PM_2009_07_13
Salzstöcke
als Atommüll-Endlager ungeeignet:
Endlager-Suche in Haidhausen
Endlager-Problem weiter
ungelöst – Atomkraft bleibt permanentes Risiko
München, 13.
Juli – Am Samstag machte die Bürgerinitiative
Umweltschutz Lüchow-
Dannenberg mit ihrem „Endlager-Suchgerät“
Station in München. Gemeinsam mit dem
Umweltinstitut München sowie „Mütter gegen
Atomkraft e.V.“ und „Bürger gegen
Atomreaktor Garching e.V.“ machte sie auf dem
Weißenburger Platz auf die ungelöste
Atommüll-Endlager-Problematik aufmerksam.
Mit Straßentheater-Einlagen und einer fünf Meter
hohen Bohrturmattrappe, dem „Endlager-
Suchgerät“ sorgte die BI Lüchow-Dannenberg
für einiges Aufsehen. Doch was hier locker und witzig
wirkte, hat einen ernsten Hintergrund: „Weltweit gibt es kein
Endlager für hochradioaktive Abfälle.
Wer jetzt eine Verlängerung der Laufzeiten anstrebt, handelt
zu tiefst unverantwortlich“, erläutert
Christina Hacker, Vorstand beim Umweltinstitut München.
Alleine in Deutschland fallen jährlich 400
Tonnen hochradioaktiven Atommülls an, der eine Million Jahre
sicher verwahrt werden muss.
„Im sogenannten Forschungsendlager Asse ist es nicht einmal
30 Jahre gelungen, radioaktive Abfälle
sicher zu lagern“, ergänzt Hacker. Im
Frühsommer 2008 wurde öffentlich, dass in der Asse
schon seit
Jahrzehnten Wasser in den Salzstock eindringt. Die Fässer mit
den radioaktiven Abfällen verrosten. So
haben sich unterirdisch radioaktiv kontaminierte Laugenseen und
Sümpfe gebildet, welche die
Grenzwerte erheblich überschreiten. Dies demonstriere
überdeutlich, so Hacker weiter, dass sich
Salzstöcke nicht zur Einlagerung von Atommüll eignen.
„Vor diesem Hintergrund erscheint es umso fataler und
skandalöser, dass der Salzstock in Gorleben
anscheinend bereits seit den 80er Jahren heimlich und illegal zum
Endlager ausgebaut wurde“, meint
Florian Braunreuther, Referent für Energiepolitik beim
Umweltinstitut München. Ende Mai 2009 flog
die Erkundungslüge auf, nachdem die Frankfurter Rundschau eine
interne Bewertung des Betreibers,
dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlicht
hatte. Darin begründet das BfS die exorbitanten
Kosten für die Arbeiten in Gorleben damit, dass neben den
genehmigten Erkundungen bereits mit
dem nicht genehmigten Ausbau zum Endlager begonnen wurde. Wie es nach
dem 2010
auslaufenden Erkundungs-Moratorium weitergeht, ist bislang umstritten.
Gleichwohl insistiert das
Bundeswirtschaftsministerium in einer offiziellen Broschüre
auf den Standort Gorleben und behauptet,
dass sich bislang keine negativen Aspekte gegen den Salzstock Gorleben
ergeben hätten. Einen
Standortvergleich hält das Ministerium daher für
überflüssig.
„Wer nach Publikwerden der katastrophalen Zustände
in der Asse weiter auf Gorleben als Endlager
setzt, hat entweder keine Ahnung oder handelt skrupellos. Nachhaltig an
der Atomkraft ist einzig der
strahlende Müll, den wir unseren Kindern und Kindeskindern
über viele Generationen hinweg
aufbürden“, kritisiert Christina Hacker. Das
Endlager-Problem sei weiter ungelöst. Darüber hinaus
stelle die Atomkraft ein permanentes Risiko dar, wie die
jüngsten Zwischenfälle im AKW Krümmel
gezeigt hätten. Alles spricht folglich für den
schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomkraft,
ergänzt
Florian Braunreuther.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Christina Hacker
Tel. (089) 30 77 49-11
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Hintergrundinformationen zur Asse finden Sie unter:
www.umweltinstitut.org/asse
Gegenargumente zu den Lügen der Atomindustrie finden Sie hier:
www.umweltinstitut.org/atomabwaehlen
Informationen über das Umweltinstitut München finden
Sie unter:
www.umweltinstitut.org/selbstdarstellung
|