PM_2010_09_02
Umweltinstitut
München weist hohe radioaktive Belastung nach:
Wieder strahlende Pfifferlinge im Handel
München,
2.
September – In München sind erneut Pilze mit
unzulässig hoher
Strahlenbelastung in den Handel gelangt. Das Umweltinstitut
München hat bei
einer Stichprobenuntersuchung von Pfifferlingen 1000 Becquerel
Cäsium-137 pro
Kilogramm (Bq/kg) Frischmasse nachgewiesen. Der EU-Grenzwert liegt bei
600
Bq/kg. Die laut Herkunftsbezeichnung aus Rumänien stammenden
Pilze waren
möglicherweise falsch deklariert.
Erst im vergangenen Herbst hatte das Umweltinstitut München
den Verkauf kontaminierter
Pfifferlinge in der Münchner Fußgängerzone
aufgedeckt. Das Institut prophezeit, dass auch
die neuerliche Grenzwertüberschreitung nicht die letzte
gewesen ist, sollte sich bei der
Lebensmittelüberwachung nichts ändern. „Der
Anstieg der Cäsium-Belastung bei
osteuropäischen Pfifferlingen in den letzten Jahren ist
auffallend“, erklärt Karin
Wurzbacher, Physikerin am Umweltinstitut München. Pilze aus
Osteuropa, vor allem aus
Litauen oder Lettland, waren in der Vergangenheit zum großen
Teil deutlich geringer
belastet als die vor unserer Haustür – sofern sie
nicht gerade aus den von Tschernobyl
hochkontaminierten Gebieten in Weißrussland, Russland oder
der Ukraine kamen. „Die
Vermutung liegt daher nahe, dass nun mit Tricks gearbeitet
wird“, so Wurzbacher.
Das Umweltinstitut München hat Hinweise darauf erhalten, dass
Pfifferlinge aus
verschiedenen osteuropäischen Ländern etwa nach
Litauen gebracht werden, um dort
verpackt und verschickt zu werden – und zwar mit der
unverdächtigen
Herkunftsbezeichnung „Litauen“. Denselben
Informationen zu Folge sollen Pilze aus
kontaminierten Regionen mit solchen aus Gebieten mit geringer Belastung
gemischt
werden, damit auch extrem hoch belastete Pilze in den Handel kommen
können. „Das ist
eine üble Verbrauchertäuschung. Damit werden uns
Pilze untergejubelt, die nicht auf die
Märkte kommen dürften“, kritisiert
Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München.
„Unsere jüngste Messung beweist erneut, dass man
sich nicht einmal mehr darauf
verlassen kann, dass wenigstens die Grenzwerte eingehalten
werden“, so Hacker.
Das Umweltinstitut München fordert, dass Pilze
regelmäßig und nicht nur stichprobenartig
kontrolliert werden, um die Einhaltung des Grenzwerts so
schärfer zu überwachen. Die
radioaktive Belastung vor allem von Pilzen durch die Reaktorkatastrophe
von Tschernobyl
ist ein europaweites Problem. „Strahlende
Pfifferlinge“, befürchtet Christina Hacker,
„werden nicht nur in München verkauft.“
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Christina Hacker
Tel. (089) 30 77 49-11
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