Am 25. März 2011 hatte die hochsensible Messstation des
Bundesamt für Strahlenschutz auf dem Schauinsland bei Freiburg
erstmals Spuren von radioaktivem Jod-131 in der Atmosphäre
nachgewiesen.
Damit war klar, dass ein Teil der radioaktiven Wolke aus
Japan auch Europa erreicht hat.
Seitdem misst das Umweltinstitut
München neben der Gammadosisleistung der Münchner
Außenluft auch gammaspektrometrisch Umweltproben wie
Regenwasser, Boden- und Staubwischproben, außerdem auch
Lebensmittel aus Japan.
Diese Liste wird ständig
ergänzt und aktualisiert.
Einen guten Überblick über die radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus Japan finden Sie auch bei der Hamburger Verbraucherzentrale.
Sollten wir bedenklich erhöhte Werte messen, werden wir Sie
unverzüglich über unseren Newsletter
informieren.
Durch den Unfall von Fukushima gelangen erneut die Radionuklide Jod-131, Cäsium-134 und Cäsium-137 in die Umwelt. Jod-131 hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen, Cäsium-134 von 2 Jahren. Da wir alle drei Nuklide gammaspektroskopisch feststellen können, erscheinen sie auch in den aktuellen Messtabellen. Das ebenfalls relevante Radionuklid Strontium-90 ist ein Beta-Strahler und kann von uns deshalb nicht nachgewiesen werden.
Richtwertempfehlungen In den Ländern der Europäischen Gemeinschaft (EG) gilt für Lebensmittel zur Zeit ein Grenzwert für die Cäsium-Gesamtbelastung von 600 Becquerel pro Kilogramm, für Milch und Säuglingsnahrung beträgt dieser Wert 370 Becquerel pro Kilogramm.
Wir raten zu Nahrung mit höchstens 30 bis 50 Becquerel pro Kilogramm Cäsium-Gesamtaktivität für Erwachsene und mit höchstens 10 bis 20 Becquerel pro Kilogramm für Kinder, Stillende und Schwangere.
Dabei wird von einem Anteil von ein Prozent Strontium-90 bezogen auf den Aktivitätsgehalt an Cäsium-137 in Nahrungsmitteln ausgegangen. Der tatsächliche Strontiumgehalt in der Nahrung liegt jedoch höher, wie Untersuchungsergebnisse zeigen. Deshalb und wegen Unsicherheiten bei den Bewertungsgrundlagen wird jetzt meist nur noch bis zu fünf Becquerel pro Kilogramm Cäsium-Gesamtaktivität als Höchstwert für Kindernahrung empfohlen.
Generell gilt, dass es keine Grenze gibt, unterhalb der Radioaktivität noch ungefährlich wäre. Deshalb gilt das Minimierungsgebot: So wenig wie möglich Radioaktivität aufnehmen!