Weltweit
gibt es kein Endlager für hoch radioaktive Abfälle:
Probebohrung auf dem Odeonsplatz
München,
16.
September – Ein Castortransport rollt vom
Sendlinger-Tor-Platz mitten durch
die Münchner Innenstadt zum Odeonsplatz. Dort wird
schließlich nach einem möglichen
Endlager für die zigtausende von Jahren strahlende Fracht
gesucht. Mit dieser Aktion will
Campact zusammen mit dem Umweltinstitut München e.V. und
weiteren Organisationen auf
die weltweit ungelöste Frage „Wohin mit dem
Atommüll?“ aufmerksam machen.
Obwohl Energiekonzerne und Unionspolitiker nicht müde werden,
für Deutschland den
Endlagerstandort Gorleben als geeignet darzustellen, werden die
Argumente dafür immer dünner.
„Jüngst publik gewordene Gutachten, die eine Eignung
des Salzstockes bereits in den 1980er Jahren
infrage gestellt haben, belegen die Untauglichkeit von
Gorleben“, meint Christina Hacker, Vorstand
im Umweltinstitut München. Doch die Kohl-Regierung habe sich
nicht gescheut, eine „Umbewertung“
des Gutachten-Entwurfs vornehmen zu lassen, wobei Bedenken der
Wissenschaftler herausgestrichen
wurden und die Eignung des Lagers quasi über Nacht
„voll bestätigt“ wurde, so Hacker.
Der Standort Gorleben ist damit endgültig verbrannt. Eine
ergebnisoffene Suche nach einem
geeigneten Endlager ist dringend nötig. Neben Salz kommen auch
Granit und Tongestein infrage, die
z. B. in Bayern und Baden Württemberg vorhanden
wären. „Der Aufschrei der Empörung wird
nicht
lange auf sich warten lassen“, so Karin Wurzbacher,
Physikerin am Umweltinstitut München. Bayerns
Umweltminister Söder hat bereits
„größte Sorge“
geäußert, da Tschechien als potenziellen
Endlagerstandort ein militärisches Gebiet nahe der bayerischen
Grenze genannt hat. „Wer auf die
Atomkraft setzt wie die Regierung in Bayern, der muss auch bereit sein,
den hoch radioaktiven Müll
bei sich für ewige Zeiten zu lagern. Das
Sankt-Florians-Prinzip kann hier nicht gelten“, so
Wurzbacher.
„Um ein geeignetes Endlager zu finden, muss erst einmal klar
sein, um welche Mengen es sich
handelt“, ergänzt Hacker. Und dazu sei es
unerlässlich, schnellstmöglich aus der
Atomstromproduktion auszusteigen. „Bevor nicht alle
Atomkraftwerke abgeschaltet sind, ist die Suche
nach einem Standort müßig.“ Hacker
empfiehlt, bei der Bundestagswahl genau hinzuschauen, wer für
welche künftige Energieform eintritt. „Einen
Ausstieg aus dem Atomausstieg, wie es die Unionsparteien
und die FDP anvisieren, darf es nicht geben.“ Abgesehen von
den steigenden Risiken durch eine
Laufzeitverlängerung von alten Atommeilern würde auch
der Atommüllberg weiter wachsen.
Das Umweltinstitut München konnte seinen Flyer
„Atomkraft abwählen“ eine halbe Million
Mal
verteilen. Darin werden die falschen Argumente der Atomlobby kurz und
knackig widerlegt. Wir
hoffen, dass die Wählerinnen und Wähler der weiteren
Nutzung der Atomkraft eine Absage erteilen
und den Erneuerbaren Energien den Weg bereiten.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Karin Wurzbacher, Christina Hacker
Tel. (089) 30 77 49-11
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Die Argumente des Flyers „Atomkraft
abwählen“ finden Sie [hier].
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