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Krebserkrankungen bei Kindern um Atomkraftwerke
Im 5-km Nahbereich von Atomkraftwerken in Deutschland steigt bei Kleinkindern die Krebsrate um 60 Prozent und die Leukämierate auf mehr als das Doppelte an. Dies ist das Ergebnis einer vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegebenen epidemiologischen "Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken" (KiKK-Studie), die im Dezember 2007 an die Öffentlichkeit kam.
Das BfS hatte sich durch Analysen von Dr. Alfred Körblein, Physiker am Umweltinstitut München, und auf Drängen der Ulmer Ärzteinitiative für eine Neuauswertung der Daten des Kinderkrebsregisters entschieden.
Die Ergebnisse der Studie (Bewertung der KiKK-Studie) haben die Diskussion über die Gefahren der Atomenergienutzung erneut angefacht. Die Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen radioaktiven Emissionen aus Atomkraftwerken und Krebserkrankungen bei Kleinkindern im Nahbereich um AKW sind deutlich. Das Risiko nimmt mit der Nähe des Wohnorts zum Atomkraftwerk statistisch signifikant zu.
Das Ergebnis der Studie kann nach heutigem strahlenbiologischen und epidemiologischen Wissen nicht erklärt werden. Die Forschung ist nun gefordert zu klären, ob die im Strahlenschutz verwendeten Berechnungsgrundlagen korrekt sind und ob unser Wissen über die Wirkung niedriger Strahlendosen Lücken aufweist. Denn schließlich beruht unser heutiges Verständnis über die Strahlenwirkung vor allem auf den Daten von Hiroshima und Nagasaki.
Die Klärung dieser Fragen eilt, da jedes Kind, das im Nahbereich eines AKW an Krebs erkrankt, ein Kind zuviel ist. Deshalb fordern wir
weitere explorative Untersuchungen zur Ursachenklärung: z.B. getrennte Betrachtungen von Siedewasser- und Druckwasserreaktoren, getrennte Betrachtungen westlich und östlich der AKW-Standorte wegen der bei uns vorherrschenden westlichen Hauptwindrichtung
verstärkte Anstrengungen im Bereich der strahlenbiologischen Forschung
die Umkehr der Beweislast: nicht die Eltern und Kinder müssen beweisen, dass radioaktive Strahlung die Ursache der Erkrankung ist, sondern die Betreiber müssen nachweisen, dass die Emissionen nicht als Ursache infrage kommen
Ungeachtet weiterer Studien, die zur Klärung notwendig sind, fordern wir als sofortige Konsequenzen:
keine Laufzeitverlängerungen für ältere Atomkraftwerke
keine Neubauten von AKW
den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomkraftnutzung, weltweit
Stand: Januar 2008
Die Vorgeschichte zur KiKK-Studie ist in unserer Chronologie zusammengefasst.
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