2010_01_18
Das
Energiepapier von Wildbad Kreuth:
CSU will weniger Lebensmittel auf dem Acker
Die Förderung
von Energiepflanzen soll die Stimmen der bayerischen Bauern sichern
München, 18. Januar – Die energiepolitischen
Beschlüsse von Wildbad Kreuth
werden verheerende ökologische Auswirkungen haben. Nach
Meinung des
Umweltinstituts München ist die geplante Förderung
von Biomasse der
verzweifelte Versuch, die politische Talfahrt der Partei auf Kosten der
Umwelt und
der Hungernden zu stoppen.
Die CSU hatte auf ihrer Klausurtagung Anfang des Jahres beschlossen,
den Anbau von
Energiepflanzen wie Mais und Raps mit Blick auf den Klimaschutz
stärker zu fördern. „Ein
fadenscheiniges Argument“, findet Harald Nestler, Vorstand im
Umweltinstitut München.
„Die Energieausbeute dieser Pflanzen ist gering. Und wenn man
den hohen Düngemittel und
Pestizideinsatz hinzu rechnet, wird die negative Ökobilanz von
Energiepflanzen
offensichtlich.“ In Wahrheit, so Nestler, wolle sich die
durch das Umfragetief völlig
verängstigte Partei nur die Stimmen der bayrischen Bauern
zurückkaufen – zu Lasten der
Umwelt.
„Wer in globalen Zusammenhängen denkt“,
erklärt Nestler, „sieht auch, dass die CO2-
Neutralität von Energiepflanzen ein Märchen ist. In
Südamerika wird der Regenwald
niedergemacht, um Futtermittel anzubauen, die wir
importieren.“ Das Kohlendioxid, das
auf diese Weise freigesetzt werde, könne niemals und nirgendwo
mehr eingespart werden
– auch nicht auf bayerischen Feldern.
Das Umweltinstitut München kritisiert weiter, dass die CSU die
Preise für nachwachsende
Rohstoffe an den Maispreis koppeln will. „Das verleiht dem
Hunger in der Welt ganz
andere Dimensionen. Denn die Bauern werden auf diese Weise für
den Mais, den sie in
die Biogasanlage schütten, auf Kosten der Steuerzahler immer
gerade etwas mehr
bekommen, als sie auf dem Markt für Lebensmittel erzielen
könnten“, meint Harald
Nestler. Solange Menschen hungerten, müssten aber auf den
vorhandenen Feldern
Lebensmittel angebaut werden. „Nahrung ist ein Grundrecht, im
Gegensatz zum
Autofahren!“
Wer, wie die CSU, auf großflächige Monokulturen
setzt, um Energiepflanzen anzubauen,
erweist auch der Artenvielfalt im UN-Jahr der Biodiversität
einen Bärendienst. Eine
verstärkte Förderung von Biomasse würde die
Landwirtschaft weiter intensivieren. Schon
heute stark bedrohte Feldvögelbestände wie Kiebitz
oder Feldlerche wären besonders
betroffen, wenn ihre Rückzugsräume geopfert
würden.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Harald Nestler
Tel. (089) 30 77 49-13
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
|