Umweltinstitut München e.V.
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Pressemitteilung

Europäische Atomgemeinschaft blockiert Erneuerbare Energien:
Euratom führt in die Klimakatastrophe
Deutsche EU-Ratspräsidentschaft soll Atomkraft Absage erteilen

München, 22. März - Das Umweltinstitut München fordert anlässlich des 50. Geburtstags der Römischen Verträge die Abschaffung der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM). Denn der am 25. März 1957 unterzeichnete Vertrag fördert eine Reihe von Risiken und verbaut klimafreundlichen Energien den Weg.

Der EURATOM-Vertrag ist einer der drei Gründungsverträge der Europäischen Union. Sein Ziel war die Förderung der zivilen Nutzung der Atomenergie. Der Vertrag gilt immer noch in unveränderter Form. Mit ihm sind unzählige Privilegien bei Forschung und Kreditvergabe verbunden. So wird zum Beispiel das Kernfusions-Projekt Iter finanziell massiv gefördert. Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München: "Vor 50 Jahren wurde uns schon prophezeit, dass in 50 Jahren mittels Kernfusion Energie erzeugt werden kann. Heute wird uns weisgemacht, dass die Kernfusion in 50 Jahren zur Verfügung steht. Wie viele 50 Jahre sollen denn noch ins Land gehen?" Die Milliarden Steuergelder der europäischen Bürgerinnen und Bürger, die in dieses Abenteuer versenkt werden, sollten besser in die Entwicklung Erneuerbarer Energieträger gesteckt werden, so Hacker weiter. Nach 50 Jahren muss auch Schluss sein mit EURATOM-Geldern für den Neubau osteuropäischer Atomreaktoren oder gar die Fertigstellung der bulgarischen Atomruine Belene. Solche Subventionen verbauen den Weg für die zukunftsweisenden Erneuerbaren Energien und führen so indirekt in die Klimakatastrophe.

Die europäischen Staaten ziehen bei der Nutzung der Atomenergie längst nicht mehr an einem Strang. Deutschland hat den Ausstieg beschlossen. Viele europäische Länder wie zum Beispiel Österreich, Italien, Dänemark, Griechenland, Irland oder Portugal haben ganz auf Atomenergie verzichtet. Lediglich Frankreich, Großbritannien und Finnland fördern sie derzeit noch. Karin Wurzbacher, Physikerin am Umweltinstitut: "Der EURATOM-Vertrag gibt die Meinung Europas nicht wieder. Etwa die Hälfte der Mitgliedsstaaten lehnt die gefährliche Atomenergienutzung ab. Ihre Risiken sind extrem hoch, nicht nur durch mögliche Unfälle, sondern auch durch potenzielle Terrorangriffe."
Durch die Verbreitung der so genannten friedlichen Nutzung der Atomenergie ist die Welt gefährlicher geworden. Sie hat letztlich dazu geführt, dass es Nicht-Atomwaffenstaaten gelungen ist, ein illegales Atomprogramm aufzulegen und die Bombe zu bauen. Die Begehrlichkeiten sind gewachsen. Nach Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel könnte Iran der nächste Atombombenstaat sein.

Deutschland hat durch die derzeitige EU-Ratspräsidentschaft die einmalige Chance, der weiteren Nutzung der gefährlichen Atomkraft eine Absage zu erteilen und so europaweit ein Zeichen zur Rettung des Klimas zu setzen. Denn das Ende von EURATOM kann dem dringend erforderlichen Ausbau nachhaltiger Energieträger endlich den Weg frei machen.

Weitere Informationen:
Christina Hacker und Karin Wurzbacher
Tel. (089) 30 77 49-11
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