Agrarkonzern Monsanto beeinflusst Bundeslandwirtschaftsministerium:
Skandal um die Zulassung von Gen-Mais
Aigner will erst nach Hersteller-Bericht entscheiden
München, 05. März – Das Umweltinstitut München fordert von
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ein sofortiges Anbauverbot für den Gen-
Mais MON810. Eine entsprechende Entscheidung muss getroffen werden, bevor der Mais
Ende April ausgesät wird – unabhängig von einem Bericht des Agrarkonzerns Monsanto über
die ökologischen Folgen des Anbaus im Vorjahr.
Die Anfang der Woche auch von Deutschland mitgetragene Entscheidung der EU-Umweltminister,
Österreich und Ungarn nicht zum Anbau der genmanipulierten Pflanze zu zwingen, muss für
Deutschland Konsequenzen haben. "Wenn der Ministerrat davon überzeugt ist, dass Gen-Mais in
Österreich und Ungarn eine Gefahr darstellt, kann er in Deutschland nicht ungefährlich sein", meint
Harald Nestler, Vorstand des Umweltinstituts München. "Frau Aigner muss jetzt endlich Rückgrat
zeigen und beweisen, dass die CSU es ernst meint mit ihrer neuen gentechnikkritischen Haltung.
Wenn die Ministerin ein Anbauverbot jedoch tatsächlich von einem Bericht des Agrarkonzerns
abhängig macht, der das Patent auf den Gen-Mais besitzt, dann ist das ein handfesten Skandal. Denn
Monsanto wird sich bestimmt nicht selbst den Ast absägen, auf dem sie sitzen." Es dürfe nicht sein, so
Nestler weiter, dass in Deutschland de facto ein Agrarmulti über die Zulassung seiner eigenen
Genpflanzen entscheidet. Gegenüber der Berliner tageszeitung hatte eine Sprecherin von Frau Aigner
erklärt, man wolle ein Monitoring des Herstellers Monsanto abwarten und bei Mängeln ein
Moratorium erwägen.
Harald Nestler befürchtet, dass die Ministerin taktiert und möglicherweise auf Zeit spielt: "Denkbar ist,
dass Frau Aigner nach der Aussaat ein Verbot erlässt – aber noch vor der Europawahl. Denn die CSU
weiß, dass auch die Wähler in Bayern keine Gentechnik wollen."
MON810 ist die einzige Gentechnik-Pflanze, die in Europa zum Anbau zugelassen ist. Sie produziert
durch den Einbau eines Gens aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt) ein Insektengift. Mit
diesem Gift soll der Maiszünsler bekämpft werden, eine Schmetterlingsart, die hauptsächlich in
Maismonokulturen auftritt. In Deutschland soll MON810 in diesem Jahr auf über 3600 Hektar
wachsen.
Informationen über das Umweltinstitut München finden Sie unter:
www.umweltinstitut.org/selbstdarstellung
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Harald Nestler
Tel. (089) 30 77 49-13
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