|
Neue Seite 1
Umweltinstitut entsetzt: Genlobby startet trotz EuGH-Urteil neuen Angriff auf deutsche
Felder
Freisetzung von Roundup-Ready-Genrüben geplant
München, 15. September 2011 – Beim Bundesamt für
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ging ein erneuter Antrag für ein
Freilandexperiment mit genmanipulierten Zuckerrüben in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt
ein. Das Umweltinstitut München stuft den Anbau der Genrübe und den damit verbundenen
Einsatz des Pflanzengifts Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat als besonders gefährlich ein.
Den Zuckerrüben wurde ein Resistenz-Gen gegen das Totalherbizid Roundup (mit dem
Wirkstoff Glyphosat) von Monsanto eingebaut. Glyphosat ist das weltweit am häufigsten
eingesetzte Pflanzengift. Obwohl die Zulassung für den Wirkstoff in Kürze ausgelaufen
wäre, wurde die Genehmigung auf Druck der Genlobby ohne erneute Überprüfung bis
2015 verlängert. Studien belegen die Gefährlichkeit von Glyphosat für die Gesundheit von
Menschen und Umwelt.
Daher fordert das Umweltinstitut München in seiner aktuellen Onlineaktion den sofortigen
Stopp des Einsatzes von Roundup und anderen glyphosathaltigen Herbiziden. In nur wenigen Tagen
haben sich bereits knapp 8000 Menschen daran beteiligt. Harald Nestler, Vorstand des
Umweltinstitut München, fordert alle engagierten Bürgerinnen und Bürger auf,
ebenfalls bei der Aktion auf www.umweltinstitut.org mitzumachen und eine E-Mail an Ilse Aigner
zu schreiben.
Für besonders verwerflich hält das Umweltinstitut München, dass der Versuch
offensichtlich nicht der Wissenschaft, sondern der Durchsetzung einer kommerziellen Anwendung
dienen soll. Ein entsprechender Antrag wurde von der KWS und Monsanto schon vor mehreren Jahren
eingereicht. Bereits seit 1999 werden Freisetzungsversuche mit dieser Zuckerrübe in
Deutschland durchgeführt.
„Nach dem jüngst gefällten EuGH-Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist klar,
Koexistenz zwischen genmanipulierten Pflanzen und gentechnikfreien ist praktisch unmöglich
zu organisieren. Das bedeutet ein klares Aus für Gentechnik in Europa“, sagt Anja Sobczak,
Referentin für Gentechnik beim Umweltinstitut München. „Verbraucherschutzministerin Aigner
muss sofort alle laufenden Freilandversuche in Deutschland stoppen und sich für ein
gentechnikfreies Deutschland und Europa einsetzen. Das will die übergroße Mehrheit der
Verbraucher in Europa.“
Hintergrund:
Freigesetzt werden soll eine Genrübe, deren Anbau in den USA wegen nicht ausreichender
Sicherheitsprüfungen zunächst verboten, dann auf Druck der Genlobby - ohne die
Ergebnisse der Prüfung abzuwarten - wieder erlaubt wurde. Die Ergebnisse einer in den USA
gerichtlich angeordneten Sicherheitsprüfung liegen bis heute nicht vor.
2.530 Zeichen (mit Leerzeichen)
Bei Rückfragen steht zur Verfügung:
Umweltinstitut München e.V.
Anja Sobczak
Referentin Gentechnik und Landwirtschaft
Tel. (089) 30 77 49 – 14
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
|