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Aigner
zieht die Notbremse:
Aus für den Gen-Mais in Deutschland
Umweltinstitut
München begrüßt Anbauverbot für
MON810
München,
14.
April – Das Umweltinstitut München
begrüßt das heute von
Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner verhängte Anbauverbot
für den Gen-Mais MON810 in Deutschland. Als nächster
Schritt muss jetzt ein Verbot des geplanten Anbaus von genmanipulierten
Pharma-Kartoffeln folgen.
Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München,
sieht die heutige Entscheidung Aigners mit Erleichterung:
„Das ist ein überfälliger Schritt und ein
schwerer Schlag für die Agro-
Gentechnik in Deutschland. Offenbar sieht nun auch die Politik ein,
dass sie mit dieser Risikotechnologie ein totes Pferd reitet und findet
endlich den Mut abzusteigen.“
Deutschland folgt mit dem Verbot von MON810 einer stetig wachsenden
Zahl europäischer Länder. Auch Frankreich,
Österreich, Ungarn, Griechenland und Luxemburg haben den Anbau
des genmanipulierten Mais unter Hinweis auf ökologische
Risiken verboten.
Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München,
bezeichnet das Aus für Monsantos Gen-Mais als Sieg
für die Demokratie. „Jahrelang haben in Deutschland
wenige Dutzend Gentechnikanbauer Hunderttausende von Landwirten und
Imkern in Angst und Schrecken versetzt und Honig und Ernteprodukte dem
Risiko einer Kontamination ausgesetzt“, so Nestler.
„Das Landwirtschaftsministerium schützt mit seiner
Entscheidung die überwältigende Mehrheit von
Verbrauchern, Landwirten und Imkern, die die Agro-Gentechnik
ablehnen.“
Mit der Stimme Deutschlands sei es nun möglich, auch in der
gesamten EU ein Anbauverbot für Gen-
Mais herbeizuführen. Eine Entscheidung über die
europaweite Wiederzulassung von MON810 sowie über eine
Erstzulassung zweier weiterer Gen-Mais-Linien soll noch in diesem Jahr
fallen. Zudem müsse in Deutschland jetzt konsequenterweise
auch der Forschungsanbau besonders riskanter Gen-
Pflanzen wie der von Arzneimittel produzierenden Kartoffeln untersagt
werden, fordert Nestler.
Bei MON810 handelt es sich um einen so genanten Bt-Mais des
US-Agrarkonzerns Monsanto. Er produziert durch den gentechnischen
Einbau eines Gens aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis ein
Insektengift. Damit soll der Maiszünsler bekämpft
werden, ein Schmetterling, der bei intensivem Maisanbau auftreten kann.
MON810 ist die einzige genmanipulierte Pflanzenlinie, die in Europa
angebaut werden darf. In diesem Jahr sollte MON810 nach offiziellen
Zahlen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit auf 3596 Hektar angebaut werden.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Andreas Bauer
Tel. (089) 30 77 49-14
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