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Pressemitteilung

75.000 Einwender erreichen nur Teilerfolg
Erbsen mit Mäuse-Genen dürfen wachsen
Umweltinstitut München lehnt Anbau in Gatersleben trotz Genehmigungsauflagen ab

München, 25. April - Auf dem Gelände der Genbank in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) dürfen in diesem Jahr genmanipulierte Erbsen angebaut werden, die ein Medikament gegen Schweinedurchfall produzieren. Diese Entscheidung fällte heute das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Das Umweltinstitut München, das 75.000 Einwendungen gegen den Versuch gesammelt hatte, kritisiert die Entscheidung der Behörde, die Verbraucherschutzminister Seehofer unterstellt ist.

Das Umweltinstitut München lehnt den Anbau der Pharma-Erbsen aufgrund der Umweltrisiken strikt ab. Auch der Sicherheitsabstand von einem Kilometer zu benachbarten kommerziellen Erbsenfeldern ist zu gering, da keine Maßnahmen vorgesehen sind, um die Verschleppung von pharmazeutikahaltigem Pollen, zum Beispiel durch Hummeln, zu verhindern.

Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München: "Der Anbau genmanipulierter Pharma-Pflanzen stellt ein völlig neues Risikopotenzial für Umwelt, Tier und Mensch dar. Wenn Medikamente in Nahrungspflanzen auf freiem Feld hergestellt werden, sind Lebensmittelskandale vorprogrammiert."

Das Umweltinstitut München sieht sich jedoch durch die Entscheidung der Behörde, für dieses Jahr den Anbau mehrerer Hundert traditioneller Erbsensorten auf Freilandflächen der Genbank in Gatersleben zu verhindern, in seiner Kritik an Gentechnikversuchen auf dem Gelände bestätigt. Das Risiko, dass die genmanipulierten Pharma-Erbsen den bedeutenden Sammlungsort für Kulturpflanzen kontaminieren, war dem BVL offenbar zu hoch. Die unersetzlichen und wertvollen alten Erbsensorten wären durch den Gentechnik-Anbau einem hohen Risiko von gentechnischen Verunreinigungen ausgesetzt gewesen.

"Die massiven Proteste des Umweltinstituts und der 75.000 Einwender scheinen dem BVL die Augen dafür geöffnet zu haben, dass Gentechnik-Pflanzen auf dem Genbank-Gelände eine schlechte Idee sind", so Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München.

Weitere Informationen:
Andreas Bauer
Tel. (089) 30 77 49-14
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