fünf offiziellen Atommächten eine ganze Reihe illegaler dazu gekommen ist.


Laut Satzung soll die IAEO die "friedliche" Nutzung der Atomenergie fördern, gleichzeitig aber die militärische Nutzung der Atomtechnik überwachen und ihre Ausbreitung verhindern. Ein schizophrenes Unterfangen, denn wer die zivile Atomtechnik fördert, öffnet zwangsweise Tür und Tor für Atomwaffenprogramme. "Wann wird auch die IAEO endlich einsehen, dass eine Trennung von ziviler und militärischer Atomtechnik nicht möglich ist", fragt Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München. "Iran und Nordkorea führen der Welt vor, dass man mit der Nuklearenergie Ängste schüren und Staaten erpressen kann. Die Welt ist dadurch nicht sicherer geworden, im Gegenteil", so Hacker.

Die forcierte Nutzung der Atomenergie hat zudem zur Folge, dass über den Globus verteilt Angriffsziele für Terroristen geschaffen werden. Hacker: "Damit werden Atomwaffen überflüssig, denn ein Terrorangriff auf ein Atomkraftwerk kann die gleichen katastrophalen Auswirkungen haben wie ein Atombombenangriff." Völlig unverständlich, dass Innenminister Schäuble einerseits vor Anschlägen in Deutschland warnt, aber alte Atomkraftwerke wie zum Beispiel Isar 1 bei Landshut, die nachweislich keinem Terrorangriff standhalten würden, möglichst lang am Netz bleiben sollen.

Unabhängig von der terroristischen und der militärischen Brisanz birgt der Betrieb von Atomkraftwerken immense Gefahren für Mensch und Umwelt. Nicht nur Tschernobyl hat drastisch vor Augen geführt, dass riesige Landstriche für Generationen unbewohnbar werden. Das jüngste Erdbeben in Japan hat gezeigt, wie verwundbar die Atomanlagen sind. Die Pannenserie in den deutschen Atomkraftwerken und der sorglose Umgang beim Betrieb lässt befürchten, dass auch hier ein gravierender Störfall nur noch eine Frage der Zeit ist. Karin Wurzbacher, Physikerin am Umweltinstitut München: "Die Defizite, die in den letzten Wochen zu Tage gekommen sind, machen Angst. Die Atomtechnik ist eine Hochrisikotechnologie, die niemals beherrscht werden kann."

Das Umweltinstitut München wünscht der IAEO zum Geburtstag, sich von der Atomtechnik schleunigst zu verabschieden und sich besser für die Erneuerbaren Energien stark zu machen. Eine Internationale Erneuerbare-Energien-Organisation wird dringend gebraucht.


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Christina Hacker, Karin Wurzbacher
Tel. (089) 30 77 49-11
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